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Pathologisches Glücksspiel

Im Gegensatz zu anderen Verhaltenssüchten ist das pathologische, zwanghafte Glücksspiel als eigenständige psychische Erkrankung im internationalen Krankheits-Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation anerkannt.

Im internationalen Krankheits-Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, kurz ICD) wird das pathologische Glücksspiel unter der Kategorie F 63.0 geführt: Pathologisches Spielen.

Zwanghaftes Spielen wird definiert als häufiges und wiederholtes episodenhaftes Glücksspiel, das die Lebensführung der betroffenen Person beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt.

Regelungskompetenz

Wie alle Themen, die mit Sucht in Zusammenhang stehen, ist auch der Bereich des Glücksspiels in Österreich eine Querschnittmaterie.

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) ist in gesundheitlichen Belangen bei der Entwicklung von präventiven und gesetzlichen Maßnahmen zur Verhinderung von unkontrollierten Entwicklungen auf fachlicher und inhaltlicher Ebene eingebunden. Die primäre Regelungskompetenz liegt hingegen beim Bundesministerium für Finanzen (BMF).

Maßnahmen

  • Erarbeitung von Richtlinien für Spielerinnen- und Spielerschutzeinrichtungen in Zusammenarbeit von BMSGPK und BMF
  • Datenerhebungen
  • Erarbeitung von Standards, Empfehlungen und Maßnahmen zur Suchtprävention in Kooperation mit Expertinnen und Experten aus dem Suchtbereich
  • Angebote und Empfehlungen für Früherkennung bzw. Frühintervention bei problematischem Spielverhalten z.B. Informations-, Beratungsangebote und mediale Aufklärungsarbeit
  • flächendeckende Erhebung zum Status quo der Präventions-Angebote
  • bundesweite Vernetzung und Förderung der Zusammenarbeit von Fachstellen für Suchtprävention

Forschung

Es gibt wenig Grundlagenforschung und kaum Fachliteratur zur Thematik Spielsucht in Österreich.

Ausgegangen wird bei Automatenspiel und Glücksspiel im Casino von ca. 40.000 bis 60.000 Glücksspielsüchtigen in Österreich (Quelle: Anton-Proksch-Institut).

Bei Onlineglücksspielen werden in Österreich ca. 60.000 Betroffene als stark gefährdet bzw. bereits internetabhängig eingeschätzt. Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren nehmen hier den ersten Platz ein. (Quelle: Anton-Proksch-Institut).

Im Europavergleich geht man in Großbritannien von 0,3 % Spielsüchtigen in der Bevölkerung aus, in Finnland von 2,1%. (Quelle: Gerhard Meyer und Tobias Hayer, Institut für Psychologie und Kognitionsforschung, Universität Bremen, 2010)

Für die Erarbeitung präventiver Maßnahmen für Österreich mussten zuerst empirische Erkenntnisse gewonnen werden. Die „Erste Österreichische Studie zur Prävention der Glückspielsucht“ wurde von 2009 bis 2011 als mehrmodulare Studie durchgeführt. Befragt wurden die Allgemeinbevölkerung, Expertinnen und Experten, Spielerinnen und Spieler sowie das Personal von Glücksspielanbietern zu Themen wie Glücksspielteilnahme und Probleme der Bevölkerung sowie zu speziellen Spielergruppen. Auf Grundlage dieser empirischen Ergebnisse wurden Empfehlungen für verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen für das Glücksspielwesen in Österreich formuliert.

Im Zuge der Österreichweiten Repräsentativerhebung zu Substanzkonsum 2015 gab es erstmal auch Fragen zu Glücksspiel und Sportwetten: Demnach spielen Männer etwas häufiger als Frauen. Sportwetten und Rubbellose sind bei Jüngeren, Lotto bei Älteren populär. Nur ein geringer Anteil an Spielerinnen und Spielern spielt überwiegend an Glückspielautomaten.

Hilfsangebote

Hilfsangebote und Anlaufstellen in den Bundesländern bei Glücksspielsucht finden Sie auf der Website des BMF

Mehr Informationen zum Thema

Letzte Aktualisierung: 10. Februar 2020