Die Website des Österreichischen Sozialministeriums

Entlohnung und Entgelt

Entlohnung und Entgelt sind Begriffe

für die Bezahlung einer geleisteten Arbeit.

Eine Arbeitskraft erbringt eine Arbeitsleistung

im Rahmen ihres Arbeitsvertrags.

Dafür steht ihr ein Arbeitsentgelt zu:

Angestellte verdienen ein Gehalt.

Arbeiterinnen und Arbeiter verdienen einen Lohn.

Das Mindestgehalt und der Mindestlohn

sind in Österreich meistens in Kollektivverträgen geregelt.

Kollektivverträge

In Österreich sind wichtige Bereiche des Arbeitsrechts

in Kollektivverträgen geregelt.

Zum Beispiel: 

  • Regelungen zu Gehalt und Lohn
  • Regelungen zu Arbeitszeiten
  • Regelungen zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Wer verhandelt und beschließt die Kollektivverträge?

Das machen bestimmte Interessensvertretungen 

von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern

und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Die Interessensvertretungen müssen dazu

eine besondere Berechtigung haben.

Warum gibt es die Kollektivverträge?

Mit Kollektivverträgen will man wichtige Arbeitsbedingungen regeln,

ohne dass der Staat eingreift.

Zum Beispiel: 

  • Mindestgehälter und Mindestlöhne
  • Mindest-Standards bei anderen wichtigen Arbeitsbedingungen
    Zum Beispiel wie lange die Ruhezeiten sein müssen.

Die Kollektivvertrags-Partner können im Bereich der Gehälter und Löhne recht frei entscheiden.

Aber sie müssen sich natürlich an die Gesetze halten.

Vor allem ist der Gleichbehandlungs-Grundsatz wichtig.

Zum Beispiel müssen Frauen und Männer 

für die gleiche Arbeit auch gleich viel verdienen.

Das Bundes-Einigungsamt

Das Bundes-Einigungsamt gehört

zum Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz.

Was macht das Bundes-Einigungsamt?

  • Es setzt Mindestlohn-Tarife und Heimarbeits-Tarife
    für bestimmte Berufsgruppen fest.
  • Es setzt die Höhe von Lehrlings-Entschädigungen fest.
    Das ist das Geld,
    das Lehrlinge während ihrer Berufsausbildung verdienen.
  • Es erklärt Kollektivverträge zur Satzung.
    Eine Satzung ist eine Verordnung.
    Sie bestimmt,
    dass ein Kollektivvertrag auch für weitere Unternehmen
    im selben Geschäftsbereich gilt.
    Damit müssen auch diese Unternehmen ihren Arbeitskräften
    die gleichen Lohn- und Arbeitsbedingungen bieten,
    wie es im Kollektivvertrag vorgesehen ist.
  • Das Bundes-Einigungsamt kann
    Berufs-Vereinigungen und Vereinen
    die Berechtigung geben,
    Kollektivverträge zu verhandeln und beschließen.

Erbringt eine Arbeitskraft im Rahmen eines Arbeitsvertrages eine Arbeitsleistung, steht ihr ein Arbeitsentgelt zu. Es wird zwischen zwei Formen des Entgelts unterschieden: dem Gehalt für Angestellte und dem Lohn für Arbeiter und Arbeiterinnen.

In Österreich ist der Mindestlohn bzw. das Mindestgehalt in der Privatwirtschaft für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in den Kollektivverträgen geregelt, zum Teil auch in Mindestlohntarifen und Lehrlingsentschädigungen.

Kollektivverträge

Wesentliche Bereiche arbeitsrechtlicher Bestimmungen (insbesondere Entgeltregelungen, flexible Arbeitszeitformen, Beendigung des Arbeitsverhältnisses etc.) werden in Österreich über Kollektivverträge geregelt, die zwischen kollektivvertragsfähigen Vertretungen der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite verhandelt werden. Dadurch sollen - ohne Einschaltung des Staates - bestimmte Mindestlöhne und Mindeststandards bei anderen wichtigen Arbeitsbedingungen geschaffen werden. 

Inhaltlich sind die Kollektivvertragsparteien im Bereich der Lohnpolitik weitgehend ungebunden, einige gesetzliche Rahmenbedingungen (wie zum Beispiel der Gleichbehandlungsgrundsatz) sind jedoch zu beachten.

Das Bundeseinigungsamt

Das Bundeseinigungsamt ist eine beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz eingerichtete Behörde. Zu ihren Aufgaben zählen die Festsetzung von Mindestlohntarifen, Heimarbeitstarifen und Lehrlingsentschädigungen sowie die Erklärung von Kollektivverträgen zur Satzung.

Außerdem kann das Bundeseinigungsamt freiwilligen Berufsvereinigungen und Vereinen die Kollektivvertragsfähigkeit zuerkennen, wenn diese die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.

Zuerkennung der Kollektivvertragsfähigkeit durch das Bundeseinigungsamt

  • Österreichischer Gewerkschaftsbund (Berufsvereinigung der Arbeitnehmer/innen) und den Fachgewerkschaften

-          Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus,     Papier

-          Gewerkschaft Öffentlicher Dienst

-          Gewerkschaft younion_Die Daseinsgewerkschaft

-          Gewerkschaft Bau-Holz

-          Gewerkschaft Vida

-          Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten

-          Gewerkschaft PRO-GE

  •  Verband Österreichischer Zeitungen (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verband der österreichischen Landes-Hypothekenbanken (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verband Österreichischer Banken und Bankiers (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Österreichischer Sparkassenverband (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Österreichischer Raiffeisenverband (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Veranstalterverband Österreich (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Zentralverband der landwirtschaftlichen Arbeitgeber in Niederösterreich, Burgenland und Wien (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Arbeitgeberverband in der Land- und Forstwirtschaft in Steiermark (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Österreichischer Genossenschaftsverband (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Konsumverband, Revisionsverband der österreichischen Konsumgenossenschaften (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verband angestellter Apotheker Österreichs, Berufliche Interessenvertretung (Berufsvereinigung der Arbeitnehmer/innen)
  • Arbeitgeberverband der land- und forstwirtschaftlichen Gutsbetriebe Oberösterreichs (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Vereinigung der Österreichischen Industrie (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Theatererhalterverband Österreichischer Bundesländer und Städte (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Österreichischer Apothekerverband (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Wiener Bühnenverein (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verband der Elektrizitätswerke Österreichs (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Fachverband der Lotteriegeschäftsstellen (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Niederösterreichischer Haus- und Grundbesitzerverband (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Zentralverband der Hausbesitzer von Wien und den Ländern Österreichs (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Arbeitgeberverband der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe Kärntens (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Arbeitgeberverein der Bauvereinigungen Österreichs (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verband Österreichischer Festspiele (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Vereinigung der Schischulunternehmer Österreichs (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verein Wiener Symphoniker (Verein)
  • Verein Oberösterreichischer Land- und Forstarbeiterbund, Bund der Arbeiter, Angestellten und Pensionisten in der Land- und Forstwirtschaft Oberösterreichs (Berufsvereinigung der Arbeitnehmer/innen)
  • Wiener Tierschutzverein (Verein)
  • Österreichische Hoteliervereinigung (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Österreichischer Zeitschriften- und Fachmedien-Verband (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verein Vereinigung Österreichischer Straßengesellschaften zur Vertretung beruflicher und betrieblicher Interessen (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Neustart – Bewährungshilfe, Konfliktregelung, Soziale Arbeit (Verein)
  • Österreichische Fußball-Bundesliga (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verein evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Österreich (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen)
  • Verband Steirischer Alten- und Betreuungsheime (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Interessenvertretung von Ordensspitälern und von konfessionellen Alten- und Pflegeheimen Österreichs(Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Niederösterreichisches Hilfswerk (Verein)
  • Dachverband für ambulante Alten- und Heimhilfe, Graz (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Sozialwirtschaft Österreich (ehemals BAGS) (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verein Interessenvertretung karitativer Einrichtungen der Katholischen Kirche in Österreich (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Österreichisches Rotes Kreuz (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Arbeitgeberverband der Diakonie Österreich (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verband der Regionalmedien Österreichs (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Arbeitgeberverein von Sozial- und Gesundheitsorganisationen in Vorarlberg, Bregenz (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Berufsvereinigung der ArbeitgeberInnen privater Bildungseinrichtungen (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Verein Forschung Austria, Gemeinnützige Vereinigung der außeruniversitären Forschungszentren Österreichs (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • SOS-Kinderdörfer (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)
  • Berufsvereinigung von ArbeitgeberInnen in Rettungs- und zugehörigen Sanitätsberufen (BARS) (Berufsvereinigung der Arbeitgeber/innen)

 

Kollektivvertragsfähigkeit

Laut Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG) sind gesetzliche Interessenvertretungen der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite kollektivvertragsfähig, sofern sie gegnerunabhängig und für die Regelung von Arbeitsbedingungen zuständig sind. Gegnerunabhängigkeit bedeutet, dass die Organisation entweder der Arbeitgeber- oder der Arbeitnehmerseite klar zuzuordnen sein muss.

Zu den kollektivvertragsfähigen gesetzlichen Interessenvertretungen zählen:

  • die Kammer für Arbeiter und Angestellte (Vertretung der Arbeitnehmerseite)
  • die Wirtschaftskammer Österreich (Vertretung der Arbeitgeberseite)
  • die Kammern der freien Berufe (z.B. Ärzte und Ärztinnen, Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen)

Juristische Personen des öffentlichen Rechts sind ebenfalls kollektivvertragsfähig, soweit sie nicht einer anderen kollektivvertragsfähigen Körperschaft angehören. Ihre Kollektivvertragsfähigkeit besteht auf Arbeitgeberseite zur Regelung der Arbeitsverhältnisse der eigenen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen (z.B. Akademie der Wissenschaften, Bundesmuseen).

Die Kollektivvertragsfähigkeit kann aber auch durch eine gesetzliche Regelung festgelegt werden (z.B. Bundesrechenzentrum GmbH).

Außerdem kann die Kollektivvertragsfähigkeit von folgenden Körperschaften beim Bundeseinigungsamt beantragt und zuerkannt werden:

Freiwillige Berufsvereinigungen der Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberinnen und Arbeitnehmer bzw. Arbeitnehmerinnen, in deren Statuten die Regelung von Arbeitsbedingungen festgelegt ist. Die Berufsvereinigung muss außerdem in einem größeren räumlichen und fachlichen Wirkungsbereich tätig werden.

Vereine, die keiner kollektivvertragsfähigen Körperschaft angehören. Diese sind auf Arbeitgeberseite kollektivvertragsfähig - für die Regelung der Arbeitsverhältnisse der eigenen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Voraussetzung für die Verleihung der Kollektivvertragsfähigkeit durch das Bundeseinigungsamt ist eine entsprechende wirtschaftliche Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die Zahl der Mitglieder.

Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft erfolgt die Zuerkennung der Kollektivvertragsfähigkeit durch die Obereinigungskommissionen, die bei den jeweiligen Ämtern der Landesregierung eingerichtet sind.

 
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