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Abschrift: Anrechnung von Kindererziehungszeiten für die Alterspension

Es informiert: Ines Laske - Sektion Sozialversicherung

Auch wenn Kindererziehungszeiten im Versicherungsverlauf vorliegen, muss für einen Pensionsanspruch die gesetzlich geforderte Wartezeit durch eine bestimmte Mindestanzahl an Versicherungsmonaten erfüllt sein.

Für die Erfüllung der Wartezeit für eine Alterspension gibt es mehrere Varianten.

Die erste Variante sieht vor, dass innerhalb der letzten 30 Jahre vor dem Pensionsstichtag 15 Versicherungsjahre nachgewiesen werden. Kindererziehungszeiten werden also bei der Prüfung dieser Wartezeitvariante mitberücksichtigt, wenn sie in den letzten 30 Jahren vor dem Pensionsstichtag liegen.

Die zweite Variante ist die ewige Anwartschaft von insgesamt 25 Versicherungsjahren im Laufe des gesamten Lebens. Dabei werden also Kindererziehungszeiten voll mitberücksichtigt – und zwar unabhängig von ihrer zeitlichen Lage im Versicherungsverlauf.

Die dritte Variante ist die ewige Anwartschaft von 15 Beitragsjahren. Bei der Prüfung dieser Wartezeitvariante sind also jene Kindererziehungszeiten mit zu berücksichtigen, die Beitragszeiten darstellen. D.h. es können maximal 24 Monate bei Bezug von Kinderbetreuungsgeld ab 1.1.2002 und grundsätzlich die Kindererziehungszeiten ab dem Jahr 2005 dafür herangezogen werden. Davor liegende Kindererziehungszeiten stellen Ersatzzeiten dar und können bei dieser Variante nicht berücksichtigt werden.

Mit der Schaffung des Allgemeinen Pensionsgesetzes im Jahr 2005 wurde zudem eine neue Wartezeitvariante für die Alterspension eingeführt. Diese Wartezeitvariante ist grundsätzlich für alle ab 1.1.1955 geborene Personen nach dem Günstigkeitsprinzip zusätzlich zu prüfen.

Hier ist eine Mindestversicherungszeit von 180 Versicherungsmonaten erforderlich. Davon müssen aber 84 Monate – also 7 Jahre – auf Grund einer Erwerbstätigkeit erworben worden sein.

Zeiten einer Selbstversicherung für die Pflege eines behinderten Kindes, einer freiwilligen Versicherung bei Pflege eines nahen Angehörigen ab Pflegestufe 3, Zeiten der Familienhospizkarenz und Zeiten des Bezuges von aliquotem Pflegekarenzgeld bei Pflegeteilzeit gelten hier als Zeiten der Erwerbstätigkeit.

Bei jüngeren Personen, deren Versicherungsverlauf ab 2005 begonnen hat, wird nur mehr diese neue Wartezeitvariante nach dem Allgemeinen Pensionsgesetz geprüft.

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