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Home Soziales Allgemeine Sozialpolitik Förderung der Besuchsbegleitung

Inhalt

Häufig gestellte Fragen zur Besuchsbegleitung

Was ist die vom Sozialministerium geförderte Besuchsbegleitung?

Mit der durch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz geförderten Besuchsbegleitung soll für armutsgefährdete und von sozialer Ausgrenzung bedrohte besuchsberechtigte Elternteile ein regelmäßiger Kontakt zu ihren minderjährigen Kindern - in Anwesenheit einer dafür ausgebildeten Begleitperson - wiederhergestellt oder neu angebahnt werden, wenn sie sonst keine Möglichkeiten haben, ihre Kinder zu sehen und durch Gerichtsbeschluss oder -protokoll auf eine Besuchsbegleitung verwiesen werden.

Warum ist ein Gerichtsbeschluss oder –protokoll erforderlich?

Grundlage für die Durchführung der Besuchsbegleitung ist § 111 AußStrG, wonach diese grundsätzlich auf Grund einer Anordnung des Gerichts erfolgt (amtswegig oder auf Antrag einer Partei). Prinzipiell setzt daher die Besuchsbegleitung einen Beschluss des Gerichtes zur Durchführung der Besuchsbegleitung voraus, in welchem unter anderem auch die Rahmenbedingungen seitens des Gerichtes festgelegt werden müssen.

Die Eltern können sich freiwillig auf die Durchführung von Besuchsbegleitung einigen. Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer Förderung des Sozialministeriums ist jedoch die gerichtliche Protokollierung dieser Einigung der Eltern.

Wie komme ich in den Genuss einer Förderung für Besuchsbegleitung?

Für die kostenlose Inanspruchnahme der Besuchsbegleitung durch das Sozialministerium gibt es konkrete Vorgaben und Kriterien, welche in den Grundsätzen des Ministeriums für die Gewährung einer Förderung der Besuchsbegleitung angeführt sind.

Die Förderung wird seitens des Ressorts nicht einer Einzelperson bzw. Elternteilen gewährt, sondern diese kann nur durch eine gemeinnützige Trägerorganisation (unterschiedlicher Rechtsform, z.B. Verein, GmbH, TrägerIn kirchlichen Rechts) in Anspruch genommen werden.

Die in Frage kommenden Besuchscafés sowie weiterführende Informationen dazu finden Sie unter dem Menüpunkt "Besuchscafés".

Welche Organisationen werden vom Sozialministerium gefördert?

Die Förderung wird ausschließlich gemeinnützigen Organisationen, welche die Besuchsbegleitung durch vom Sozialministerium anerkannte BesuchsbegleiterInnen nach den vom Sozialministerium bestimmten Grundsätzen durchführen und über kinder- und jugendgerecht ausgestattete sowie barrierefreie Besuchscafés verfügen, gewährt.

Welche Ausbildungsvoraussetzungen bestehen zur Anerkennung als BesuchsbegleiterIn?

Die Durchführung der vom Sozialministerium geförderten Besuchsbegleitung i.S.d. § 111 AußStrG ist gemäß den Förderrichtlinien auf Angehörige folgender Berufsgruppen beschränkt:

- KindergärtnerInnen

- LehrerInnen

- HortpädagogInnen

- DiplomsozialarbeiterInnen

- eingetragene (Kinder-)PsychologInnen

- PsychotherapeutInnen

- Diplomierte Lebens- und SozialberaterInnen

- FrühförderInnen

Es kommen ferner Personen in Betracht, welche die entsprechende berufliche Erfahrung besitzen, z.B. MediatorInnen, erfahrene SozialarbeiterInnen oder SachwalterInnen, sofern sie über einschlägige Erfahrungen mit zwischenmenschlicher bzw. innerfamiliärer Konfliktbeherrschung verfügen.

Wie hoch ist die Einkommensgrenze im Jahr 2015?

Seit 1. Jänner 2011 werden die aktuellen Werte aus EU-SILC, der jährlichen Armutsgefährdungsschwelle, als Einkommensgrenze für die Inanspruchnahme einer Förderung herangezogen.

Die Förderung wird demnach in erster Linie für Personen, die maximal folgendes monatliches Nettoeinkommen beziehen, gewährt:

Monatswert entspricht 1/12 des Jahreswertes (aktuelle Werte nach EU-SILC 2013):

- Einpersonenhaushalt: € 1.104 Netto

- Zweipersonenhaushalt ohne Kind: € 1.656 Netto

- Familie mit 1 Kind: € 1.987 Netto

- Familie mit 2 Kindern: € 2.318 Netto

- Familie mit 3 Kindern: € 2.649 Netto

- Alleinerziehend mit 1 Kind: € 1.435 Netto

- Alleinerziehend mit 2 Kindern: € 1.766 Netto

Für jedes weitere Kind kommen jeweils € 331 Netto (12-mal) dazu.

Diese Werte gelten unabhängig von der Ausübung selb- oder unselbständiger Arbeit.

Was ist bei der Überprüfung der Einkommensgrenze zu beachten?

Die Angaben zum Einkommen müssen seitens der Elternteile glaublich bestätigt werden. Bei Unsicherheit kann z.B. ein Lohnzettel verlangt werden. Ausschlaggebend ist das Nettoeinkommen des letzten Monats, Sonderzahlungen werden nicht mit eingerechnet. Zur Hilfestellung kann der Brutto-Netto-Rechner des Bundesministeriums für Finanzen herangezogen werden.

Die gesetzlich festgesetzten oder nachweislich freiwillig geleisteten Unterhaltsleistungen der die Besuchsbegleitung in Anspruch nehmenden Person sind bei der Einkommensermittlung vom Nettoeinkommen abzuziehen.

Einkommensnachweise sind nicht an das Sozialministerium zu übermitteln, sondern für allfällige Stichprobenüberprüfungen im Verein aufzubewahren.

Bitte beachten Sie, dass Personen, die Einkommen über der vom BMASK festgelegten Grenze beziehen, ab dem Jahr 2015 nicht mehr gefördert werden können.

Welche Kriterien bestehen für die Anerkennung eines Besuchscafés?

Voraussetzung für die Anerkennung eines Besuchscafés sind Räumlichkeiten, die zur Durchführung der Besuchsbegleitung geeignet (kindgerechte "Besuchscafés") und gemäß § 6 Abs. 4 Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz barrierefrei sind.

Im Rahmen folgender vom BMASK geförderter Projekte können Sie sich über Möglichkeiten zur Verbesserung der Barrierefreiheit informieren (Erstberatungen sind kostenlos):

Werden Ausflüge gefördert?

Ausflüge der Besuchsbegleiterin/des Besuchsbegleiters mit dem besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind außerhalb des Besuchscafés werden im Jahr 2015 aus folgenden Gründen nicht mehr gefördert:

Seitens des Sozialministeriums werden 10 % der Förderung für (anteilige) Mietkosten inkl. Betriebs-, Strom- und Gaskosten und 10 % für Overheadkosten (inkl. den Sachaufwand der Besuchscafés) gewährt. Die 10 %-ige Förderung des Overhead stellt eine begünstigte Ausnahme innerhalb des Ressorts dar, für alle anderen Förderungen beträgt sie nur max. 5 % der Gesamtförderung. Aufgrund dieses hohen Förderanteils für Miete und Overhead ist seitens des Sozialministeriums auch die Inanspruchnahme der geförderten Räumlichkeiten gewünscht und können aus budgetären Gründen keine begleiteten Besuchskontakte mehr außerhalb gefördert werden.

Von einigen Trägerorganisationen wurde die bisherige Verpflichtung der Zustimmung beider Elternteile zu den Ausflügen als rechtlich problematisch gesehen. Im Zuge der Diskussion um die Weiterentwicklung der "Grundsätze" hat das BMASK diese Feststellung aufgegriffen und entsprechend umgesetzt und sollen daraus resultierend die Fördermittel in Hinkunft ganz gezielt für die begleiteten Besuchskontakte in den geförderten Räumlichkeiten eingesetzt werden.

Zu beachten ist, dass z.B. das Betreten des Spielplatzes in der (Gemeindebau-)Anlage, der von einer geförderten Trägerorganisation betreut wird, nicht als Ausflug zu werten ist. Solange die Außenanlage zum einzigen Einfluss- und Aufsichtsbereich des Besuchscafés gehört (wie z.B. das geförderte Besuchscafé im Kindergarten mit dem angeschlossenen Spielplatzbereich), fällt der Aufenthalt dort nicht unter die Begrifflichkeit "Ausflug".