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Bundesweite Erfassung der Gesundheitssystem-assoziierten Infektionen (A-HAI)

A-HAI ist ein Projekt der Bundesgesundheitsagentur zur bundesweit einheitlichen Erfassung von Gesundheitssystem-assoziierten Infektionen in Krankenanstalten. Der operative Betrieb findet im BMSGPK statt.

Ziele des A-HAI Projekts

  • Senkung der Inzidenz von Gesundheitssystem-assoziierten Infektionen
  • Steigerung des Bewusstseins für Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen
  • Österreichweite Erfassung von klar definierten Gesundheitssystem-assoziierten Infektionen unter Verwendung einheitlicher Indikatoren, die EU-kompatibel sind und nationale sowie internationale Vergleiche ermöglichen
  • Bereitstellung von Referenzwerten
  • Darstellung im Zeitverlauf
  • Feedback an die meldenden Krankenanstalten
  • Verwendbarkeit für Ableitung von Verbesserungsprozessen und bundesweiten Maßnahmen.

Stand national und international

In Österreich werden unterschiedliche Surveillance-Netzwerke genutzt:

  • ANISS (Österreichisches Netzwerk zur Surveillance von nosokomialen Infektionen)
  • ASDI (Österreichisches Zentrum für Dokumentation und Qualitätssicherung in der Intensivmedizin)
  • KISS (Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System, Deutschland)
  • NISS (Nosocomial Infections Surveillance System, Steiermark).

Die europäische Surveillance von nosokomialen Infektionen findet im europäischen HAI-Net im European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) statt, wo postoperative Wundinfektionen und nosokomiale Infektionen auf Intensivstationen erhoben werden. Es gibt 2 mögliche Versionen – patientenbasiert (Standard Protocol) und stationsbasiert (Light Protocol).

Rahmenrichtlinie für die systematische Erfassung von Krankenhauskeimen

In der Bundes-Zielsteuerungskommission wurde am 6. April 2016 die Rahmenrichtlinie für die systematische Erfassung von Krankenhauskeimen beschlossen. Die Rahmenrichtlinie legt die österreichweiten Regeln für die Erfassung von Gesundheitssystem-assoziierten Infektionen auf höchster politischer Ebene fest.

Um den Dokumentationsaufwand so gering wie möglich zu halten, können sich die Krankenanstalten für die bundesweit einheitliche Erfassung und Übermittlung folgender Systeme bedienen: ANISS, ASDI, KISS und NISS.

Verpflichtend zu erfassen sind:

  • Postoperative Wundinfektionen für die Indikatoroperationen Cholezystektomie und Hüftendoprothese auf Basis des aktuellen HAISSI Protokolls und
  • Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen auf Intensivstationen auf Basis des aktuellen HAIICU Protokolls.

In den betroffenen Krankenanstalten sind die vorgegebenen Basisdatensätze zu erfassen und einmal jährlich an das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK)  zu übermitteln. Für nationale und internationale Vergleiche ist es notwendig, die Daten aller Krankenanstalten österreichweit zentral im Bundesministerium zu sammeln. Die Datensammelstelle plausibilisiert die Daten, gibt Feedback an die Krankenanstalten  und legt einen jährlichen Bericht (Daten auf Bundesebene). Die Datenmeldung erfolgt, wie in der Abbildung dargestellt, von den Krankenanstalten  über die Netzwerkbetreiber an das Bundesministerium.

Bisherige Arbeiten, Nächste Schritte

Pilotversuch

Vom BMSGPK wurde eine Website erstellt, über die ein Upload der Datensätze mittels csv-Schnittstelle durch die Netzwerke ANISS, ASDI, KISS und NISS ermöglicht wird. Im Jahr 2017 fand ein Pilotversuch der Datenübermittlung statt. Dieser diente zur technischen Prüfung des Systems und der Datenmeldewege. Die Teilnahme am Pilotversuch erfolgte freiwillig, 7 Krankenanstalten aus 4 Bundesländern haben daran teilgenommen. Der Pilotversuch wurde im Herbst 2017 abgeschlossen.

Die Datenstruktur wurde unter Mitwirkung der Netzwerkbetreiber in Form von Protokollen erarbeitet und ist an die europäischen Vorgaben  (The European Surveillance System im European Centre for Disease Prevention and Control - ECDC) angelehnt.

Erste österreichweite Datensammlung

Um eine Übermittlung der Daten laut Rahmenrichtlinie über die Netzwerkbetreiber an das BMSGPK zu ermöglichen, wurde von allen betroffenen Krankenanstalten eine Einverständniserklärung unterzeichnet, welche den Netzwerkbetreiber dazu befähigt, einmal jährlich die Daten an die Datensammelstelle im BMSGPK weiterzuleiten.

Die Daten für das Datenjahr 2017 sind von allen Netzwerken eingelangt. Die Datensammlung für das Datenjahr 2018 erfolgt aktuell. In einem ersten Schritt erfolgte eine Vollständigkeitsanalyse.

Nächste Schritte

Ein wichtiges Ziel ist eine schrittweise Verbesserung der Datenvollständigkeit und -qualität. Auf Basis des Datenjahres 2019 soll es im A-HAI-Projekt erstmals einen Bericht zum Thema Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen in Österreich geben. Der Bericht wird Daten auf Österreichebene im internationalen Vergleich beinhalten, keinesfalls Daten auf Krankenhausebene. Neben dem Österreichbericht wird auch an einem Feedbacksystem gearbeitet.

 

Ansprechperson: Margarita Amon (Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Abteilung Qualität im Gesundheitssystem, Gesundheitssystemforschung)

E-Mail: A-HAI@sozialministerium.at

Inhaltlicher Stand: 12. Februar 2020