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Abschrift: Feststellung der Pflegebedürftigkeit - Ausmaß des Pflegebedarfs

Pflegebedürftigkeit bedeutet, dass ein ständiger Betreuungs- und Hilfsbedarf wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung bzw. wegen einer Sinnesbehinderung vorliegt. Dieser Hilfsbedarf muss voraussichtlich für mindestens 6 Monate bestehen.

Maßgeblich für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit ist die sogenannte Einstufungsverordnung. In der Einstufungsverordnung werden für bestimmte Tätigkeiten bestimmte Zeitwerte als Richt- bzw. Mindestwerte festgelegt.

Man unterscheidet hierbei zwischen Betreuungsmaßnahmen und Hilfsmaßnahmen.

Betreuungsmaßnahmen sind beispielsweise Hilfe beim An- und Auskleiden wofür ein Pflegebedarf von 20 Stunden im Monat festgelegt wird.

Hilfe bei der Einnahme von Medikamenten bedeutet einen Pflegebedarf von 3 Stunden im Monat.

Hilfe bei der täglichen Körperpflege 25 Stunden im Monat und Hilfe bei der Zubereitung von Mahlzeiten sowie bei der Einnahme von Mahlzeiten jeweils mindestens 30 Stunden im Monat.

Wenn der tatsächlich bestehende Pflegebedarf von diesen Richt- bzw. Mindestwerten abweicht so ist bei der Begutachtung darauf Rücksicht zu nehmen. Diesbezüglich ist es auch wichtig, dass bei der Begutachtung eine Vertrauensperson anwesend sein darf und die Auskünfte dieser Vertrauensperson bzw. eine allfällige Pflegedokumentation bei der Einstufung berücksichtigt werden muss.

Wenn man bei Hilfsmaßnahmen Unterstützung benötigt dann bedeutet das ein Fixwert von je 10 Stunden im Monat pro Hilfsmaßnahme.

Hilfsmaßnahmen sind beispielsweise Herbeischaffung von Nahrungsmitteln, Reinigung der Wohnung, Pflege der Leib- und Bettwäsche, Beheizung des Wohnraums und die Mobilitätshilfe im weiteren Sinn damit sind also Hilfe für Wege außerhalb der Wohnung wie beispielsweise Arztbesuche gemeint.

Bei Kindern bis zum vollendeten 15. Lebensjahr kann allein für die Mobilitätshilfe im weiteren Sinn bis zu 50 Stunden Pflegebedarf festgestellt werden.

Der Pflegebedarf der sich so bei den einzelnen Tätigkeiten errechnet wird addiert und ergibt in Summe den monatlichen Pflegebedarf und somit Pflegegeldstufe.

Es informiert: Mag. Alexander Miklautz, Referent für Pflegevorsorge im Sozialministerium

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