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Unerwünschte Wirkungen Kosmetika – unerwünschte und ernste unerwünschte Wirkungen

Tagtäglich verwenden Verbraucherinnen und Verbraucher eine Vielzahl an kosmetischen Mitteln mit einer unterschiedlich großen Anzahl an Inhaltsstoffen. Angefangen von Produkten zur Pflege der Haut bis hin zur dekorativen Kosmetik – allein am Morgen können dies bis zu 10 Produkte sein. Viele davon werden jahrelang problemlos verwendet. Doch geänderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Umwelteinflüsse oder Rezepturänderungen können,  trotz normaler oder vernünftigerweise vorhersehbarer Anwendung, eine unerwünschte Reaktion bzw. Wirkung der Haut hervorrufen.

Was ist eine unerwünschte Wirkung?

Bei Auftreten einer unerwünschten Wirkung durch ein kosmetisches Mittel handelt es sich zumeist um eine individuelle allergische Kontaktreaktion. Vorwiegend gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen, auf die der menschliche Körper normalerweise nicht reagiert.

Die Ursachen für eine allergische Reaktion können sehr vielfältig sein. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Auslöser synthetisch hergestellt wurde oder aus der Natur stammt, wie zum Beispiel Pflanzen, Wasch-und Reinigungsmittel, Gummihandschuhe oder kosmetische Mittel. Die Antwort des menschlichen Körpers ist immer die gleiche.

Bei Kontakt des allergieauslösenden Stoffes (Allergen) mit der Haut, versucht das körpereigene Abwehrsystem diesen mit einer überschießenden Immunantwort abzuwehren. Die Reaktion zeigt sich in Form von Juckreiz, tränenden Augen, Schnupfen, Hautschwellung und -rötung, Bläschen oder Asthma, entweder sofort oder mit Verzögerung - meist Tage oder Wochen später. Bleibt eine erstmalige Reaktion unbehandelt, kann dies bei wiederholtem Kontakt eine ernste Reaktion hervorrufen.

Welche gesetzlichen Bestimmungen gibt es für unerwünschte Wirkungen?

Alle auf dem österreichischen und europäischen Markt befindlichen kosmetischen Mittel unterliegen der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Die verantwortliche Person des kosmetischen Mittels ist für die Sicherheit des Produktes verantwortlich. Treten unerwünschte Wirkungen auf, so wird gem. Art. 2 der Kosmetikverordnung wie folgt unterschieden:

  • Unerwünschte Wirkung: eine negative Auswirkung auf die menschliche Gesundheit, die auf den normalen oder vernünftigerweise vorhersehbaren Gebrauch eines kosmetischen Mittels zurückführbar ist.
  • Ernste unerwünschte Wirkung: eine unerwünschte Wirkung, die zu vorübergehender oder dauerhafter Funktionseinschränkung, Behinderung, einem Krankenhausaufenthalt, angeborenen Anomalien, unmittelbarer Lebensgefahr oder zum Tod führt.

Bekommt der Hersteller, die verantwortliche Person oder der Händler Kenntnis von einer ernsten unerwünschten Wirkung, so sie laut Art. 23 der Kosmetikverordnung gesetzlich dazu verpflichtet, diese Information an die zuständige Behörde zu melden.

Können auch Produkte, die der Kosmetikverordnung entsprechen, unerwünschte Wirkungen auslösen?

Alle auf dem Markt befindlichen kosmetischen Mittel müssen bei normaler oder vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung für die menschliche Gesundheit sicher sein und den Anforderungen der Kosmetikverordnung entsprechen.

Ist ein kosmetisches Mittel die Ursache für eine unerwünschte Wirkung, muss dies nicht zwangläufig bedeuten, dass das Produkt nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Der Auslöser für eine unerwünschte Wirkung ist in der Regel eine individuelle Unverträglichkeit, die sich zumeist in Form einer allergischen Reaktion zeigt.

Ein nicht rechtskonformes Kosmetikum wäre zum Beispiel, wenn wichtige Kennzeichnungselemente fehlen oder das Produkt einen nicht erlaubten Inhaltsstoff beinhaltet. In diesem Fall ist der Hersteller bzw. die verantwortliche Person in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden verpflichtet, die notwendigen Maßnahmen zu treffen um den rechtskonformen Zustand wieder herzustellen oder die Verbraucherinnen und Verbraucher mittels Produktrückruf, Rücknahme oder öffentliche Warnung im europäischen Schnellwarnsystem (RAPEX) vor dem betreffenden Produkt zu  schützen.

Ich habe eine unerwünschte Wirkung – was kann ich als Verbraucherin und Verbraucher tun?

Da viele unerwünschte Wirkungen in der Regel mild und vollständig reversibel verlaufen, werden sie leider oft anhand Selbstdiagnose und Selbstmedikation behandelt, ohne diese abklären zu lassen. Erst bei wiederholtem oder permanentem Auftreten der Unverträglichkeitsreaktion besteht die Bereitschaft, dem möglichen Verursacher auf den Grund zu gehen.

Die wichtigste Regel lautet: Kontakt mit dem entsprechenden Allergen meiden!

Wenden Sie sich an Ihre Hautärztin bzw. Hautarzt, Allergologin und Allergologen, denn nur diese können abklären, ob eine Kontaktallergie vorliegt und welche Substanz der Allergieauslöser ist. Nehmen Sie das "verdächtige" Produkt/die "verdächtigen" Produkte mit, die Sie als Auslöser vermuten, auch wenn der Behälter bereits leer ist. Auf dem Behälter stehen wichtige Informationen, wie zum Beispiel Produkthersteller, Produktname, Produktart, Produktcode oder Liste der Inhaltsstoffe, die der Aufklärung dienen können. Oftmals führt erst ein durchgeführter diagnostischer Patch-Test zur Identifizierung des Allergens. Ist das Allergen erst einmal bekannt, kann ein weiterer Kontakt mit dem Allergen vermieden werden (Allergiepass!).

Warum soll ich als Verbraucherin oder Verbraucher eine unerwünschte Wirkung melden?

Jede gemeldete unerwünschte Wirkung ist für Ärztinnen und Ärzte, Behörden sowie Hersteller von großem Wert und dient letztendlich der Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Hersteller, verantwortliche Person, Importeure und Händler sind gesetzlich dazu verpflichtet, bei Kenntnis einer ernsten unerwünschten Wirkung diese an die zuständige Behörde zu melden. Jede Meldung einer ernsten unerwünschten Wirkung die österreich- und europaweit auftritt, wird überprüft, eingestuft und bewertet. Durch den Austausch der Meldungen zwischen den Behörden der Mitgliedstaaten können so Mehrfachmeldungen, die auf ein bestimmtes Produkt oder Substanzen zurückzuführen sind, rechtzeitig erkannt und Maßnahmen eingeleitet werden.

Wie melde ich eine unerwünschte Wirkung?

Bei einer, durch ein kosmetisches Mittel verursachten (ernsten) unerwünschten Wirkung, informieren Sie den Hersteller, die verantwortliche Person oder Händler. Denn diese sind gesetzlich dazu verpflichtet, ernste unerwünschte Wirkungen an die zuständige Behörde zu melden, sobald Sie Kenntnis davon erlangen.

Verbraucherinnen und Verbraucher oder Ärztinnen und Ärzte haben die Möglichkeit, ernste unerwünschte Wirkungen auch direkt an die zuständige Lebensmittelaufsichts-behörde ihres Bundeslandes zu melden.

Hierbei sind alle Informationen, die in Zusammenhang mit dem Produkt stehen, wichtig und werden in einem, vom Bundesministerium für Arbeit, soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) bereitgestellten Mitteilungsformular festgehalten. Dies können Sie entweder selbstständig oder mit Hilfe der zuständigen Lebensmittelaufsichtsbehörde ausfüllen. Eine Fragenliste unterstützt Sie bei der Beantwortung der Fragen.

Wichtig! Bewahren Sie das in Frage kommende Originalprodukt auf!

Sowohl für die zuständige Lebensmittelaufsichtsbehörde als auch für den Hersteller oder Händler dient es für weitere Untersuchungen. Auch wenn der Behälter leer ist, können auf dem Etikett befindlichen Produktdaten für die Abklärung wichtig sind.

Broschüre: „Meine Haut spielt verrückt – Was tun bei Kontaktallergien?“

Die Broschüre: "Meine Haut spielt verrückt - Was tun bei Kontaktallergien?"  informiert darüber, wie allergische Reaktionen zustande kommen, und bietet Verhaltensempfehlungen, um unerwünschte Wirkungen kosmetischer Mittel vorzubeugen. Zusätzlich finden Sie Kontaktadressen, für den Fall, dass Ihre Haut "verrückt spielt".

 

Weitere Informationen zu unerwünschten Wirkungen

Fragenliste unerwünschte Wirkungen durch Kosmetika

Kontaktstellen für die Meldung von unerwünschten Wirkungen

Meldeformular für ernste unerwünschte Wirkungen durch kosmetische Mittel

Broschüre: "Meine Haut spielt verrückt - Was tun bei Kontaktallergien?"

Informationsbroschüre "Epikutantestung mit Kosmetika & Inhaltsstoffen"
Diese Broschüre richtet sich in erster Linie an Fachärztinnen und Fachärzte und gibt Auskunft darüber wie Unverträglichkeiten bei kosmetischen Produkten am schnellsten identifiziert werden können und welche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei Behörden und Unternehmen zuständig sind.

Informationsbroschüre "Epikutantestung mit Kosmetika & Inhaltsstoffen"

Linktipps für kosmetische Mittel

Inhaltlicher Stand: 31.10.2019