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Medizinische Fachfragen

Medizinische Fachfragen

FAQ Medizinische Fachfragen

Ja. In groß angelegten Zulassungsstudien wurden sowohl Personen, die auf Grund einer durchgemachten Infektion bereits vorhandene Antikörpern gegen SARS-CoV-2 hatten als auch Studienteilnehmer:innen ohne Antikörper eingeschlossen. Es wird nach den bisherigen Ergebnissen davon ausgegangen, dass das vorherige Vorhanden- bzw. Nichtvorhandensein von Antikörpern keinen Unterschied bezüglich der Sicherheit der Impfung macht.

(12.07.2021, 08:00)

Eine Antikörpertestung ist vor einer Corona-Schutzimpfung nicht sinnvoll, sie hat nämlich keine Konsequenz für eine Impfung, weil kein Schutzkorrelat etabliert ist und auch die maßgeblich zum Schutz beitragende zelluläre Immunität so nicht messbar ist. Von der routinemäßigen Bestimmung von Antikörpern zur Impferfolgskontrolle wird daher bei Personen ohne eingeschränktem Immunsystem abgeraten. Es ist derzeit nicht bekannt, ob ein negativer Antikörpertest bei Personen mit einem funktionierenden Immunsystem einem fehlenden Schutz gegen schwere COVID-19 Erkrankungen gleichkommt.

Wenn frühestens 4 Wochen nach Abschluss der vollständigen Impfserie keine S1-Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisbar sind, so wird eine weitere Impfung (off-label) mit dem jeweils verfügbaren Impfstoff empfohlen.

(12.07.2021, 13:00)

Antikörperbestimmungen zur Bestätigung eines Schutzes durch die Impfung erscheinen derzeit nicht zielführend, da noch keine Höhe des Antikörperspiegels, ab der von einer Schutzwirkung ausgegangen werden kann („Schutzkorrelat“) festgelegt werden konnte. Ebenso ist die zelluläre Immunität, welche auch zur Schutzwirkung beiträgt und nicht durch die Bestimmung von Antikörper erfasst werden kann, derzeit nicht messbar. Von der routinemäßigen Bestimmung von Antikörpern zur Impferfolgskontrolle wird daher bei Personen mit funktionierendem Immunsystem abgeraten. Es ist derzeit nicht bekannt, ob ein negativer Antikörpertest einem fehlenden Schutz gegen schwere COVID-19 Erkrankungen gleichkommt.

In Einzelfällen ( bei Personen mit einem erhöhten Infektions-/Erkrankungsrisiko und einem hohen Risiko für schwere Verläufe von COVID-19 (z.B. bei Erkrankung, die mit einer vorübergehenden, therapeutisch induzierten oder dauerhaften und relevanten Immunsuppression einhergeht: z.B. Transplantierte, Personen unter Biologika-Therapie und onkologische und hämatologische Patientinnen und Patienten kann frühestens vier Wochen nach der Impfung eine Antikörperbestimmung mit einem validierten Antikörpertest (Neutralisationstest (NT) oder NT-Korrelate) Hilfestellung bei der Interpretation des Impferfolges geben. Wenn frühestens vier Wochen nach Abschluss der vollständigen Impfserie keine S1-Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisbar sind, so wird eine weitere Impfung (off- label) mit dem jeweils verfügbaren Impfstoff empfohlen.

(12.07.2021, 13:00)

Mögliche Wechselwirkungen der Corona-Schutzimpfung

Autoimmunerkrankungen oder chronisch-entzündliche Erkrankungen stellen grundsätzlich keine Kontraindikation für Schutzimpfungen dar. Studien konnten bisher keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen einer Impfung und einer neu aufgetretenen Autoimmunkrankheit bzw. einer chronisch-entzündlichen Erkrankung oder einem Schub einer bereits bestehenden Erkrankung belegen.

Infektionen, die durch Impfungen verhindert werden können, können dagegen bei nicht-geimpften Personen mit Autoimmunkrankheiten oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen Morbidität und Mortalität erhöhen und z.B. einen Schub auslösen. Auch haben diese Personen durch die Grunderkrankung und/oder deren Therapie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. Impfungen können somit das Risiko für symptomatische Erkrankungen durch die jeweiligen Erreger und für infektionsgetriggerte Schübe der Grunderkrankung verringern.

Grundsätzlich muss hinsichtlich der Impfindikation zwischen Erkrankungsverläufen mit und ohne immunsuppressiver Therapie unterschieden werden.

FAQ Mögliche Wechselwirkungen der Corona-Schutzimpfung

Die bisher verfügbaren Impfstoffe gegen COVID-19 sind nur teilweise bei Personen mit beeinträchtigtem Immunsystem und/oder unter immunmodulierender oder immunsuppressiver Behandlung untersucht. Je nach Produkt liegen Daten zu Personen mit HIV (unter Therapie und mit CD4>500), stabilen Autoimmunerkrankungen, Krebserkrankungen (ohne laufende oder kürzliche Chemotherapie), Diabetes mellitus, kardiovaskulären und chronischen pulmonalen Erkrankungen vor, die keine Auffälligkeiten bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit ergeben haben. Zu allen übrigen Krankheitsbildern gibt es laufend neue Daten und Erkenntnisse, die ein unterschiedliches Angehen der COVID-19-Impfungen beleuchten.

Ob eine Impfung bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen oder anderen Beeinträchtigungen des Immunsystems empfehlenswert ist, sollte daher individuell mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

(15.10.2021,13:00)

Aktuell sind keine Wechselwirkungen bekannt. Immunsupprimierende Medikamente können jedoch vermutlich die Wirksamkeit der Impfung reduzieren.

Alle vier zugelassenen COVID-19-Impfstoffe sind wie inaktivierte Impfstoffe zu beurteilen. Darum gelten zunächst die Grundregeln für die Verwendung von inaktivierten Impfstoffen bei den jeweiligen Personengruppen und Medikationen. Auch bei den zugelassenen Vektorimpfstoffen kann sich das Trägervirus nicht vermehren. Darum sind die Eigenschaften solcher Impfstoffe bei immunsupprimierten oder chronisch kranken Personen vergleichbar mit inaktivierten Vakzinen zu bewerten, d.h. es geht von ihnen auch bei Immunsuppression keine Gefahr, wie sie z.B. bei Lebendimpfstoffen möglich wäre, für die geimpfte Person aus. Obwohl es sich um DNA-Trägerviren handelt, ist ein Einbau in das menschliche Genom mit Sicherheit auszuschließen, da die Virus-DNA nur extrachromosomal abgelesen wird.

Antimikrobielle Therapie (Antibiotika), Verabreichung niedriger Dosen von Kortikosteroiden oder lokale Anwendung steroidhaltiger Präparate (unbehandelte Injektionsstelle wählen) sind keine Kontraindikationen für eine Impfung gegen COVID-19.

(15.10.2021,13:00)

Für eine Schutzwirkung der Impfung ist eine 2-teilige Impfserie erforderlich. Der Impfschutz ist jedoch nicht sofort mit der Impfung gegeben und muss erst aufgebaut werden. Daher kann es vorkommen, dass auch nach einer Impfung eine Erkrankung auftritt, die aber auch unabhängig von der Impfung aufgetreten wäre. Keine Impfung schützt zudem zu 100 Prozent. Kommt es in Ausnahmefällen trotz Impfung zu einer COVID-19-Erkrankung, so verläuft diese deutlich milder und es werden Komplikationen und Todesfälle vermieden.

Generell wurden in den Zulassungsstudien der derzeit in Österreich verfügbaren Impfstoffe eine Schutzwirkung gegen schwere Erkrankungen an COVID-19 gezeigt. Ein Ausbleiben dieser Schutzwirkung, ein sogenannter Impfdurchbruch, kann in Ausnahmefällen bei allen Impfstoffen vorkommen. Details zu Impfdurchbrüchen unter www.ages.at

Im Falle vermuteter Nebenwirkungen oder Impfdurchbrüche soll eine Meldung erfolgen unter: https://www.basg.gv.at  oder 0800 555 621.

(12.07.2021, 13:00)

Die neue Virusvariante aus Indien, die Delta-Variante (B.1.617.2) dürfte um circa 60% ansteckender sein als frühere Virus-Varianten und Hinweise mehren sich, dass Erkrankungen schwerer verlaufen können. Daten aus Großbritannien zeigen eine ausreichende Schutzwirkung nach Erhalt einer ersten Impfserie bestehend aus 2 Dosen, dies wurde mittlerweile auch mit Daten aus Österreich bestätigt.

(12.07.2021, 13:00)

Die Verwendung unterschiedlicher Impfstoffe bei Dosis 1 und 2 ist -bei Impfstoffen, die im 2-Dosen-Schema zugelassen sind- in Rahmen der ersten Impfserie bestehend aus 2 Dosen eine off-label-Anwendung und wird derzeit im Allgemeinen nicht empfohlen. Studiendaten zu heterologen Impfschemata zeigen eine sehr gute Immunantwort. Sind nach einer 1. Dosis schwere Nebenwirkungen aufgetreten, die einen Impfstoff-Wechsel rechtfertigen oder ist dies aus Sicht der zu impfenden Person dringend wünschenswert, so soll ein Impfstoffwechsel angeboten werden (Es handelt sich dabei um eine Off-Label-Anwendung, die möglich ist und von guter Aufklärung und Dokumentation begleitet wird.). Ebenso soll bei Eintreten einer Schwangerschaft nach der 1. Dosis mit dem 2-teiligen Vektorimpfstoff ein heterologes Impfschema in Erwägung gezogen werden.

 (19.08.2021, 13:00)