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Frauen auf dem Arbeitsmarkt

Sämtliche Programme und Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik werden - ergänzend zu spezifischen Förderungen für Frauen - vom Prinzip der Gleichstellung der Geschlechter geleitet. Gender Mainstreaming und Gender Budgeting sind wichtige Leitlinien dafür. 

Denn obwohl die Beschäftigungsquote der Frauen, die 2001 bereits bei 60% lag, seither kontinuierlich angestiegen ist, bestehen noch immer Unterschiede in der Qualität der Beschäftigung und damit verbunden auch bei der Entlohnung.

Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern

Das Bruttojahreseinkommen der unselbstständig beschäftigten Frauen ist im Schnitt um 39 Prozent geringer als das der Männer. Grund dafür ist einerseits die geringere Arbeitszeit der Frauen (pro Woche und/oder Jahr), andererseits aber auch geringere Stundenlöhne.

Der  „gender pay gap" anhand der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste liegt zwischen 20 und 25 Prozent. Die Unterschiede in den Einkommen zwischen Frauen und Männern wachsen mit steigendem Alter und betreffen später auch die Pension. 

Bekämpfung von Einkommensunterschieden

Als Maßnahme zur Bekämpfung von Einkommensunterschieden dient der Einkommensbericht. Dieser muss alle zwei Jahre von Unternehmen erstellt werden, die dauerhaft mehr als 150 Arbeitskräfte beschäftigen. 

Im Einkommensbericht ist eine anonymisierte Darstellung der Entgelte von Frauen und Männern enthalten. Dem Betriebsrat bzw. den einzelnen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen steht ein Informationsrecht zu. Die Erstellung und Ausgabe des Einkommensberichts ist verpflichtend und kann gegebenenfalls eingeklagt werden.

Hindernisse für Frauen in der Arbeitswelt

Frauen sehen sich häufig mit Doppel- und Mehrfachbelastungen konfrontiert. Die familienbedingte Unterbrechung der Karriere ist nach wie vor eine Wiedereinstellungshürde. Fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen und ungünstige Rahmenbedingungen erschweren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zusätzlich. Viele Frauen entscheiden sich daher für eine Teilzeitbeschäftigung – ohne sich über die längerfristigen Folgen im Klaren zu sein. 

Hinsichtlich der Berufswahl sind Frauen ebenfalls benachteiligt. Sehr häufig sind Frauen in sogenannten traditionellen Berufen tätig, die mit niedrigem Einkommen und geringen Aufstiegschancen verbunden sind.     

Maßnahmen zur Verbesserung

Gender Mainstreaming in allen Bereichen soll zur Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt beitragen. Unter dem Aspekt von Gender Budgeting sind 50 % der Aufwendungen des aktiven Arbeitsmarktbudgets für Frauen zu dotieren.

Neue berufliche Perspektiven für Frauen

Das AMS arbeitet mit der Wirtschaft und den Schulen zusammen, damit Frauen und Mädchen in Berufen und Wirtschaftsbereichen mit guten Einkommens- und Arbeitsbedingungen Fuß fassen können. Die weibliche Bevölkerung verstärkt für Berufe mit Zukunftsaussichten zu interessieren, gilt als wichtiges Ziel. Green Jobs, also Arbeitsplätze, die Natur und Ressourcen schonen, sowie technische und naturwissenschaftliche Berufe müssen für beide Geschlechter attraktiv werden. Außerdem sollen Betriebe für die Beschäftigung von Frauen motiviert werden. 

Beratung und Information zu Wiedereinstieg und Teilzeit

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erfordert die Zusammenarbeit des AMS mit der Wirtschaft, dem Bund, den Ländern, den Gemeinden und Privatinitiativen. Denn nach einer längeren Unterbrechung – Stichwort Kinderbetreuung – wieder auf gleichem Niveau in den Arbeitsmarkt einzusteigen, ist eine der größten Hürden für Frauen. Eine Laufbahnberatung und zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen können den Wiedereinstieg deutlich erleichtern. 

Weiters sollen Frauen – vom AMS und weiteren Beratungsstellen – umfangreicher über die längerfristigen Auswirkungen von Teilzeitbeschäftigungen aufgeklärt werden. Teilzeitarbeitende müssen die selben Chancen, Perspektiven und Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung haben wie Vollzeitbeschäftigte. 

Das AMS setzt alle arbeitsmarktpolitisch sinnvollen Maßnahmen, um Frauen eine Beschäftigung zu ermöglichen – wenn gewünscht, in Teilzeit. Da die Nachfrage nach Teilzeitbeschäftigungen steigt, muss hier gezielt mit der Wirtschaft zusammengearbeitet werden, um in Zukunft mehr qualifizierte Teilzeitstellen zu schaffen.     

 
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