Die Website des Österreichischen Sozialministeriums

Abschrift: Anrechnung von Kindererziehungszeiten - vertiefte Information

Es informiert: Mag. Christian Moser - Sektion Sozialversicherung

Als Kindererziehungszeiten angerechnet werden – wie schon gesagt – die ersten 48 Kalendermonate nach der Geburt eines Kindes, im Falle einer Mehrlingsgeburt die ersten 60 Kalendermonate nach der Geburt. Die Berücksichtigung als Kindererziehungszeit endet spätestens mit dem Kalendermonat, in dem das Kind das vierte Lebensjahr vollendet bzw. Mehrlinge das fünfte Lebensjahr vollenden. Erfolgt die Geburt eines weiteren Kindes innerhalb von diesen vier bzw. fünf Jahren, endet die Anrechnung und es beginnt die Kindererziehungszeit für das folgende Kind.

Dies bedeutet, dass überlappende Zeiträume der gemeinsamen Kindererziehung nicht doppelt als Versicherungszeiten in der Pensionsversicherung berücksichtigt werden.

 

Anspruch auf die Anrechnung der Kindererziehungszeit hat der Elternteil bzw. die Person, die das Kind tatsächlich und überwiegend erzogen hat. Die Kindererziehungszeit von maximal vier Jahren (bzw. max. fünf Jahren bei Mehrlingen) kann auf die Eltern aufgeteilt werden, wenn dies den tatsächlichen Gegebenheiten bei der Erziehung des Kindes entspricht; für einen bestimmten Kalendermonat kann jedoch immer nur eine Person die Kindererziehungszeit beanspruchen.

Die tatsächliche und überwiegende Erziehung wird nach den gesetzlichen Vorgaben bei dem Elternteil vermutet, der im maßgeblichen Zeitraum Kinderbetreuungsgeld, Karenzurlaubsgeld, Sondernotstandshilfe oder eine Leistung nach dem Betriebshilfegesetz bezogen hat oder im Gegensatz zum anderen Elternteil nicht der Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung unterlag. In diesem Fall kann der Elternteil, der pflichtversichert war, die Vermutung widerlegen.

Wenn z.B. beide Elternteile erwerbstätig sind, wird vermutet, dass die Mutter das Kind erzogen hat. Diese Vermutung ist jedoch durch den Kindesvater widerlegbar.

Wie und inwiefern sich die Kindererziehungszeiten auf die konkrete Pensionsleistung auswirken, kann Ihnen ausschließlich der zuständige Pensionsversicherungsträger mitteilen, zumal nur dort der persönliche Versicherungsverlauf EDV-mäßig „abrufbar“ ist.

nach oben