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Arbeitskräfteüberlassung

Arbeitskräfteüberlassung, auch Personalbereitstellung oder Personalleasing genannt, bedeutet, dass ein Arbeitgeber, der Überlasser, seine Arbeitskräfte einem anderen Arbeitgeber, dem Beschäftiger, zur Verfügung stellt, damit sie eine gewisse Arbeitsleistung erbringen.

Zum Schutz der überlassenen Arbeitskräfte gibt es das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz. Darin ist festgelegt, dass Vereinbarungen, die einen Nachteil für die Arbeitskräfte bedeuten, verboten sind. Das beschäftigende Unternehmen ist zur Fürsorge gegenüber den überlassenen Arbeitskräften verpflichtet und muss sie gleich wie die „Stammbelegschaft" behandeln.

Die Tätigkeiten der überlassenden und der beschäftigenden Unternehmen werden unter anderem durch die Gewerbebehörden, die Finanzbehörden, die Arbeitsinspektorate und die Sozialversicherungsträger überwacht. Werden gesetzliche Vorschriften verletzt, sind Verwaltungsstrafen (Verwaltungsstrafanzeige, Entziehung der Gewerbeberechtigung) vorgesehen.     

Entlohnung überlassener Arbeitskräfte

Richtwert für die Entlohnung sind die kollektivvertraglichen Bestimmungen für die Branche, in der das beschäftigende Unternehmen tätig ist. Das Arbeitszeitausmaß darf nicht wesentlich vom üblichen Zeitaufwand im beschäftigenden Unternehmen abweichen. Kann eine Arbeitskraft nicht im vereinbarten Ausmaß beschäftigt werden, so steht ihr dennoch das im Arbeitsvertrag vereinbarte Arbeitsentgelt zu. 

Arbeitsverträge für überlassene Arbeitskräfte

Die Mindestanforderungen an den zwischen überlassendem Unternehmen und überlassener Arbeitskraft zu vereinbarende Grundvertrag betreffend Entgelthöhe, Zahlungstermine, Urlaubsansprüche, Ausmaß und Art der zu erbringenden Arbeitsleistung, Einsatzgebiet, Kündigungsfristen etc. sind gesetzlich festgelegt. Der wesentliche Inhalt der Vereinbarung ist in einem an die Arbeitskraft auszuhändigenden Dienstzettel schriftlich festzuhalten.

Grenzüberschreitende Arbeitskräfteüberlassung

Die grenzüberschreitende Überlassung in andere oder aus anderen Staaten ist nur zulässig, wenn dafür ausnahmsweise eine Bewilligung erteilt wurde. Dies gilt jedoch nicht für die Schweiz und für Staaten, die der Europäischen Union (EU) und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehören. 

Arbeitskräfteüberlassung als Gewerbe

Die Ausübung des Gewerbes der Arbeitskräfteüberlassung ist als reglementiertes Gewerbe an einen Befähigungsnachweis gebunden. Die Erteilung der Gewerbeberechtigung erfolgt durch die nach dem Firmenstandort zuständige Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde). In das Verfahren sind die gesetzlichen Interessenvertretungen der ArbeitgeberInnen und der ArbeitnehmerInnen eingebunden.

 
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