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FAQ: Risikogruppen

Wir sind laufend bemüht die FAQs aktuell zu halten. Aus diesem Grund finden Sie ab sofort auch Datum und Uhrzeit angefügt.

In den vergangenen Wochen wurden von Arbeitgeberinnen/Arbeitgebern bereits zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter vor Infektionen zu schützen. Dazu zählen beispielsweise – je nach Tätigkeit – die Möglichkeiten für Homeoffice, die Arbeitsplatzumgestaltung zur Wahrung eines Sicherheitsabstandes, errichtete Barrieren wie Plexiglaswände oder die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung.

Mit der Gesetzesänderung wurde die Grundlage für weitere Schutzmaßnahmen für unselbstständig Erwerbstätige gelegt: Personen, die noch im Erwerbsleben stehen und ein sehr hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, haben damit Anspruch auf Homeoffice bzw. Veränderung der Arbeitsbedingungen. Wenn dies nicht möglich ist, besteht in letzter Konsequenz Anspruch auf eine befristete Dienstfreistellung.

(03.07.2020, 07:00)

Eine chronische Erkrankung zu haben, erhöht das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf noch nicht (z.B. Personen, deren hoher Blutdruck gut mit Medikamenten eingestellt ist). Wenn allerdings Personen mit einer schweren chronischen Grunderkrankung zusätzlich an COVID-19 erkranken, ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs erhöht. Daher sollen Personen, die zur COVID-19-Risikogruppe zählen, zusätzlichen Anspruch auf Schutzmaßnahmen erhalten.

(03.07.2020, 07:00)

Die COVID-19-Risikogruppe-Verordnung listet die medizinischen Gründe (Indikationen) für die Zugehörigkeit einer Person zur COVID-19-Risikogruppe. Auf Grundlage dieser Indikationen darf eine Ärztin/ein Arzt ein COVID-19-Risiko-Attest ausstellen.

Die medizinischen Hauptindikationen sind:

  1. fortgeschrittene chronische Lungenkrankheiten, welche eine dauerhafte, tägliche, duale Medikation benötigen
  2. chronische Herzerkrankungen mit Endorganschaden, die dauerhaft therapiebedürftig sind, wie ischämische Herzerkrankungen sowie Herzinsuffizienzen
  3. aktive Krebserkrankungen mit einer jeweils innerhalb der letzten sechs Monate erfolgten onkologischen Pharmakotherapie (Chemotherapie, Biologika) und/oder einer erfolgten Strahlentherapie sowie metastasierende Krebserkrankungen auch ohne laufende Therapie
  4. Erkrankungen, die mit einer Immunsuppression behandelt werden müssen
  5. fortgeschrittene chronische Nierenerkrankungen
  6. chronische Lebererkrankungen mit Organumbau und dekompensierter Leberzirrhose ab Childs-Stadium B
  7. ausgeprägte Adipositas ab dem Adipositas Grad III mit einem BMI >= 40
  8. Diabetes mellitus
  9. arterielle Hypertonie mit bestehenden Endorganschäden, insbesondere chronische Herz- oder Niereninsuffizienz, oder nicht kontrollierbarer Blutdruckeinstellung.

Diese medizinischen Hauptindikationen werden in der Verordnung weiter unterteilt und genau beschrieben.

Daneben können auch andere, ähnlich schwere Erkrankungen mit funktionellen oder körperlichen Einschränkungen einen besonderen Schutz durch ein COVID-19-Risiko-Attest begründen.

(03.07.2020, 07:00)

Ja, diese Regelung gilt auch für Personen, die in der kritischen Infrastruktur tätig sind.

(03.07.2020, 07:00)

Die Neuregelungen der Risikogruppenbestimmung und die Verordnung zur Definition der COVID-19-Risikogruppe sind mit 6. Mai 2020 in Kraft getreten.

(03.07.2020, 07:00)

Die meisten der Betroffen können über entsprechende Medikamente, die eingenommen werden müssen, identifiziert werden. Diese Personen erhalten daher einen Brief von der Sozialversicherung, welcher auf die gesetzliche Möglichkeit hinweist. Die Briefe wurden nach Inkrafttreten der gesetzlichen Bestimmungen im Laufe des Monats Mai an die Betroffenen versandt.

Ein kleinerer Teil der Betroffenen konnte sich auch ohne Brief seit Anfang Mai aktiv bei ihren behandelnden ÄrztInnen zur individuellen Risikoanalyse melden (z.B. PatientInnen mit Krebstherapie, die keine „verschrieben Medikamente“ einnehmen, da sie ihre Behandlung im Krankenhaus erhalten oder DialysepatientInnen).

Hinweis: Bei Fragen zu Risikogruppen (z.B. Attest, Freistellung, Home-Office) wenden Sie sich bitte an den Dachverband der Sozialversicherungen telefonisch unter der Hotline 050 124 2020 oder per E-Mail an covid19.risikoattest@sozialversicherung.at.

(03.07.2020, 07:00)

Die Ärztin/der Arzt führt die Risikoabschätzung gemeinsam mit den PatientInnen anhand der Empfehlungen zur individuellen Risikoanalyse für einen schweren Krankheitsverlauf durch. Besteht eine schwere Grunderkrankung, die diesen Empfehlungen entspricht, wird ein COVID-19-Risikoattest ausgestellt.

(03.07.2020, 07:00)

Eine Expertengruppe aus drei VertreterInnen des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, eine Vertreterin/ein Vertreter des Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend, drei VertreterInnen der Ärztekammer und drei VertreterInnen der Sozialversicherung hat in mehreren Sitzungen auf Basis der bisherigen Erfahrungen zu COVID-19-Erkrankten in Österreichs Spitälern und der internationalen wissenschaftlichen Ergebnisse die Personengruppen identifiziert, die ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben könnten. 

(03.07.2020, 07:00)

ArbeitgeberInnen und Betroffene müssen gemeinsam abwägen, ob besondere Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz möglich sind. Ist dies nicht möglich, kann Home-Office in Anspruch genommen werden. Ist auch dies nicht möglich, besteht Anspruch auf Freistellung.

(03.07.2020, 07:00)

Nein, die Zugehörigkeit zur Risikogruppe gibt keine Auskunft über die individuelle Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf. Die Infektion kann dennoch mild verlaufen. Genauso können schwere Krankheitsverläufe auch bei Personen ohne COVID-19 Risikoattest auftreten.

(03.07.2020, 07:00)

Nein. Zuerst muss eine individuelle Risikoabschätzung durch die behandelnde Ärztin, den behandelnden Arzt vorgenommen werden. Wird ein COVID-19 Risikoattest ausgestellt, werden die weiteren Maßnahmen mit dem Dienstgeber gemeinsam besprochen.

(03.07.2020, 07:00)

Sollten Sie keinen Brief erhalten haben und unsicher sein, können sie mit Ihrer behandelnden Ärztin/ihrem behandelnden Arzt Kontakt aufnehmen. Dieser kann Ihnen auf Basis der Empfehlungen zur individuellen Risikoanalyse darüber Auskunft geben.

(03.07.2020, 07:00)

Mit der vorliegenden Gesetzesänderung wurde der Anspruch auf Homeoffice, Arbeitsplatzumgestaltung bzw. befristeter Dienstfreistellung für unselbstständig Erwerbstätige geschaffen, die selbst einer Risikogruppe angehören. Angehörige können mit dieser Regelung nicht abgedeckt werden.

(03.07.2020, 07:00)

Nein, zumindest nicht automatisch. Ärztliche Atteste, die vor In-Kraft-Treten der Regelung ausgestellt wurden, gelten nicht als COVID-19-Risiko-Atteste. Die individuelle Risikoanalyse muss gemäß der Risikogruppendefinition erfolgen, die mit dem Inkrafttreten des Gesetzes gültig wird. Liegt eine entsprechende Grunderkrankung vor, wird der behandelnden Ärztin/vom behandelnden Arzt ein COVID-19 Risikoattest ausgestellt. 

(03.07.2020, 07:00)

Nein. Individuelle Vereinbarungen, die bisher zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum besonderen Schutz des Arbeitnehmers getroffen worden sind, können beibehalten werden. Besteht der Wunsch des Dienstnehmers, den Anspruch auf Homeoffice, Arbeitsplatzumgestaltung bzw. befristeter Dienstfreistellung geltend zu machen, muss ein COVID-19-Risikoattest vorgelegt werden.

(03.07.2020, 07:00)

Nein. Die jetzt geschaffene Regelung stellt ein Angebot dar, das freiwillig genutzt werden kann.

(03.07.2020, 07:00)

Nein. Das COVID-19-Risikoattest bestätigt ein möglicherweise erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Dadurch ergibt sich ein Anspruch auf (zusätzliche) Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz, wie Arbeitsplatzumgestaltung oder Homeoffice. Ist das nicht möglich, kann eine befristete Dienstfreistellung in Anspruch genommen werden.

(03.07.2020, 07:00)

Das Risikoattest enthält die ärztliche Bestätigung, dass eine Betroffene/ein Betroffener aufgrund der individuellen gesundheitlichen Situation ein erhöhtes Risiko hat, im Falle einer COVID-19 Infektion einen schweren Krankheitsverlauf durchzumachen. Das Attest macht keine Angaben zur spezifischen Grunderkrankung.

(03.07.2020, 07:00)

Nein, ein Kündigungsschutz wurde jedenfalls für den Zeitraum der geltenden Regelung gesetzlich festgehalten.

(03.07.2020, 07:00)

Akut erkrankte und krankgeschriebene Personen sind nicht von der aktuellen Regelung betroffen und werden selbstverständlich auch weiterhin im Krankenstand bleiben können. Sollten Sie arbeitsfähig sein, aber einer Risikogruppe angehören, können sie eine individuelle Risikoanalyse bei Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelnden Arzt durchführen lassen.

(03.07.2020, 07:00)

Die Regelung wird vorerst bis 31. August 2020 gelten. Eine Verlängerung kann durch den Gesundheitsminister und die Arbeitsministerin aufgrund der COVID-19 Situation gegebenenfalls erfolgen.

(30.07.2020, 09:30)

Für eine Fortführung der Freistellung von Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmern über den 31. Mai 2020 hinaus bedarf es keiner weiteren Ausstellung eines COVID-19-Risikoattests. Das bereits vorhandene Attest bildet weiterhin die Grundlage für die Schutzmaßnahmen. Die auf Grund der Regelungen getroffenen Maßnahmen – Homeoffice, Schutz vor Ansteckung und in letzter Konsequenz Freistellung – sind weiter aufrecht zu erhalten.

(03.07.2020, 07:00)

Hotline des Dachverbands der Sozialversicherungen bei Fragen zu Risikogruppen

Bei Fragen zu Risikogruppen (z.B. Attest, Freistellung, Home-Office) wenden Sie sich bitte an den Dachverband der Sozialversicherungen telefonisch unter der Hotline 050 124 2020 oder per E-Mail an covid19.risikoattest@sozialversicherung.at.