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Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt suchen ArbeitgeberInnen geeignete Arbeitskräfte und ArbeitnehmerInnen für sie passende offene Stellen. Bis zu einem gewissen Grad regulieren sich Angebot und Nachfrage wie bei jedem Markt über den Preis. Und dennoch: Der Arbeitsmarkt unterliegt als besonderer Markt großen Beschränkungen, wie zum Beispiel:

  • Die Arbeitskraft ist in Art und Umfang nicht so klar beschreibbar wie Produkte oder Dienstleistungen auf anderen Märkten.
  • Für die Mehrzahl der Menschen ist der Lohn oder das Gehalt die weitaus wichtigste Art des Einkommens. Das setzt der Flexibilität der Gestaltung des Preises am Markt enge Grenzen, besonders nach unten.
  • Produktionen von Gütern können leichter in andere Länder und Kontinente verlagert werden als Arbeitskräfte.
  • Die Mobilität von Arbeitskräften ist nicht selten von sozialen und aber auch politischen Konflikten besonders in den Aufnahmeländern begleitet.
  • Es herrscht keine vollständige Transparenz über Arbeitsbedingungen und die beruflichen und sozialen Fähigkeiten der Arbeitsuchenden.
  • Alternativen sind schwer abschätzbar: Für den Betrieb ist der Nutzen eines Wechsels des Standorts ebenso schwer beurteilbar wie für den Arbeitnehmer der Wechsel des Arbeitsplatzes.
  • Der Arbeitsmarkt ist mehr als andere Märkte durch ungleichen Zugang zu Informationen über das Geschehen auf dem Markt und ungleiche Macht für die TeilnehmerInnen gekennzeichnet.


Die Bedeutung der Arbeitsmarktpolitik

Mehr als in anderen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft kann daher der Arbeitsmarkt ohne Eingreifen der Politik nicht funktionieren.

Dies geschieht unter anderem:

  • durch das Arbeitsrecht und
  • durch Arbeitsmarktpolitik: Darunter wird die Gesamtheit der öffentlichen Maßnahmen verstanden, die auf ein möglichst vollständiges, wirtschaftlich sinnvolles und nachhaltiges Angleichen von Arbeitskräfteangebot und -nachfrage hinwirken. Zu diesen Maßnahmen gehören: Gesetzliche Absicherung gegen Arbeitslosigkeit, finanzielle Unterstützung der MarktteilnehmerInnen zur Erhöhung der beruflichen und regionalen Mobilität und Schaffung möglichst großer Transparenz am Arbeitsmarkt durch kostenlose Information (Vermittlung).

Arbeitsmarktpolitik und Europäische Union

Für die Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) sind deren Beschlüsse und Programme die wichtigsten Orientierungen für die nationale Beschäftigungspolitik. Auch die österreichische Arbeitsmarktpolitik ist an den Vorgaben der Europäischen Beschäftigungsstrategie (EBS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) ausgerichtet.

Auf dem Europäischen Rat im Juni 2010 einigten sich die Staats- und Regierungschefs auf die neue Strategie „Europa 2020" für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum. Durch diese drei Prioritäten soll in der EU bis 2020 ein hohes Maß an Beschäftigung, Produktivität und sozialem Zusammenhalt erreicht werden. Zur Messung der Fortschritte wurden gemeinsame Kernziele in den fünf Bereichen Beschäftigung, Bildung, Soziales, Klima/Energie und Innovation vereinbart.

2010 schlug die Kommission ein neues Paket „Integrierter Leitlinien" vor, das im selben Jahr vom Rat angenommen wurde und weiterhin gültig ist. Die Leitlinien geben auf Basis des Jahreswachstumsberichts den Umsetzungsrahmen für die Strategie Europa 2020 vor und bilden die Grundlage für die Ausarbeitung der Nationalen Reformprogramme.

Gleichstellung von Frauen und Männern

Sämtliche Programme und Massnahmen der (aktiven) Arbeitsmarktpolitik werden - ergänzend zu spezifischen Frauenfördermaßnahmen - im besonderem Masse vom Prinzip der Gleichstellung von Männern und Frauen geleitet.