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Abschrift: Häufigkeit

Es informiert Mag.a Julia Steurer, Expertin für psychische und physische Belastungen am Arbeitsplatz

 

Es gibt keine zeitlichen Abstände, wann ein Arbeitsplatz erneut evaluiert werden muss. Für die Überprüfung und ggf. Anpassung der bereits bestehenden Arbeitsplatzevaluierung sind im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz Anlassfälle genannt.

Signalcharakter haben oft auch auffällige Verhaltensveränderungen wie beispielsweise, Vorkommen von sogenannten «dummen Unfällen» und Missgeschicken, aber auch mangelndes Interesse an Weiterbildung oder sozialen Anlässen des Betriebes, manchmal merkt man auch dass die Stimmung sich verändert und der Umgangston gereizt, empfindlich, aggressiv und/oder nervös wird, ebenso wie eine Neigung zu Sarkasmus und Zynismus der Beschäftigten.

 Wichtig ist es, dass es im Unternehmen ein System gibt, also eine Möglichkeit mit der rechtzeitig erkannt werden kann, dass die Arbeitsbedingungen erneut geprüft und ggf. angepasst wird, um zu vermeiden dass es zu ersten ungünstigen Folgen für den Betrieb und die Beschäftigten kommt, wie beispielsweise solche, die ich gerade angeführt habe.

Der Gesetzgeber sieht daher vor, dass nach konkreten, im Gesetz genannten Anlassfällen, die Arbeitsplatzevaluierung erneut überprüft und ggf. angepasst. Solche Anlassfälle können in der Praxis z.B. betrieblichen Veränderungen, wie Umstrukturierung, Umstellung auf Alleinarbeitsplätzen, hohen Krankenständen, Unfällen im Arbeitsbereich, Arbeitszeitüberschreitungen, aber auch plötzlich auftretenden psychisch Belastungen wie Überfällen, Übergriffen durch Patient/innen oder Kund/innen darstellen.  
Wer genau nachlesen möchte, findet das in § 4 Absatz 5 des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes, sowie auf der Website der Arbeitsinspektion.

 

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