Die Website des Österreichischen Sozialministeriums

Jugendliche und junge Erwachsene auf dem Arbeitsmarkt

Laut EUROSTAT lag die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich im Mai 2015 bei 11%. Österreich hat damit innerhalb der EU (nach Deutschland) die zweitniedrigste Arbeitslosenquote bei Jugendlichen und nimmt im internationalen Vergleich weiterhin eine Spitzenposition ein. Wichtige Faktoren dafür sind unter anderem das große Angebot an Programmen für Jugendliche sowie das gut funktionierende System der dualen Ausbildung.

Jugendliche und junge Erwachsene gut auszubilden, stellt auch weiterhin ein wichtiges Ziel der Arbeitsmarktpolitik dar. So sollen junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gezielt bei der Berufsausbildung sowie beim Nachholen von Bildungsabschlüssen und ergänzenden Qualifizierungen unterstützt werden.

Arbeitsmarktpolitik für Jugendliche

Mit einer Schulpflicht von lediglich neun Jahren befindet sich Österreich derzeit international am unteren Ende der Skala. Eine Verlängerung der Mindestausbildungsdauer junger Menschen durch eine „AusBildungspflicht" ist vor dem Hintergrund steigender beruflicher und gesellschaftlicher Anforderungen dringend erforderlich.

Länger lernen: „AusBildung bis 18“

Im aktuellen Regierungsprogramm (2013 bis 2018) ist verankert, dass alle Jugendlichen unter 18 Jahren nach Möglichkeit eine über den Pflichtschulabschluss hinausgehende Ausbildung abschließen sollen. Dazu wurde die „AusBildung bis 18" (www.ausbildungbis18.at) ins Leben gerufen – ein gemeinsames Vorhaben der Sozialpartner, der Länder, relevanter Institutionen und Unternehmen sowie mehrerer Ministerien (Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Bundesministerium für Bildung und Frauen, Bundesministerium für Jugend und Familie, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft).

Beginnend mit dem Schuljahr 2017/2018 soll jeder und jede Jugendliche nach der 9. Schulstufe verpflichtend eine weiterführende Schule oder Ausbildung besuchen. Im Mittelpunkt steht dabei stets die individuelle Unterstützung der Jugendlichen unter Rücksichtnahme auf unterschiedlichste Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnisse.

Für die „AusBildung bis 18" eignen sich:

  • Allgemeinbildende oder berufsbildende mittlere oder höhere Schulen
  • Betriebliche oder überbetriebliche Lehrausbildung inklusive Teilqualifizierungen und Lehre in verlängerter Lehrzeit
  • Qualitativ hochwertige und anerkannte arbeitsmarkt- oder bildungspolitische Maßnahmen, die auf eine Reintegration in weiterführende Ausbildungs- und Bildungsangebote vorbereiten
  • Maßnahmen für Jugendliche mit hohem Unterstützungsbedarf

Durch die „AusBildung bis 18" (www.ausbildungbis18.at) sollen die vielfältigen Angebote besser koordiniert und effizienter genutzt sowie Angebotslücken geschlossen werden. Bereiche, die dabei (weiter-)entwickelt werden sollen, sind die Unterstützung der Ausbildungswahl, die Vermeidung von Bildungs- und Ausbildungsabbrüchen, die Vorbereitung auf weiterführende Ausbildungen für benachteiligte Jugendliche sowie die betriebliche und überbetriebliche Lehrausbildung.

Zentrale Maßnahmen der „AusBildung bis 18“

  • Jugendcoaching
    Seit 2012 begleitet das Jugendcoaching junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Rund 35.500 Jugendliche nehmen jährlich daran teil. Im Rahmen der AusBildung bis 18 wird das Jugendcoaching eine wichtige Rolle spielen und quantitativ sowie qualitativ ausgebaut werden.
  • Produktionsschulen
    Zum Teil fehlen Jugendlichen grundlegende Qualifikationen und Social Skills, um von der Schule in Ausbildung oder Arbeit zu wechseln. Die Produktionsschulen bieten die Möglichkeit, diese nachträglich zu erwerben und verschiedene Ausbildungswege kennenzulernen. Österreichweit stehen über 60 Produktionsschulen mit rund 3.000 Plätzen für rund 4.000 Jugendliche jährlich zur Verfügung. Das Angebot wird sukzessive erweitert. 
  • Ausbildungsgarantie – Überbetriebliche Lehrausbildung
    Die Ausbildungsgarantie sichert jedem und jeder Jugendlichen, der/die eine Lehre beginnen will, einen betrieblichen oder überbetrieblichen Ausbildungsplatz. Für das Ausbildungsjahr 2015/2016 wurden Plätze für ca. 12.000 TeilnehmerInnen geplant (Kosten: € 180 Mio. durch AMS und Länder). Derzeit besuchen rund 9.000 Personen Lehrgänge und Vorbereitungskurse der überbetrieblichen Lehrausbildung.
  • Lehrlings- und Lehrbetriebscoaching
    Das Beratungs- und Coachingangebot für Lehrlinge
    und Lehrbetriebe gibt es seit Ende 2015 bundesweit. Es soll die Ausstiegsquote
    bei betrieblichen Lehren senken und das positive Ablegen der
    Lehrabschlussprüfung unterstützen.

Alle Informationen zur "AusBildung bis 18" finden Sie unter www.ausbildungbis18.at.

Wie die AusBildung bis 18 funktioniert erklärt auch das nachfolgende Video

Youtube  - AusBildung bis 18 – das Video

Gegen Langzeitarbeitslosigkeit: „Aktion Zukunft Jugend!“

Bei Jugendlichen spricht man bereits ab sechs Monaten ohne Beschäftigung von Langzeitarbeitslosigkeit. Diese zu verhindern ist ein weiteres wichtiges Ziel der Arbeitsmarktpolitik. 

Mit der „Aktion Zukunft Jugend!" garantiert die Bundesregierung allen jugendlichen Arbeitslosen zwischen 19 und 24 Jahren innerhalb von sechs Monaten ein Angebot für einen Arbeitsplatz, eine zielgerichtete Schulung oder eine geförderte Beschäftigung. 

Im Jahr 2015 konnten durch diesen arbeitsmarktpolitischen Schwerpunkt 56.437 Jugendliche aus einer Vormerkung beim AMS eine Schulung beginnen. 92.840 nahmen eine Beschäftigung auf.

Budget gegen Jugendarbeitslosigkeit

Im Jahr 2016 stehen der Bundesregierung für die Arbeitsmarktpolitik für
Jugendliche ein Budget von € 848 Mio. zur Verfügung.

Davon werden € 609 Mio. über Förderungen und Beihilfen des Arbeitsmarktservice
umgesetzt.

€ 169 Mio. fließen in die betriebliche Lehrstellenförderung.

€ 70 Mio. stehen für entsprechende Angebote des Sozialministeriumsservice zur
Verfügung.

Für die Ausbildung bis 18 werden im Vollausbau zusätzlich rund € 57 Mio. vorgesehen.

 
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