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Abschrift: Kompetenzzentrum Begutachtung und Gesundheitsstraße

Es informiert: Ines Laske - Sektion Sozialversicherung im Sozialministerium

Im Zuge des Sozialrechtsänderungsgesetzes 2012 wurde bei der Pensionsversicherungsanstalt für unselbständig Beschäftigte sowie für den Bereich der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und der Sozialversicherungsanstalt der Bauern jeweils ein „Kompetenzzentrum Begutachtung“ als einheitliche Begutachtungsstelle eingerichtet. Im Kompetenzzentrum werden medizinische als auch berufskundliche und arbeitsmarktbezogene Gutachten erstellt. Bei Bedarf ist im Bereich des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes auch ein sachkundiger Vertreter oder eine Vertreterin des Arbeitsmarktservice beizuziehen bzw. werden auch externe Stellen wie z.B. das Berufliche Bildungs- und Rehabilitationszentrum befasst. Die entsprechenden Bescheide sind für das Arbeitsmarktservice und die Pensionsversicherungsanstalt gleichermaßen bindend.

Der Ablauf erfolgt folgendermaßen: Im Kompetenzzentrum Begutachtung bekommt der medizinische Dienst anlässlich des Pensionsantrages den Auftrag, Invalidität, Berufsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit zu prüfen bzw. ob Berufsschutz vorliegt. Im nächsten Schritt werden die bei den Krankenkassen eingesetzten Case-Manager tätig, welche die Leistungsbezieher im Genesungsprozess unterstützen und begleiten. Nach einer Bedarfserhebung wird ein individueller Versorgungsplan erstellt und die im Einzelfall notwendigen und zweckmäßigen medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen gewährt.

Sämtliche Maßnahmen sollen eine Besserung des Gesundheitszustandes bzw. die Wiedereingliederung der betroffenen Person in das Berufsleben bewirken.

Ergibt die medizinische Untersuchung, dass die Invalidität oder die Berufsunfähigkeit vorübergehend mindestens sechs Monate dauern wird, dann wird für Versicherte, die ab 1.1.1964 geboren sind, statt einer befristeten Invaliditätspension ein Rehabilitationsgeld von der Krankenkasse oder Umschulungsgeld vom Arbeitsmarktservice ausbezahlt. Längstens ein Jahr nach Zuerkennung des Rehabgeldes oder der letzten Begutachtung erfolgt eine Überprüfung des weiteren Vorliegens der vorübergehenden Invalidität.

Gesundheitsstraße

Das Arbeitsmarktservice lädt Kunden und Kundinnen ein, bei denen Zweifel an der Arbeitsfähigkeit besteht, einen Untersuchungstermin bei der Pensionsversicherungsanstalt wahrzunehmen. Diese Einladung ist verbindlich. Nach einer umfassenden Untersuchung in der Gesundheitsstraße werden die Gutachten seitens der Pensionsversicherungsanstalt dem Arbeitsmarktservice zur Verfügung gestellt. Diese Gutachten schätzen ein, inwieweit eine Person arbeitsfähig ist, welchen Anforderungen sie gewachsen ist und beinhalten Empfehlungen zur Rehabilitation.

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