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Abschrift: Funktionsweise des österreichischen Pensionssystems

Es informiert: Michael Reingruber - Sektion Sozialversicherung

Mit dem neuen Pensionskonto, welches für alle versicherten Personen gilt, die nach 1954 geboren wurden, wurde die gesetzliche Pensionsversicherung in Österreich einheitlicher und verständlicher gestaltet.

Alle Versicherten und deren Dienstgeber zahlen einen einheitlichen Beitragssatz von 22,8 % ihres Bruttoeinkommens. Für diese Beiträge werden auf dem persönlichen Pensionskonto jährlich 1,78 % des Bruttoeinkommens gutgeschrieben und bis zum Pensionszeitpunkt aufgewertet. Das heißt, sie werden mit dem Prozentsatz des Lohnwachstums verzinst.

Somit zahlen Versicherte mit hohen Einkommen hohe Pensionsbeiträge in das Pensionssystem und Versicherte mit niedrigen Einkommen geringere Beiträge. Die spätere Pensionshöhe beruht auf diesen individuell geleisteten Beiträgen.

Nach der Aktivphase im Erwerbsleben folgt der Leistungsbezug aus der Pensionsversicherung. Erstmalig im zweiten Jahr des Pensionsbezugs wird die Pension angepasst. Das heißt, sie wird mit der Inflations- oder Teuerungsrate, wie sie das statistische Amt der Republik Österreich festgestellt hat, auf den aktuellen Stand gebracht.

Der zuständige Sozialminister kann diesem offiziell festgestellten Wert folgen und die Pensionserhöhung verordnen. Per Gesetz kann jedoch eine andere Pensionsanpassung festgelegt werden.

Die Folge davon bedeutet vereinfacht ausgedrückt: Wer vor einem Jahr für einen Liter Milch ein Tausendstel seiner Pension ausgeben musste, muss das nun genauso tun. Wer aufgrund seiner Pensionshöhe nur ein Zweitausendstel ausgeben musste, muss weiterhin nur ein Zweitausendstel ausgeben.

Gerechtigkeit im Pensionssystem bedeutet, dass die individuellen Einkommensverläufe und somit die Beitragsleistung Auswirkungen auf die spätere Pensionshöhe hat. Ein einmal erreichter Lebensstandard durch die Pensionsleistung darf nicht leichtfertig und ohne schwerwiegenden Grund verändert werden. Darauf müssen sich alle Beitragszahlenden verlassen können. Dies wird durch das Äquivalenzprinzip zum Ausdruck gebracht.

Die andere Seite der Gerechtigkeit sind garantierte Mindeststandards. Für versicherte Personen deren Pensionsleistung ein Mindestmaß unterschreitet existiert die Ausgleichszulage, welche eine Mindestpensionshöhe festschreibt und drohende Armut wirksam verhindert. Dies ist Ausdruck des Solidaritätsprinzips in der Pensionsversicherung.

Beide erwähnten Prinzipien wurden mit der Einführung der erhöhten Ausgleichszulage von EUR 1.000 nach 30 Jahren Beitragsleistung zum 1.1.2017 bzw. 1.022  Euro zum 1.1.2018 nochmals gestärkt.

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