Der Gebrauch von Cookies erlaubt es uns, Ihnen die optimale Nutzung dieser Website anzubieten. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Genauere Informationen finden Sie im Bereich Datenschutz.

Der Gebrauch von Cookies erlaubt es uns, Ihnen die optimale Nutzung dieser Website anzubieten. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Genauere Informationen finden Sie im Bereich Datenschutz.

Der Gebrauch von Cookies erlaubt es uns, Ihnen die optimale Nutzung dieser Website anzubieten. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Genauere Informationen finden Sie im Bereich Datenschutz.

Humane Affenpocken

Verbreitung und Häufigkeit

In manchen Ländern und Regionen Zentral- und Westafrikas sind Affenpocken endemisch verbreitet. Grundsätzlich tritt die Erkrankung beim Menschen nur selten auf. Ein leichter Anstieg in Endemiegebieten könnte auf die mittlerweile eingestellte Pockenschutzimpfung zurückzuführen sein.

Bis zum Frühjahr 2022 traten außerhalb dieser Endemiegebiete nur vereinzelt Fälle auf, vor allem mit Reise-Assoziation. Bei diesen einzelnen Fällen kam es zu wenigen Mensch-zu-Mensch-Übertragungen.

Aktuelle Situation

Anfang Mai 2022 wurde in England (VK) bei einem Reiserückkehrenden aus Nigeria ein Fall von Affenpocken diagnostiziert. Seitdem wurden dort sowie in weiteren Staaten, einschließlich Österreich, weitere Fälle bzw. Verdachtsfälle gemeldet. Diese aktuellen Fälle treten bei Personen ohne Reisebezug auf. Man geht derzeit davon aus, dass diese Fälle im Zusammenhang mit mehreren internationalen Großveranstaltungen in Zusammenhang stehen.

Vorläufige Risikoeinschätzung

Bei dem aktuellen Ausbruch wird eine ungewöhnliche Häufigkeit der Übertragung von Mensch zu Mensch beobachtet. Die Fälle stehen nicht in Zusammenhang mit Reise in Endemiegebiete. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Ausbreitung des Virus durch engen Kontakt (inkl. Sexualkontakt) mit erkrankten Personen wird als hoch eingestuft. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung zwischen Personen ohne engen Kontakt wird als gering eingeschätzt. Trotz beschränkter Übertragbarkeit kann es zu einer begrenzten Ausbreitung kommen.

Erreger und Übertragung

Affenpocken sind eine Viruserkrankung. Sie werden durch Affenpockenviren verursacht (Familie Poxviridae, Gattung Orthopoxvirus). Grundsätzlich werden Affenpocken selten auf Menschen übertragen.

In den Endemiegebieten ist das Virus bei Nagetieren verbreitet, z.B. Hörnchen oder Ratten. Affen werden als Fehlwirte angesehen. Durch Kontakt mit diesen Tieren kommt es gelegentlich zur Übertragung des Virus auf Menschen (Zoonose). Beim Menschen lösen Affenpocken in der Regel eine milde pockenähnliche Erkrankung aus. Bisher wurde die Übertragung von Mensch zu Mensch als selten eingestuft. Derzeit findet sie jedoch mit ungewöhnlicher Häufung statt.

  • Biss infizierter Tiere
  • direkter Kontakt mit dem Körper infizierter Tiere
  • direkter Kontakt mit Sekreten infizierter Tiere
  • Verzehr von nicht ausreichend erhitztem Fleisch infizierter Tiere

  • direkter Kontakt mit dem Ausschlag von Affenpocken-Infizierten (z.B. Bläschen, Schorf)
  • direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Affenpocken-Infizierten
  • direkter Kontakt mit Schleimhäuten von Affenpocken-Infizierten
  • Tröpfcheninfektion bei direktem engen Kontakt von längerer Dauer
  • direkter Kontakt mit Virus-kontaminierten Objekten (z.B. Bettwäsche, Kleidung)
  • vermutlich über die Plazenta (von der Mutter auf den Fötus)
  • vermutlich über den Geburtsvorgang (von der Mutter auf den Fötus)

Nach aktuellem Wissensstand findet die Übertragung von Mensch zu Mensch nur statt, während Symptome vorliegen, jedoch nicht in der Inkubationszeit.

Krankheitsbild

  • zwischen 5 und 21 Tage
  • typischerweise 6 bis 13 Tage

Während der Inkubationszeit herrscht noch keine Infektiosität.

Die Infektiosität beginnt in der Regel mit den ersten Krankheitszeichen. Ab dem ersten Auftreten von unspezifischen Symptomen sind Ansteckungen möglich. Ansteckungen sind möglich, bis alle Krusten vollständig abgeheilt und abgefallen sind. Dies kann bis zu 4 Wochen dauern.

Anfangs teilweise unspezifische Symptome:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopf-, Rücken und Muskelschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten
  • Erschöpfung

Hautveränderungen nach 1 bis 3 Tagen:

  • Ausschlag:
    • ausgehend von der Stelle der Infektion über den Körper
    • ausgehend vom Gesicht über den Körper
    • im Gesicht, an den Händen und Unterarmen
    • im Mund und Rachenraum
    • im Genitalbereich
    • auf den Augen
    • teilweise stark juckend oder schmerzhaft
    • durchläuft die typischen Stadien: Flecken, Bläschen, Pusteln und Krusten

Im weiteren Verlauf:

  • Bildung von Krusten
  • Abfallen der Krusten

Der Inhalt der Bläschen ist hochinfektiös. Ansteckungsfähigkeit besteht, so lange Krusten vorhanden sind. Im Durchschnitt sind dies 3 Wochen.

Affenpocken sind selbstlimitierend. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen. Die meisten Betroffenen erkranken in der Regel nicht sehr schwer. Bei sehr jungen oder immungeschwächten Patient:innen sind aber auch schwere Verläufe mit Komplikationen und Todesfällen möglich.

  • Narben
  • Hornhautschäden
  • selten auch Erblindung

Vorbeugung

  • Vermeiden von engen Kontakten zu potenziell infizierten Tieren
  • Vermeiden von Verzehr von potenziell infizierten Tiere
  • Vermeiden von engen Kontakten zu infizierten Personen
  • strikte Hygienemaßnahmen beim Umgang mit Erkrankten und Gegenständen

Erkrankte sollten engen Kontakt strikt vermeiden, solange Ansteckungsfähigkeit besteht.

Das Affenpockenvirus kann für lange Zeit auf Oberflächen überleben (z.B. Gegenstände, aber auch Kleidung und Bettwäsche).

Bei Sexualkontakten bieten Kondome keinen ausreichenden Schutz vor der Übertragung, weil der enge (Haut-)Kontakt in diesem Kontext bereits für eine Übertragung ausreicht!

In Europa ist der Pockenimpfstoff Imvanex für die Immunisierung gegen Pocken bei Erwachsenen zugelassen. Dieser wurde in der Vergangenheit teils zur prä- und postexpositionellen Prophylaxe gegen Affenpocken eingesetzt. Expert:innen gehen davon aus, dass der Pockenimpfstoff bei Affenpocken zu 85% vor einer Infektion schützt.

Eine Impfung der Allgemeinbevölkerung gegen Affenpocken ist aus aktueller Sicht medizinisch nicht notwendig und steht in Österreich deshalb nicht zur Diskussion. Affenpocken sind meldepflichtig und werden in erster Linie im direkten Kontakt übertragen. Im Falle des Auftretens einzelner Fälle werden sofort die notwendigen Maßnahmen getroffen, um die Infektion einzudämmen. Derzeit läuft die Beschaffung eines Impfstoffs in Abstimmung mit den europäischen Behörden. Bei Verfügbarkeit eines gegen Affenpocken zugelassenen Impfstoffes in Österreich wird das Gesundheitsministerium kommunizieren, ob bzw. für welche Personengruppen er eingesetzt werden soll.

Vorgehen bei Verdacht auf Infektion

Wenn Sie glauben, eine Affenpocken-Infektion zu haben:

  • Haben Sie verdächtige Symptome, insbesondere Hautveränderungen im Mund- und/oder Genital-Bereich?
  • Sind Sie kürzlich aus einem Gebiet zurückgekehrt, wo derzeit Affenpocken auftreten bzw. Affenpocken heimisch sind?
  • Hatten Sie kürzlich viele enge Kontakte, insbesondere Sexualkontakte mit wechselnden Partner:innen?

Wenn dies auf Sie zutrifft:

  • Vermeiden Sie strikt weitere enge Kontakte.
  • Wenden Sie sich zur Abklärung an Ihre:n Hausärzt:in oder Dermatolog:in.
  • Kündigen Sie Ihren Besuch dort telefonisch an und stimmen Sie sich mit der medizinischen Einrichtung ab.

Fachinformationen

Die Therapie ist symptomatisch und supportiv, wobei das Verhindern von bakteriellen Superinfektionen hervorzuheben ist. Tecovirimat wurde 2022 in der EU auch zur Behandlung von Affenpocken zugelassen. Es kann als Therapieoption insbesondere für immunsupprimierte Personen erwogen werden. (Tecovirimat wurde zur Behandlung von Orthopockenvirus-Infektionen entwickelt.)

Weitere Informationen

Letzte Aktualisierung: 21. Juni 2022