Die Website des Österreichischen Sozialministeriums

EU-Projekt zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Männer

EU-Projekt Männer und Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Wege zur gerechten Verteilung von Karenz-, Betreuungs- und Arbeitszeiten

Englischer Projekttitel: „Men and Reconciliation of Work and Family: Supporting the Path to Gender Equal Distribution of Parental Leave and Working Time"

Ein Projekt des Sozialministeriums in Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, L&R Sozialforschung und der Forschung- und Beratungsstelle Arbeitswelt FORBA mit Unterstützung durch Mittel des Programms der Europäischen Union für „Rechte, Gleichstellung und Unionsbürgerschaft" (2014 - 2020)

Bestehende Studien und Umfragen zeigen den wachsenden Wunsch vieler Männer, stärker als bis dato an der Kindererziehungs- und Betreuungsarbeit teilzuhaben. Die Praxis zeigt jedoch, dass es bei der konkreten Realisierung des Wunsches, Elternkarenz oder Elternteilzeit in Anspruch zu nehmen, bei Männern viele Hindernisse gibt. Insbesondere in männerdominierten Branchen scheint es oft einen Mangel an betrieblichen Gleichstellungsstrategien zu geben. Weiters bestehen - aus vielen Gründen - geschlechtsspezifische Ungleichheiten in der (gesellschaftlichen und familiären) Arbeits(zeit)teilung fort - sei es aufgrund von Karrierechancen, Einkommensunterschieden oder hartnäckigen Rollenbildern.

Neben dem Wunsch der Väter, mehr Zeit für ihre Kinder zu haben, trägt eine partnerschaftlichere Aufteilung der Erziehungs- und Erwerbsarbeit auch zu einem besseren und früheren Wiedereinstieg von Müttern sowie zu besseren Karrierechancen und Einkommen von Frauen bei. Indirekt kann neben dem Abbau traditioneller Rollenbilder durch die weitere Ermutigung von Vätern zur Übernahme von Familien- und Erziehungsarbeit damit auch zu einer Verringerung der geschlechtsspezifischen Einkommens- und Pensionslücken beigetragen werden. Die Männer können durch eine intensivere Betreuung ihrer Kinder auch eine stärkere Beziehung zu ihnen aufbauen.

Hauptziele des EU-Projekts sind:

  • Förderung der Geschlechtergleichstellung durch erhöhte Väterbeteiligung in Karenz, (Eltern-)Teilzeit und in der (fortgesetzten) Care Arbeit nach der Karenz
  • Verankerung betrieblicher Vereinbarkeitsstrategien insbesondere in männer-dominierten Branchen, die es mehr Männern erlauben, in Karenz zu gehen und an der Erziehung/Sorgearbeit teilzuhaben
  • Erhöhung des Bewusstseins über positive Auswirkungen von partnerschaftlicher Aufteilung von Karenz und (Eltern)Teilzeit zwischen Eltern auf Haushalts-, Betriebs- und gesellschaftlicher Ebene
  1. Haushaltseinkommensrechner
    Die Frauensektion des BMGF entwickelt einen Online-Haushaltseinkommensrechner, der in leichter und verständlicher Weise die Effekte der Erwerbsarbeitszeit beider Elternteile auf das gesamte Familieneinkommen darstellen soll.
  2. Verbesserung der betrieblichen Rahmenbedingungen für Väterbeteiligung
    Projektpartner L&R wird in ausgewählten männerdominierten Branchen die betrieblichen Rahmenbedingungen für eine erhöhte Väterbeteiligung (etwa vereinbarkeitsfreundliche Arbeitszeitmodelle, Papamonat, Elternteilzeit etc.) erheben. Dabei sollen bereits bestehende Maßnahmen sowie der Bedarf aus Sicht der Beschäftigten, als auch der Unternehmen und SozialpartnerInnen erhoben werden. Auf dieser Grundlage soll ein Handbuch für Betriebe erarbeitet werden.
  3. Partnerschaftliche Aufteilung auf Haushaltsebene
    Projektpartner FORBA wird in qualitativen Fallstudien erheben, wie die geplante partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit von Eltern umgesetzt wird. Die Feldforschung wird durch eine Literaturanalyse ergänzt. Die Untersuchungen sollen Aufschluss darüber geben, wie der Entscheidungsprozess von Elternpaaren abläuft und welche Rahmenbedingungen zur erfolgreichen Umsetzung partnerschaftlicher Aufteilung beitragen bzw. diese behindern. Ein Katalog von Praxisbeispielen wird erarbeitet und veröffentlicht.
  4. Bewusstseinsbildung, Trainings, Empfehlungen
    Auf Basis der Ergebnisse aus 1.-3. sowie internationaler Best Practices sollen 3 Mutual Learning Seminare für MultiplikatorInnen und StakeholderInnen (etwa NGOs, Betriebsräte) abgehalten werden und Empfehlungen für die betriebliche Ebene gemeinsam mit den SozialpartnerInnen formuliert , sowie Schulungen für BetriebsrätInnen und Unternehmen konzipiert und abgehalten werden.

Zusätzlich werden im Zuge des Projekts Informationsmaterialien wie beispielsweise eine umfassende Broschüre zu Elternkarenz und Elternteilzeit erarbeitet, sowie eine fokussierte, themenbezogene Pressearbeit geleistet. Eine spezifische, zielgruppenorientierte Informationsarbeit auf Basis unterschiedlicher Informationskanäle rundet das Informationsportfolio ab.

Sozialminister Stöger und Frauenministerin Heinisch Hosek bei der Pressekonferenz

Gestartet ist das EU-Projekt mit einer Pressekonferenz von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sozialminister Alois Stöger am 6. April in Wien.  Vor dutzenden PrintjournalistInnen und Teams aller österreichischen TV-Sender skizzierten die beiden Minister die Intention und die Ziele des Projekts.

„Mit diesem Projekt wollen wir Grundlagen und praktische Strategien für mehr Väterbeteiligung schaffen“, betonten Heinisch-Hosek und Stöger bei der Präsentation des Projekts. Das Ziel sei eine gerechtere Verteilung von Karenz-, Betreuungs- und Arbeitszeiten.

„Wir alle wissen, dass es weitere Anstrengungen und Maßnahmen braucht, um eine gleichberechtigte Aufteilung von Kindererziehung und Arbeitszeit für Elternpaare zu ermöglichen. Aus Sicht der gesellschaftlichen und ökonomischen Gleichstellung von Frauen ist es wichtig, dass sich Kinder und Berufsleben nicht länger ausschließen“, so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Im Rahmen des Projekts soll das Thema auch im Detail beleuchtet werden. „Vor allem in männerdominierten Branchen besteht Aufholbedarf. Hier sind Väterkarenz oder vereinbarkeitsfreundliche Arbeitszeit eher die Ausnahme als die Regel“, erklärt Sozialminister Alois Stöger. Als „männerdominiert“ gelten jene Branchen, in denen über 70 Prozent der Beschäftigten Männer sind. In Österreich sind das „Bau“, „Herstellung von Waren“, „Verkehr“ sowie „Information und Kommunikation“. Auf diese vier Bereiche wird im Rahmen des Projektes ein besonderes Augenmerk gelegt.

Sozialminister Stöger und Ines Stilling (Frauenministerium) bei der Pressekonferenz

Der Rechner ist Teil des EU-Projekts "Männer und Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Wege zur gerechten Verteilung von Karenz-, Betreuungs- und Arbeitszeiten", welches von Sozial- und Frauenministerium in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen durchgeführt wird. 

Alle Informationen zum neuen Rechner finden Sie in unserem News-Bereich oder auf der Webseite "gleich=berechnet".

News-Meldung "Neuer Haushaltseinkommensrechner präsentiert"

Pressefotos der Präsentation des neuen Online-Rechners "gleich=berechnet" für das gemeinsame Haushaltseinkommen

Webseite des neuen Online-Rechners "gleich=berechnet" für das gemeinsame Haushaltseinkommen

DISCLAIMER:

EU-Flagge

 

Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen geben nicht notwendigerweise die Auffassung der Europäischen Kommission wieder.

 
nach oben