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Abschrift: Umsetzung

Es informiert: Mag.a. Julia Steurer - Expertin für psychische und physische Belastungen am Arbeitsplatz

Die Arbeitsplatzevaluierung ist im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz in den § 4,5 und 7 geregelt. Hierbei handelt es sich um einen geplanten und organisierten Prozess aus Ermittlung, Beurteilung, also der Prüfung ob bzw bei welchen Arbeitsbedingungen Handlungsbedarf besteht und Festlegung notwendiger Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

 

Eine gut umgesetzte Arbeitsplatzevaluierung stellt eine win-win-Situation dar.

Arbeitgeber/innen, die auch für die wirkungsvolle Umsetzung verantwortlich sind, haben mit der Arbeitsplatzevaluierung eine gutes Instrument Bedingungen zu verändern, die immer wieder stören, Zeit und Geld kosten, ärgern, aufhalten und schützen damit zugleich die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten.

 

Einer großen Bedeutung kommt hierbei der Planung des Prozesses zu, in der man sich überlegt, welche Vorgehensweise denn passend ist um Gefahren zu erkennen, wer wie dabei beteiligt wird, wie Mitarbeiter/innen gut informiert werden, wo man überhaupt anfängt usw.

Im Betrieb muss bevor gemessen und Maßnahmen umgesetzt werden, oft auch mit Ängsten oder Unsicherheiten der Beschäftigten umgegangen werden und Aufklärungsarbeit geleistet werden, damit auch den Beschäftigen klar ist, worum es geht, warum sie also bald befragt oder beobachtet werden und warum sich daher ggf. auch ihre Arbeitsbedingungen verändern. Haben sie nämlich Ängste oder Unwissenheit, kann nicht gut an der Umsetzung der Arbeitsplatzevaluierung gearbeitet werden.

 

Wichtig ist auch, dass Mitarbeiter/innen wissen an wen sie sich mit Fragen zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz inkl. dem Stand der Evaluierung wenden können, also wenn es Arbeitsmediziner/in, Sicherheitsfachkraft, Betriebsrat, Sicherheitsvertrauensperson, Behindertenvertrauens, Jugendvertrauenspersonen gibt, wer diese sind.

 

Erkennt man in der Umsetzung dann Arbeitsbedingungen, die kritisch für Sicherheit und Gesundheit  der Arbeitnehmer/innen sind, werden Maßnahme geplant und am Arbeitsplatz umgesetzt, so dass Arbeitnehmer/innen auch eine tatsächliche Verbesserung ihrer Arbeit erleben. Das ist ganz wichtig, dass die Maßnahme auch ankommt, sonst kann sie nicht wirken. Die Maßnahmenplanung und Umsetzung  sind daher verständlicherweise auch der größte Anteil am Gesamten.

Es müssen aber nicht immer Maßnahmen gesetzt werden, stellt man bei der Ermittlung und Beurteilung, also der Messung der Arbeitsbedingungen fest, dass eh alles passt, braucht auch nichts geändert zu werden.

 

Spezielle finanzielle Förderungen gibt es für die Umsetzung von Arbeitnehmer/innenschutz nicht. Für Betriebe unter 50 Arbeitnehmer/innen bietet die AUVA jedoch kostenfreie Beratungen über AUVAsicher an, die Arbeitgeber/innen dabei unterstützen

 

Betriebe über 50 Arbeitnehmer/innen können auch die Präventivzeit dafür nutzen.
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