Der Gebrauch von Cookies erlaubt es uns, Ihnen die optimale Nutzung dieser Website anzubieten. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Genauere Informationen finden Sie im Bereich Datenschutz.

Mutter-Kind-Pass

Nach Feststellen einer Schwangerschaft erhält jede Schwangere mit Wohnsitz in Österreich von Ihrem betreuenden Arzt/ Ihrer betreuenden Ärztin einen Mutter-Kind-Pass. Der Pass dient der gesundheitlichen Vorsorge für Schwangere und Kleinkinder bis zum fünften Lebensjahr.
Die im Mutter-Kind-Pass-Programm vorgesehenen Untersuchungen stellen eine Gelegenheit zur Früherkennung und rechtzeitigen Behandlung von Krankheiten sowie zur Kontrolle des Entwicklungsstandes des Kindes dar. Alle Schwangeren und Eltern von Kleinkindern sollten daher die Gelegenheit zur bestmöglichen Vorsorge für Mutter und Kind nützen und diese Untersuchungen durchführen lassen.

Die Untersuchungen erfolgen durch Allgemeinärzte und Allgemeinärztinnen bzw. die jeweiligen Fachärzte und Fachärztinnen. Die Durchführung dieser Untersuchungen in der Schwangerschaft und bis zum 14. Lebensmonat des Kindes  ist Voraussetzung für den Erhalt des Kinderbetreuungsgeldes in voller Höhe (ausgenommen Schwangerenultraschall, Hüftultraschall und Hebammenberatung).

Wichtige Information:
Im Zusammenhang mit verpassten Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen aufgrund der aktuellen Situation wird es zu keiner Kürzung des Kinderbetreuungsgeldes kommen.

Die regelmäßigen Untersuchungen sind wichtig. Jetzt muss man abwägen, ob die Untersuchung notwendig ist oder ob es besser ist, zuhause zu bleiben. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin auf und besprechen Sie Ihre individuelle Situation. Sollte derzeit ein vorgesehener Termin versäumt werden, hat das keine Auswirkungen auf das Kinderbetreuungsgeld. Wenn die besonderen Umstände wegfallen und die Frist für eine bestimmte Untersuchung noch nicht verstrichen ist, muss diese rechtzeitig innerhalb der Frist nachgeholt werden.

Maßnahmen des Mutter-Kind-Pass-Programms

Nachstehend finden Sie einen Überblick über die vorgesehenen Untersuchungen und die Hebammenberatung, eine detaillierte Beschreibung der Untersuchungsinhalte kann unter www.gesundheit.gv.at eingesehen werden.

Untersuchungen für Schwangere

Gynäkologische Untersuchungen für Schwangere:

  • bis Ende Schwangerschaftswoche (SSW) 16 einschließlich Laboruntersuchung
  • SSW 17-20 einschließlich interne Untersuchung
  • SSW 25-28 einschließlich Laboruntersuchung
  • SSW 30-34
  • SSW 35-38

Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft:

  • SSW  8‐12
  • SSW 18‐22
  • SSW 30‐34

Die im Rahmen des Mutter‐Kind‐Pass Programms vorgesehenen Ultraschalluntersuchungen dienen der Kontrolle der Entwicklung des Kindes sowie der Feststellung von Mehrlingsschwangerschaften. Durch Ultraschalluntersuchungen können über die klinische Untersuchung hinausgehend zusätzliche Informationen gewonnen werden. So können Auffälligkeiten frühzeitig erkannt und im weiteren Schwangerschaftsverlauf berücksichtigt bzw. behandelt werden.

 Hebammenberatung in der Schwangerschaft:

Zwischen der 18.-22. Schwangerschaftswoche besteht die Möglichkeit einer Beratung durch eine Hebamme. Die Beratung beinhaltet Informationen zum Verlauf einer Schwangerschaft, zur Geburt, zum Wochenbett, zum Stillen, über gesundheitsförderndes Verhalten in diesem Zeitraum und über weitere Unterstützungsmöglichkeiten.

Hebammen, die Beratungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes durchführen, finden Sie unter www.hebammen.at.

 HIV-Test:

Die Laboruntersuchung bis Ende der 16. Schwangerschaftswoche beinhaltet einen HIV‐Test. Während einer Schwangerschaft kann eine bestehende HIV‐Infektion auf das ungeborene Kind übertragen werden. Bei unerkannter Infektion besteht ein hohes Risiko einer Übertragung auf das Kind während der Schwangerschaft und der Geburt. Dieses Risiko kann durch medikamentöse Behandlung und einen geeigneten Geburtsmodus deutlich reduziert werden. Deshalb ist eine frühzeitige Untersuchung der Schwangeren wichtig.

Oraler Glukosetoleranztest (Zuckerbelastungstest): 

Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Schwangeren tritt vorübergehend durch die Stoffwechselbelastung in der Schwangerschaft Diabetes auf. Bei unerkanntem Schwangerschaftsdiabetes kommt es bei dem Ungeborenen zu starker Gewichts‐ und Größenzunahme und Anpassungsstörungen nach der Geburt. Durch einen Zuckerbelastungstest im Rahmen der Laboruntersuchung in der 25.‐28. Schwangerschaftswoche kann Schwangerschaftsdiabetes festgestellt werden. Eine engmaschigere Betreuung der Schwangeren und eine Ernährungsumstellung sind notwendig. Manchmal kann auch eine Insulinbehandlung erforderlich sein. Nach bestimmten operativen Eingriffen am Magen-Darm-Trakt (z. B. bariatrische Operationen) sollte der Test nicht durchgeführt werden.

Untersuchungen für Kinder:

  • 1. Lebenswoche (wird meist im Spital durchgeführt)
  • 4.–7. Lebenswoche einschließlich orthopädischer Untersuchung
  • 3.–5. Lebensmonat
  • 7.–9. Lebensmonat einschließlich HNO-Untersuchung
  • 10.–14. Lebensmonat einschließlich Augenuntersuchung
  • 22.–26. Lebensmonat einschließlich augenfachärztlicher Untersuchung
  • 34.–38. Lebensmonat
  • 46.–50. Lebensmonat
  • 58.–62. Lebensmonat

Hüftultraschalluntersuchungen des Kindes:

  • 1. Lebenswoche
  • 6.–8. Lebenswoche

Broschüren und weiterführende Informationen:

Weiterentwicklung des Mutter-Kind-Passes

Der Mutter-Kind-Pass wurde bereits 1974 eingeführt. Das Programm wird seither kontinuierlich weiterentwickelt und dem Stand der medizinischen Wissenschaft und Erfahrung angepasst.

Zuletzt wurde vom Ludwig Boltzmann Institut für HTA untersucht, welche Empfehlungen aus evidenzbasierten Leitlinien für Screenings von Schwangeren und Kindern (0-6 Jahren) vorliegen. Die Ergebnisse für die einzelnen Gesundheitsbedrohungen wurden durch eine Facharbeitsgruppe in einem österreichischen Kontext bewertet und daraus Empfehlungen für oder gegen ein Screening abgeleitet. Diese Empfehlungen sollen bei den Überlegungen zur  Weiterentwicklung  des Programmes mitberücksichtigt werden.

Inhaltlicher Stand: 7. Oktober 2019