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Gesundheitsministerium und PHAGO vereinbaren Wirkstofflager für die Wintersaison

Vorsorge gegen Medikamentenmangel - Unterstützungsbeitrag für niedrigpreisige Medikamente

Lieferengpässe bei Medikamenten führten im vergangenen Winter in ganz Europa zu einer angespannten Versorgungssituation. Auch aktuell sind bestimmte Präparate nur eingeschränkt verfügbar. Um für diesen Winter bestmöglich gerüstet zu sein, hat sich das Gesundheitsministerium mit dem Verband der österreichischen Arzneimittelvollgroßhändler (PHAGO) auf die Schaffung eines Wirkstofflagers geeinigt. Auf europäischer Ebene wird diese Lösung zudem durch einen Solidaritätsmechanismus zum Austausch von Medikamenten zwischen Mitgliedstaaten ergänzt.

Die mit der Schaffung eines Wirkstofflagers nun in Österreich getroffene Vereinbarung ermöglicht es österreichischen Apotheken bei Bedarfsspitzen rasch wichtige Medikamente selbst zubereiten. Für die Lieferung besonders günstiger Medikamente erhält der Großhandel vom Bund einen Beitrag von 0,28 Euro pro Packung. 

Das Lager umfasst die nötigen Zutaten für gängige Antibiotika und für Medikamente gegen Erkältungssymptome. In Phasen mit hohem Bedarf können diese von Apotheken zur Herstellung magistraler Zubereitungen abgerufen werden. Gerade in der letzten Wintersaison konnten durch Herstellung von Antibiotika und Erkältungsmedikamenten in Apotheken vor allem junge Patient:innen mit den benötigten Medikamenten versorgt werden.

"Der anhaltende Medikamentenmangel hat viele Ursachen, die sich nur langfristig wirklich lösen lassen. Damit wir Patientinnen und Patienten auch in diesem Winter bei Bedarfsspitzen mit den notwendigen Medikamenten versorgen können, schaffen wir nun ein Lager mit wichtigen Wirkstoffen. Ich bin sehr froh, dass wir zusammen mit der PHAGO dafür eine gute Lösung gefunden haben." – Bundesminister Johannes Rauch

Die für diesen Winter ursprünglich geplante Aufstockung der Vorräte von Medikamenten wurde verworfen, da sie sich als nicht zweckmäßig herausgestellt hat: Zum einen gibt es bei der Bestellung von Medikamenten teils lange Vorlaufzeiten. Zum anderen hätten nationale Lager die europaweite Knappheit noch verschärft.

Für die Beschaffung und Lagerung der Wirkstoffe, Hilfsstoffe und Packmittel ist der Pharmagroßhandel verantwortlich, der die Produkte bei Bedarf sofort an die Apotheken zur Weiterverarbeitung ausliefert. Zusätzlich stellt der Großhandel dem Gesundheitsministerium und dem Dachverband der Sozialversicherungsträger kontinuierlich vertiefte Informationen zu den aktuellen Lagerbeständen und möglichen Engpässen bereit.

Infrastruktursicherungsbeitrag unterstützt den Vertrieb

Zusätzlich zum Krisenlager wurde ein sogenannter Infrastruktursicherungsbeitrag für Medikamente mit einem Preis unter 3,93 Euro vereinbart. Der Bund wird dem Pharmagroßhandel damit einen Teil jener Mehrkosten abgelten, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Ein entsprechendes Gesetz ist in Ausarbeitung und soll rückwirkend ab 1. September 2023 gelten. Die dafür anfallenden Kosten werden auf ca. 23 Millionen Euro geschätzt.

"Der Bedarf für solche Medikamente ist bei älteren Menschen mit teils niedrigen Pensionen besonders hoch. Mit dieser Lösung vermeiden wir Preissteigerungen im besonders sensiblen Bereich der Gesundheit." - Bundesminister Johannes Rauch

Langfristige Lösung gegen Medikamentenmangel nur auf EU-Ebene möglich

Bereits im vergangenen Winter waren Medikamente in den Mitgliedsstaaten teilweise sehr unterschiedlich verfügbar. Da dieses Problem aufgrund des Umfangs und der Komplexität der Lieferketten nur auf europäischer Ebene nachhaltig lösbar ist, hat die Europäische Kommission bereits im Mai einen Vorschlag zur Aktualisierung der europäischen Arzneimittelgesetzgebung veröffentlicht. Zusätzlich schlug die EU-Kommission vergangene Woche einen Solidaritätsmechanismus vor, wonach die Mitgliedstaaten Medikamente bei Engpässen untereinander austauschen sollen.