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Gewaltprävention: Mann spricht’s an!

Ein junger Mann sitzt vor einer Hochhauskulisse. Text im Vordergrund: "Checkst du, wie oag du über deine Freundin redest?"

Gewalt verhindern: Von der Haltung zur Handlung

Gewalt geht meist von Männern aus. Angesichts der hohen Zahl an Frauenmorden in Österreich tritt das Thema Männergewalt in den Vordergrund. Jeder einzelne Fall macht fassungslos und es taucht die Frage auf: Wie konnte es so weit kommen? Ein Femizid, wie der Mord an einer Frau genannt wird, ist oft der Schlusspunkt einer Entwicklung, die sich zum Teil schon Jahre zuvor abgezeichnet hat. Familie, Freund:innen, Nachbar:innen oder Arbeitskolleg:innen haben vielleicht Grenzüberschreitungen miterlebt und das Gespräch gesucht. Oft finden Gewalt, Demütigung oder Belästigung aber im Verborgenen statt, ohne dass es von Außenstehenden wahrgenommen wird. Je früher das persönliche Umfeld eines Täters reagiert, umso besser lässt sich Gewalt verhindern. Oft reicht ein richtiges Wort zur richtigen Zeit, nach dem Motto: #sagwas und verhindere Gewalt.

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Szene 1

Was wir sehen: Mann #1 steht im Aufzug und wartet, dass die Tür zugeht. Er bemerkt laute Stimmen aus einer Wohnung. Er schaut aus der offenen Aufzugstür.

Was wir hören: Ein Mann schreit jemanden an. Die Stimme ist durch eine Wohnungstür gedämpft.

Der Sprecher sagt: "Sag, was machst du, wenn der Nachbar wieder rumschreit?"

Szene 2

Was wir sehen: Mann #2 sitzt im Büro und arbeitet am Computer. Er schaut vom Bildschirm weg, weil er etwas bemerkt hat.

Was wir hören: Hintergrundmusik wird eingeblendet. Jemand tippt auf einer Tastatur. Ein Telefon läutet.

Der Sprecher sagt: "Wenn der Kollege eine Mitarbeiterin belästigt?"

Szene 3

Was wir sehen: Mann #3 sitzt draußen in der Stadt. Er sitzt gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden und Freundinnen. Drei Freunde klatschen mit einander ein.

Was wir hören: Die Hintergrundmusik geht weiter. Drei Freunde klatschen mit einander ein und lachen.

Der Sprecher sagt: "Sag, was machst du, wenn er seine Freundin vor euch lächerlich macht?"

Szene 4

Was wir sehen: Mann #4 ist im Fitnesstudio. Er hält einen Medizinball aus Leder.

Was wir hören: Die Hintergrundmusik geht weiter. Jemand trainiert mit Gewichten, es macht ein metallisches Geräusch.

Der Sprecher sagt: "Wenn dein Kumpel eine Frau angrapscht?"

Zurück zu Szene 1

Was wir sehen: Man sieht jetzt die Wohnungstür. Die Aufzugstür geht langsam zu. Im letzten Moment hält Mann #1 die Tür mit der Hand auf.

Was wir hören: Die Hintergrundmüsik hört auf. Ein Mann schreit jemanden an. Die Stimme ist durch eine Wohnungstür gedämpft.

Der Sprecher sagt: "Sag, was machst du?"

Zurück zu Szene 2

Was wir sehen: Mann #2 steht von seinem Bürosessel auf.

Was wir hören: Hintergrundmusik wird eingeblendet.

Zurück zu Szene 3

Was wir sehen: Mann #3 steht von der Sitzgelegenheit auf.

Was wir hören: Die Hintergrundmusik geht weiter.

Zurück zu Szene 4

Was wir sehen: Mann #4 lässt den Medizinball fallen und geht los.

Was wir hören: Die Hintergrundmusik geht weiter.

Zurück zu Szene 1

Was wir sehen: Mann #1 steht vor der Wohnungstür und klopft an. Ein Schiftzug wird eingeblendet: "#sagwas und verhindere Gewalt."

Was wir hören: Die Hintergrundmusik geht weiter. Mann #1 klopft an der Tür.

Der Sprecher sagt: "Sag was. Und verhindere Gewalt."

Einblendung

Was wir sehen: Der Hintergrund ist schwarz. In einer Sprechblase steht: "Mann spricht's an." Darunter steht: "Beratungsangebote und Infos zur Gewaltprävention: mannsprichtsan.at"

Was wir hören: Die Hintergrundmusik hört auf.

Der Sprecher sagt: "Beratungsangebote und Infos zur Gewaltprävention findest du auf mannsprichtsan.at."

Zurück zu Szene 1

Was wir sehen: Mann #1 steht vor der Wohnungstür. Die Tür geht auf. Das Licht aus der Wohnung scheint auf Mann #1.

Was wir hören: Die Hintergrundmusik fängt wieder an.

Gewalt gegen Frauen: ein alltägliches Phänomen

Laut einer EU-weiten Erhebung zu Gewalt gegen Frauen ist 1 von 5 Frauen im Laufe ihres Lebens von Gewalt betroffen und 1 von 3 Frauen hat in ihrem Leben bereits sexuelle Belästigung erlebt. Rund 90 Prozent der Verurteilten bei Gewaltverbrechen sind laut Statistik Austria in Österreich Männer. Bei sexualisierter Gewalt beträgt die Täterquote unter Männern sogar 98 Prozent. 2020 wurden 11.495 Betretungs- und Annäherungsverbote von der Polizei verhängt. Die Statistik spricht also eine eindeutige Sprache und zeigt auf, wo zur Problemlösung angesetzt werden muss.

Maßnahmen setzen: Ausbau der Männerberatung

Das Sozialministerium setzt gezielte Maßnahmen, um Männer direkt anzusprechen und so für das Thema männliche Gewalt zu sensibilisieren.

Durch verschiedene Projekte und einen Maßnahmen-Mix werden gezielt Männer angesprochen, die Zeugen männlicher Gewalt sind und durch aktives Einschreiten Gewalt verhindern können. Das Sozialministerium stellt zudem zusätzliche Mittel für die Arbeit mit (potentiellen) Tätern bereit, um ein niederschwelliges, flächendeckendes Beratungsangebot zu gewährleisten. 

In allen Bundesländern wird die gewaltpräventive Männerberatung der österreichischen Männerberatungsstellen weiter ausgebaut. Das Angebot soll Männer niederschwellig und frühzeitig erreichen, um eskalierende Konflikte, gewalttätige Entwicklungen und fremd- sowie selbstgefährdendes Verhalten zu verhindern. Mit den eingesetzten Mitteln werden 12.000 zusätzliche Beratungsstunden für Männer in Österreich ermöglicht.

Der Ausbau von Männerberatungsangeboten trägt nachhaltig zur Gewaltprävention bei und ist ein entscheidender Baustein für den Schutz betroffener Frauen und Kinder. 

Alle Organisationen des Dachverbands für Männer-, Burschen- und Väterarbeit in Österreich im Überblick

Ansprechen, Aufzeigen, Hilfe anbieten: Gewaltprävention fördern

Besonders Männer sollen dazu ermutigt werden, Gewalt aufzuzeigen, bei Gewalthandlungen einzuschreiten und Hilfe anzubieten – oft kann Gewalt dadurch schon früh verhindert oder bekämpft werden. Sie können damit einen aktiven Beitrag zum Opferschutz und zur Gewaltprävention leisten. Wenn sich betroffene Männer rechtzeitig Hilfe holen, werden sie erst gar nicht zu Tätern. Niederschwellige, flächendeckende Beratungsangebote sind dafür die Grundlage.

Die Maßnahmen zur Gewaltprävention und Täterarbeit stellen ein zusätzliches Angebot zum Opferschutz und zu Frauenförderungsmaßnahmen dar. Das Sozialministerium steht in ständigem Austausch mit Frauenberatungsstellen und Opferschutzeinrichtungen, um Frauen und Kinder bestmöglich zu schützen.

Ein junger Mann steht im Fitnesscenter. Text im Vordergrund: "Hey, es stresst so, wie du Frauen anmachst?"

Nachbarschaftsprojekt StoP: Stadtteile ohne Partnergewalt

Das Projekt StoP verfolgt das Ziel, die Nachbarschaft in die Gewaltprävention einzubinden und für Partnergewalt zu sensibilisieren. Nachbar:innen können Gewalt verhindern, indem sie einschreiten, wenn sie Bedrohungssituationen wahrnehmen. Das Projekt fördert den Erwerb der notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse zum Einschreiten bei Gewalt im nachbarschaftlichen Umfeld. Menschen lernen, Verantwortung innerhalb der Gemeinschaft zu übernehmen und Zivilcourage zu zeigen.

Mehr Infos auf: stop-partnergewalt.org

Boys' Day: Gewaltprävention beginnt in der Schule

Geschlechtssensible Buben- und Burschenarbeit ist für die Prävention männlicher Gewalt essenziell. Es geht darum, Rollenklischees und Stereotypen aufzubrechen, Kinder und Jugendliche über gewaltfreie Konfliktlösung aufzuklären und ihnen beizubringen, eigene Grenzen zu setzen.

Zum jährlichen Boys´ Day werden gendersensible Workshops für Schulklassen angeboten: Neben der Berufsorientierung stehen Themen wie Gewaltprävention und Rollenbilder am Plan. Wie Sie mit Ihrer Schulklasse an einem Workshop teilnehmen können, erfahren Sie von Ihrem Boys´ Day-Verantwortlichen in Ihrem Bundesland.

Mehr Infos auf: boysday.at

Mann spricht’s an – Mach mit!

Letzte Aktualisierung: 11. März 2022