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Internationale Arbeitsorganisation

Die Internationale Arbeitsorganisation („IAO" oder „ILO" für International Labour Organisation) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit 187  Mitgliedsstaaten und Hauptsitz in Genf. Sie ist die einzige Weltorganisation, in der Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gleichberechtigt mit den Vertretern der Regierungen an allen Entscheidungen teilnehmen.

Von der Internationalen Arbeitsorganisation werden internationale Arbeits- und Sozialnormen formuliert und durchgesetzt.

Das Ziel dieser Übereinkommen – insbesondere der acht Kernarbeitsnormen – ist die soziale und faire Gestaltung der Globalisierung sowie die Schaffung von menschenwürdiger Arbeit als eine zentrale Voraussetzung für die Armutsbekämpfung.

Bis heute wurden 189 Übereinkommen angenommen.   

Die 8 Kernarbeitsnormen der ILO

Die acht Kernübereinkommen behandeln folgende Themen:
  • Zwangs- und Pflichtarbeit
  • Vereinigungsfreiheit und den Schutz des Vereinigungsrechtes
  • Recht zu Kollektivverhandlungen
  • Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte
  • Abschaffung der Zwangsarbeit
  • Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf
  • Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung
  • Kinderarbeit
Details dazu sind über den Link in der Infobox am Ende der Seite nachzulesen.    

Die ILO und Österreich

Österreich trat der Internationalen Arbeitsorganisation erstmals 1919 bei und war bis 1938 Mitglied. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1947 die Wiederaufnahme. Österreich hat alle 8 Kernarbeitsnormen und insgesamt 54 Übereinkommen ratifiziert, 44 davon sind heute in Kraft.

Ergebnisse der jüngsten Internationalen Arbeitskonferenz

Die Internationale Arbeitskonferenz wird ein Mal im Jahr in Genf abgehalten.

Die 105. Tagung fand im Juni 2016 statt, knapp 5000 Vertreterinnen und Vertreter der 187 Mitgliedstaaten der IAO, darunter auch Bundesminister Alois Stöger, nahmen teil. Die Konferenz nahm Schlussfolgerungen zur menschenwürdigen Arbeit in Lieferketten und eine Entschließung zur Umsetzung der Erklärung über soziale Gerechtigkeit für eine faire Globalisierung an. Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, hielt die Hauptrede im Rahmen des Weltgipfels der Arbeit zum Thema Jugendbeschäftigung. Die Plenardebatte der Konferenz war dem Thema „Die ILO-Initiative zur Beendigung der Armut: Die ILO und die Agenda 2030“ gewidmet. Zur Empfehlung zu menschenwürdiger Arbeit für Frieden und Krisenresilienz fand eine erste Verhandlungsrunde statt; die Fertigstellung und Annahme dieses Dokuments ist für die 106. Tagung im Juni 2017 vorgesehen.

 
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