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Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Ältere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen verfügen über viel Erfahrung und tragen substanziell zum österreichischen Wirtschaftswachstum und zur Produktivitätsentwicklung bei. Von der verstärkten Erwerbseinbindung aller Alters- und Bevölkerungsgruppen profitieren nicht nur die Beschäftigten selbst, sondern auch die Gesellschaft insgesamt.

Besonders für Ältere ist es aber häufig eine große Herausforderung einen Arbeitsplatz zu finden, und wenn sie ihre Beschäftigung verlieren, sind ältere Arbeitskräfte stark von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht. Speziell Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen über 50 waren in letzter Zeit vom Anstieg der Arbeitslosigkeit überproportional betroffen. Deshalb stehen älteren Arbeitsuchenden grundsätzlich alle Förderungen und Beihilfen des Arbeitsmarktservice (AMS) zur Verfügung. Im Jahr 2017 profitierten 87.800 Menschen über 50 Jahre von Förderungen des AMS, das waren 20 % aller Geförderten! Dafür wurden rund € 296 Mio. an aktiven Fördermitteln eingesetzt.

Die Förderungen reichen von finanzieller Unterstützung für eine Aus- oder Weiterbildung (zum Beispiel: berufliche Weiterbildung im Rahmen der Qualifizierung von Beschäftigten, Arbeitsstiftungen zur betriebsnahen Ausbildung von geeigneten Arbeitsuchenden oder vom AMS beauftragte Kurse) über Unterstützungsangebote (wie arbeitsmarktpolitische Orientierung in einer Beratungs- und Betreuungseinrichtung) bis hin zu geförderter Beschäftigung. Diese bildet seit einigen Jahren den Schwerpunkt der AMS-Strategie, Menschen über 50 Jahre wieder ins Berufsleben einzugliedern.

Mehr als 35.200 Personen über 50 Jahre nahmen im Jahr 2017 eine Qualifizierungsförderung in Anspruch und knapp 37.900 Ältere erhielten eine Beschäftigungsförderung. Somit waren 40 % der Menschen in geförderter Beschäftigung über 50 Jahre alt!

Formen der Beschäftigungsförderung:

  • Um Älteren die Aufnahme einer neuen Beschäftigung zu erleichtern wird Betrieben beispielsweise eine zeitlich befristete Förderung der Lohn- und Lohnnebenkosten angeboten, die Eingliederungsbeihilfe des Arbeitsmarktservice. Im Jahr 2017 haben davon knapp 58.900 Menschen profitiert, 40 % davon waren älter als 50 Jahre.
  • Die Kombilohnbeihilfe ist eine Lohnaufzahlung an die Dienstnehmerin / den Dienstnehmer in individueller Höhe und soll den Anreiz erhöhen, eine Beschäftigung aufzunehmen. Von den knapp 7.800 so Geförderten im Jahr 2017 waren 63 % über 50 Jahre alt!
  • Geförderte Beschäftigung in Sozialen Unternehmen bietet die Möglichkeit, nach längerer Absenz vom Arbeitsmarkt bei begleitender sozialpädagogischer Betreuung wieder Arbeitserfahrung zu sammeln. 2017 waren beinahe 6.500 Personen in Gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten (davon 43 % über 50 Jahre) und mehr als 24.000 Personen in Sozialökonomischen Betrieben (davon 47 % Ältere) tätig.

Im Rahmen der Aktion 20.000 konnten während der Pilotphase (Juli bis Dezember 2017) rund 4.400 Personen eine neu geschaffene Stelle im gemeinnützigen Bereich antreten. Der finanzielle Aufwand hierfür betrug € 11 Mio. Die Initiative richtete sich gezielt an Menschen über 50 Jahre, die bereits länger als ein Jahr auf Jobsuche oder in AMS-Schulungen sind. Die geförderten Stellen haben eine maximale Laufzeit bis Juni 2019.

 
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