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Jugendliche und junge Erwachsene auf dem Arbeitsmarkt

Laut EUROSTAT lag die Arbeitslosigkeit der 15- bis 24-Jährigen in Österreich im Jahr 2017 bei 9,8 %. Österreich hat damit innerhalb der EU (nach Deutschland, der Tschechischen Republik und den Niederlanden) die viertniedrigste Arbeitslosenquote bei Jugendlichen und nimmt im internationalen Vergleich weiterhin eine Spitzenposition ein. Wichtige Faktoren dafür sind unter anderem das große Angebot an Programmen für Jugendliche sowie das gut funktionierende System der dualen Ausbildung.


Jugendliche und junge Erwachsene gut auszubilden stellt auch weiterhin ein wichtiges Ziel der Arbeitsmarktpolitik dar. So sollen junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gezielt bei der Berufsausbildung sowie beim Nachholen von Bildungsabschlüssen und ergänzenden Qualifizierungen unterstützt werden.

Arbeitsmarktpolitik für Jugendliche

Mit einer Schulpflicht von lediglich neun Jahren befand sich Österreich international und im europäischen Vergleich lange am unteren Ende der Skala. Vor dem Hintergrund steigender beruflicher und gesellschaftlicher Anforderungen für junge Menschen erschien daher eine Verlängerung der Mindestausbildungsdauer unumgänglich.


Aus diesen Überlegungen heraus wurde im Regierungsprogramm der letzten Legislaturperiode verankert, dass alle Jugendlichen unter 18 Jahren nach Möglichkeit eine über den Pflichtschulabschluss hinausgehende Ausbildung abschließen sollen.
Dazu wurde die „AusBildung bis 18" (www.ausbildungbis18.at) ins Leben gerufen - ein gemeinsames Vorhaben der Sozialpartner, der Länder, relevanter Institutionen und Unternehmen sowie mehrerer Ministerien (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Bundesministerium für Jugend und Familien, Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Wirtschaftsstandort).


Beginnend mit dem Schuljahr 2017/2018 ist jeder und jede Jugendliche in Österreich nach der 9. Schulstufe verpflichtet, eine weiterführende Schule oder Ausbildung zu besuchen. Im Mittelpunkt steht dabei stets die individuelle Unterstützung der Jugendlichen unter Rücksichtnahme auf unterschiedlichste Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnisse.

Für die Erfüllung der Ausbildungspflicht eignen sich:

  • Allgemeinbildende oder berufsbildende mittlere oder höhere Schulen
    Betriebliche oder überbetriebliche Lehrausbildung inklusive Teilqualifizierungen und Lehre in verlängerter Lehrzeit
  • Qualitativ hochwertige und anerkannte arbeitsmarkt- oder bildungspolitische Maßnahmen, die auf eine Reintegration in weiterführende Ausbildungs- und Bildungsangebote vorbereiten
  • Maßnahmen für Jugendliche mit hohem Unterstützungsbedarf

Durch die „AusBildung bis 18" (www.ausbildungbis18.at) werden die vielfältigen Angebote besser koordiniert und effizienter genutzt sowie Angebotslücken geschlossen. Bereiche, die dabei (weiter-)entwickelt werden, sind die Unterstützung der Ausbildungswahl, die Vermeidung von Bildungs- und Ausbildungsabbrüchen, die Vorbereitung auf weiterführende Ausbildungen für benachteiligte Jugendliche sowie die betriebliche und überbetriebliche Lehrausbildung.

Zentrale Angebote der „AusBildung bis 18“

  • Jugendcoaching
    Seit 2012 begleitet das Jugendcoaching junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Rund 51.000 Jugendliche nahmen 2017 daran teil. Im Rahmen der "AusBildung bis 18" spielt das Jugendcoaching eine wichtige Rolle und wird daher weiterhin quantitativ sowie qualitativ ausgebaut.
  • Produktionsschulen
    Zum Teil fehlt es Jugendlichen an grundlegenden Qualifikationen und Social Skills, um von der Schule in Ausbildung oder Arbeit zu wechseln. Die Produktionsschulen bieten die Möglichkeit, diese nachträglich zu erwerben und verschiedene Ausbildungswege kennenzulernen. Österreichweit stehen in über 60 Produktionsschulen rund 3.000 Plätze für rund 4.000 Jugendliche jährlich zur Verfügung. Das Angebot wird ebenfalls sukzessive erweitert. 
  • Ausbildungsgarantie – Überbetriebliche Lehrausbildung
    Die Ausbildungsgarantie sichert jedem und jeder Jugendlichen, der/die eine Lehre beginnen will, einen betrieblichen oder überbetrieblichen Ausbildungsplatz. Für das Ausbildungsjahr 2017/stehen dem AMS Plätze für ca. 12.800 Teilnehmerinnen zur Verfügung (Kosten: € 203 Mio. durch AMS und Länder).
  • Lehrlings- und Lehrbetriebscoaching
    Das Beratungs- und Coachingangebot für Lehrlinge und Lehrbetriebe senkt die Ausstiegsquote bei der betrieblichen Lehre und unterstützt Lehrlinge beim positiven Ablegen der Lehrabschlussprüfung. Seit Anbeginn des Programmes (Ende 2015) haben bis Ende 2017 fast 3.000 Lehrlinge am Lehrlingscoaching teilgenommen; 332 Unternehmen nahmen ein Lehrbetriebscoaching in Anspruch.

Alle Informationen zur "AusBildung bis 18" finden Sie unter www.ausbildungbis18.at.

Wie die "AusBildung bis 18" funktioniert erklärt auch das nachfolgende Video:

Youtube  - AusBildung bis 18 – das Video

Arbeitsmarktpolitik für junge Erwachsene: „Ausbildungsgarantie bis 25“

Für junge Erwachsene in Österreich liegt seit 1.1.2017 mit dem AMS-Programm „Ausbildungsgarantie bis 25" ebenfalls der Fokus verstärkt auf Bildung und Ausbildung als Schlüssel nachhaltiger Arbeitsmarktintegration.
Junge Erwachsene, die zwischen 19 und 24 Jahre alt und als arbeitslos vorgemerkt sind bzw. lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen (ca. 43% aller Arbeitslosen dieser Altersgruppe) sind Zielgruppe der „Ausbildungsgarantie bis 25".


Die „Ausbildungsgarantie bis 25" versteht sich als ein Angebotspaket, das aus bisher erfolgreich eingesetzten Qualifizierungsmaßnahmen wie FacharbeiterInnen- Intensivausbildung, überbetriebliche Lehrausbildung, Arbeitsstiftungen oder Arbeitsplatznaher Qualifizierung besteht. Dieser Maßnahmenmix hat zum Ziel, dass jungen Erwachsenen in Österreich ein Berufsabschluss ermöglicht wird, um am Arbeitsmarkt nachhaltig Fuß fassen zu können.


Mit diesem AMS-Programm wurde im Jahr 2017 rund 5.000 jungen Menschen zusätzlich über das AMS eine Ausbildungsperspektive geboten. Auch 2018 stehen für dieses Programm € 37 Mio. bereit.

Budget gegen Jugendarbeitslosigkeit

Im Jahr 2017 setzte die Bundesregierung für die Arbeitsmarktpolitik für Jugendliche ein Budget von € 868 Mio. ein.


Davon wurden € 623 Mio. über Förderungen und Beihilfen des Arbeitsmarktservice umgesetzt.
€ 163 Mio. flossen in die betriebliche Lehrstellenförderung.
€ 83 Mio. standen für die unterschiedlichen Angebote des Sozialministeriumservice zur Verfügung.


Für die „AusBildung bis 18" sind im Vollausbau ab 2020 zusätzlich rund € 57 Mio. vorgesehen; im Jahr 2018 stehen zusätzlich € 53 Mio. für die Unterstützung Jugendlicher bei der Erlangung eines weiterführenden Abschlusses zur Verfügung.

 
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