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Arbeitsmarktpolitik

Die Arbeitsmarktpolitik umfasst alle Maßnahmen öffentlicher Einrichtungen – wie Bund, Arbeitsmarktservice und zum Teil auch der Länder – zur Steuerung des Arbeitsmarktes. Ein geregelter Arbeitsmarkt hat positive Auswirkungen auf das Sozialsystem und sichert einen fairen wirtschaftlichen Wettbewerb.

Aufgaben und Ziele der Arbeitsmarktpolitik

Die österreichische Arbeitslosenversicherung für Angestellte und freie Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer

Aktive und aktivierende Arbeitsmarktpolitik

Aufgaben und Ziele der Arbeitsmarktpolitik

Laut Arbeitsmarktservicegesetz (AMSG) hat die Arbeitsmarktpolitik folgende Aufgaben:

  • Arbeitslosigkeit verhüten und beseitigen,
  • Arbeitskräfteangebot und -nachfrage unter Wahrung sozialer und ökonomischer Grundsätze möglichst vollständig, wirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig zusammenführen.

Die Ziele der Arbeitsmarktpolitik sind:

  • Vollbeschäftigung erreichen und aufrecht erhalten
  • Ältere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen länger im Erwerbsleben halten
  • Aktive Maßnahmen zur Qualifizierung und Chancengleichheit setzen
  • Transparenz des Arbeitsmarktes erhöhen
  • Human Resources entwickeln
  • Arbeitslose aktivieren 
  • Langzeitarbeitslosigkeit bekämpfen

Konkretisiert werden diese allgemeinen Zielsetzungen durch die arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben des Sozialministeriums, die vom Arbeitsmarktservice umgesetzt werden. Die aktuellen Zielvorgaben stehen als PDF im Download-Bereich zur Verfügung.

Das Arbeitsmarktservice hat die Aufgabe, Arbeitskräfte zu beraten und zu vermitteln sowie offene Stellen zu besetzen. Während der Arbeitslosigkeit können Menschen zur Absicherung ihres Lebensunterhalts Arbeitslosengeld beantragen, bei langer Arbeitslosigkeit Notstandshilfe.

Die österreichische Arbeitslosenversicherung für Angestellte und freie Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer

Grundsätzlich sind unselbstständig Erwerbstätige und freie Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer, die in der Krankenversicherung pflichtversichert sind, auch arbeitslosenversichert.

Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag macht sechs Prozent des Entgeltes aus, wobei dieser Beitrag je zur Hälfte vom beschäftigenden Unternehmen und von der Arbeitnehmerin bzw. vom Arbeitnehmer zu tragen ist. Die Einhebung erfolgt durch die Krankenkassen.

Szenarien der Gestaltung von Existenzsicherungsleistungen der Arbeitslosenversicherung

Aktive und aktivierende Arbeitsmarktpolitik

Aktive Arbeitsmarktpolitik

Unter aktiver Arbeitsmarktpolitik werden jene Maßnahmen zusammengefasst, die ein besseres Funktionieren des Arbeitsmarktes unterstützen. Sie werden zwischen dem Arbeitsmarktservice und den Betroffenen vertraglich vereinbart.

Aktive Maßnahmen können im Einzelfall auch vorausschauend gesetzt werden, bevor die Arbeitslosigkeit eintritt.

Wichtigste Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind:

  • Erhöhung der Transparenz des Marktes durch Verarbeitung verschiedener Informationen mithilfe modernster Informationstechnologie: Jobmatching, Berufsinformationen und Beratung,
  • Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung, um die Qualifikationen der Arbeitskräfte an die Erfordernisse des Marktes anzupassen,
  • Förderung der Mobilität der Arbeitskräfte, z.B. durch Hilfe bei der Suche nach einer geeigneten Kinderbetreuung,
  • Unterstützung bei der Bewältigung persönlicher Probleme, die das berufliche Fortkommen beeinträchtigen (z.B. Sucht, Schulden, Wohnungslosigkeit, gesundheitliche Belastungen etc.),
  • Beseitigung von arbeitsmarktrelevanten Hindernissen in Zusammenhang mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung,
  • Befristet subventionierte Beschäftigung in kommerziellen Betrieben oder in Sozialen Unternehmen zur Erleichterung des Einstiegs ins Arbeitsleben.

Die aktive Arbeitsmarktpolitik soll vor allem Personen unterstützen, die durch verschiedene Hemmnisse erschwert auf eine offene Stelle zu vermitteln sind.

Beispiele für eine erschwerte Vermittlung sind:

  • Längere Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (bspw. aufgrund erfolgloser Arbeitsuche oder während der Kindererziehung)
  • Mangelnde Sprachkenntnisse
  • Fehlende oder veraltete Qualifikationen
  • Höheres Alter
  • Gesundheitliche Einschränkungen oder Behinderungen
  • Sucht (Alkohol, Medikamente, illegale Drogen)

Aktivierende Maßnahmen

Aktivierende Maßnahmen sind eine Besonderheit der österreichischen Arbeitsmarktpolitik. Sie wären der aktiven Arbeitsmarktpolitik zuzurechnen, sind aber durch Mittel finanziert, die für die passive Arbeitsmarktpolitik vorgesehen sind.

Zu den aktivierenden Maßnahmen zählen beispielsweise:

  • Das Altersteilzeitgeld: eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung, die max. fünf Jahre an die Dienstgeberin bzw. den Dienstgeber bezahlt wird, damit ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit reduzieren können.
    Ab Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen für die Korridorpension (frühestens ab Vollendung des 62. Lebensjahres möglich) gibt es seit 1. Jänner 2016 auch die Teilpension als Sonderform des Altersteilzeitgeldes.
  • Verschiedene Leistungen zur Existenzsicherung während der Aus- und Weiterbildung wie das Weiterbildungsgeld und das Bildungsteilzeitgeld.
Inhaltlicher Stand: 27.12.2019