Die Website des Österreichischen Sozialministeriums

Arbeit und Migration

Während Arbeitskräfte aus den EU-Mitgliedstaaten Niederlassungsfreiheit und Arbeitnehmerfreizügigkeit (Ausnahme: Kroatien) in Österreich haben, wird der auf Dauer ausgerichtete Arbeitsmarktzugang und die Beschäftigung von Arbeitskräften aus Drittstaaten  über das Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG) und die korrespondierenden aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen im Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG) und Fremdenpolizeigesetz 2005 (FPG) gesteuert.

Dazu wurde 2011 ein nach personenbezogenen und arbeitsmarktpolitischen Kriterien gesteuertes Zulassungssystem geschaffen, mit dem qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten (und ihre Familienangehörigen) über eine Rot-Weiß-Rot Karte zu einer Beschäftigung zugelassen werden.

Das Rot-Weiß-Rot-Karten-System, das eine genauere Prüfung arbeitsmarktpolitischer Zulassungskriterien ermöglicht als das frühere über Quoten gesteuerte Zulassungssystem, hat sich bewährt. Wichtige arbeitsmarktpolitische Kriterien, wie Qualifikation, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und Alter, können nach einem klar vorgegebenen Punktesystem bewertet werden.

Sonderregelungen bestehen für die Entsendung von Arbeitskräften nach Österreich und die befristete Beschäftigung von Arbeitskräften in den Saisonbranchen Tourismus und Land- und Forstwirtschaft, die unter anderem auch sicherstellen, dass diese Arbeitskräfte zu österreichischen Lohn- und Arbeitsbedingungen beschäftigt werden.

Kriteriengeleitete Zuwanderung: Rot-Weiß-Rot-Karte

Qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten sowie ihre Familienangehörige können sich mit der Rot-Weiß-Rot-Karte dauerhaft in Österreich niederlassen und hier arbeiten. Die Zulassung erfolgt über ein Punktesystem.

Die wichtigsten Kriterien für den Erhalt einer Rot-Weiß-Rot-Karte sind:

  • Qualifikation
  • Berufserfahrung
  • Sprachkenntnisse
  • Alter
  • ein adäquates Arbeitsplatzangebot und 
  • eine entsprechende Entlohnung.

Folgende Personengruppen können eine Rot-Weiß-Rot-Karte erhalten: besonders Hochqualifizierte, Fachkräfte in Mangelberufen, sonstige Schlüsselkräfte und Studienabsolventen.

Die Rot-Weiß-Rot-Karte wird zunächst für zwölf Monate ausgestellt und berechtigt zur Niederlassung und zur Beschäftigung bei einem bestimmten Arbeitgeber.

Nähere Informationen und Antragsformulare stellt die österreichische Migrationsplattform zur Verfügung.

„Rot-Weiß-Rot-Karte plus“ und „Daueraufenthalt EU“

Die Rot-Weiß-Rot-Karte plus berechtigt zur Niederlassung und zum unbeschränkten Arbeitsmarktzugang.

Wer innerhalb von 12 Monaten bereits 10 Monate lang mit RWR-Karte beschäftigt war, kann eine Rot-Weiß-Rot-Karte plus beantragen.

Fach- und Schlüsselkräfte mit RWR-Karte können ihre Familienangehörigen nachholen. Diese erhalten sofort eine Rot-Weiß-Rot-Karte plus und unbeschränkten Arbeitsmarktzugang in Österreich.

Wer bereits seit fünf Jahren in Österreich niedergelassen ist, kann einen Aufenthaltstitel „Daueraufenthalt EU" beantragen. Dieser berechtigt zur unbefristeten Niederlassung mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang. Für den Aufenthaltstitel sind fortgeschrittene Deutschkenntnisse (B1-Niveau) erforderlich.

Nähere Informationen zum „Daueraufenthalt EU" bietet die österreichische Migrationsplattform.  

Anerkennung von Qualifikationen

Für ausländische Arbeitskräfte kann die Anerkennung von beruflichen Qualifikationen eine wichtige Rolle für den Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt spielen. 

Zur Unterstützung im Anerkennungs- und Bewertungsprozess wurden in Wien, Linz, Graz und Innsbruck Anlaufstellen eingerichtet. Zusätzlich finden in Feldkirch, St. Pölten, Wr. Neustadt, Klagenfurt und Salzburg wöchentlich Beratungstage statt.

Die Anlaufstellen bieten in Österreich wohnhaften Personen kostenlose Anerkennungsberatungen in mehreren Sprachen an.

 
nach oben