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Studie zur Nutzung von Pflegekarenz und -teilzeit

Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Seit 2014 können unselbständig Beschäftigte, öffentlich Bedienstete und arbeitslose Personen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eine Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit bei gleichzeitigem Bezug eines Pflegekarenzgeldes in Anspruch nehmen. Im Auftrag des Sozialministeriums wurden diese Maßnahmen nun von der Österreichischen Gesellschaft für Marketing (OGM) in einer Studie untersucht und es zeigt sich, dass die Maßnahmen fünf Jahre nach der Einführung durchaus als Erfolgsmodell gesehen werden können.

Zur umfassenden Erhebung wurden sowohl vorhandene Daten des Sozialministeriumservice und des Arbeitsmarktservice analysiert als auch online-Befragungen durchgeführt. Neben einer Darstellung der Inanspruchnahme und der Beschäftigungsverläufe gibt die vorliegende Erhebung dadurch insbesondere auch Einblicke in die subjektiven Erfahrungen der Betroffenen sowie wertvolle Handlungsempfehlungen für Maßnahmen auf sozialpolitischer Ebene. Eine hiervon wurde mit Beschluss des Nationalrats in seiner letzten Sitzung vor der Nationalratswahl 2019 bereits umgesetzt, und zwar die Normierung eines Rechtsanspruchs auf Pflegekarenz/Pflegeteilzeit für bis zu vier Wochen in Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten ab dem Jahr 2020. Über die vier Wochen hinaus kann, wie bisher, mit der/dem Dienstgebenden freiwillig eine Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit vereinbart werden.

Wesentliche Ergebnisse der Studie

  • Nutzerinnen und Nutzer bevorzugen die Pflegekarenz (92 Prozent) gegenüber der Pflegeteilzeit (8 Prozent). Die Mehrheit nutzte die maximale Karenzzeit von drei Monaten.
  • Pflegekarenzgeld wird zu zwei Drittel von Frauen bezogen, wovon ein Großteil die Pflege und Betreuung alleine bewältigt. Das mittlere Alter liegt bei 50 Jahren. Regional gesehen werden die Modelle im Osten und Süden Österreichs sowie im ländlichen Raum verstärkt genutzt.
  • Mehrheitlich wird Pflegekarenz dann in Anspruch genommen, wenn sich bei Angehörigen, die schon länger pflegebedürftig sind, der Pflegebedarf erhöht.
  • Der Anteil der beziehenden Personen ist seit der Einführung gestiegen. Zuletzt gab es circa 1.400 Nutzerinnen und Nutzer pro Jahr.
  • Es konnte ein kontinuierlicher Wiederanstieg der Beschäftigungsquote in den zwölf Monaten nach der Pflegekarenz/Pflegeteilzeit festgestellt werden.
  • Es zeigt sich, dass Pflegekarenz und Pflegeteilzeit wertvolle Maßnahmen für einkommensschwächere Haushalte und sozial schwächere Personengruppen darstellen.
  • Acht von zehn Befragten haben ihr vorrangiges Pflegeziel erreicht.
  • Neun von zehn Befragten würden in einer vergleichbaren Situation wieder in Pflegekarenz oder -teilzeit gehen.

Die gesamte Studie steht zum Download bereit.