Die Website des Österreichischen Sozialministeriums

Beschäftigung und Berufliche Integration

Berufliche Integration

In Österreich leben ungefähr

1,34 Millionen Menschen mit einer dauerhaften Beeinträchtigung.

Diese Menschen haben bei der Arbeit

und auch im Alltag oft Schwierigkeiten.

Menschen mit Behinderung sind öfter arbeitslos

als Menschen ohne Behinderung.

Für Menschen mit Behinderung

ist es auch besonders schwer,

überhaupt einen Arbeitsplatz zu bekommen.

Die Arbeit ist in unserer Gesellschaft sehr wichtig.

Ein Arbeitsplatz ist nicht nur dafür da,

dass man das Geld zum Leben verdient.

Ein Arbeitsplatz hilft auch dabei,

dass man unabhängig von anderen ist.

Wenn man einen Arbeitsplatz hat,

kann man auch leichter selbstbestimmt leben.

Deshalb gibt es Förderungen vom Sozialministeriumservice.

Diese Förderungen sind dafür da,

dass mehr Menschen mit Behinderung

einen Arbeitsplatz bekommen.

Außerdem sollen sie auch dafür sorgen,

dass Menschen mit Behinderung

ihre Arbeitsplätze lange behalten können.

Arbeit kommt in unserer Gesellschaft ein sehr hoher Stellenwert zu. Die Beschäftigung dient nicht nur dazu, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sie ermöglicht auch ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben.

In Österreich leben nach dem Ergebnis der letzten Mikrozensus-Befragung der Statistik Austria von 2015 etwa 1,34 Millionen Personen mit einer dauerhaften Beeinträchtigung, die für den Alltag und für das Berufsleben eine Vielzahl an Hindernissen mit sich bringen. Menschen mit Behinderung sind beispielsweise häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen, da es für sie besonders schwierig ist, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Um dem entgegenzuwirken, werden auf nationaler und internationaler Ebene zahlreiche Maßnahmen gesetzt.     

Nachfolgend werden die einzelnen Maßnahmen im Überblick dargestellt. Nähere Informationen sowie Antragsformblätter, etc. erhalten Sie unter www.sozialministeriumservice.at sowie im Heft 2 der EIN:BLICK Reihe. Dieses steht als barrierefreies PDF zum Download zur Verfügung. 

Individualförderungen

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können durch folgende Lohnförderungen bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen unterstützt werden.

Inklusionsbonus zur Einstellung von Lehrlingen mit Behinderungen

Mit dem Inklusionsbonus für Lehrlinge wird eine weitere Maßnahme des Inklusionspakets für Menschen mit Behinderungen umgesetzt. Der Inklusionsbonus unterstützt bestimmte Betriebe bei der Aufnahme von Lehrlingen mit Behindertenpass. Diese Unterstützung ist während der gesamten Dauer der Lehrzeit möglich. Das Alter der Lehrlinge spielt keine Rolle. Die Höhe des Bonus richtet sich nach der jeweils gültigen Ausgleichstaxe und beträgt derzeit monatlich € 262. Der Inklusionsbonus kann für Lehr- bzw. Ausbildungsverhältnisse, die mit 01.07.2019 beginnen, beantragt werden. Die Online-Antragstellung ist ab 01.10.2019 beim Sozialministeriumservice möglich. Eine rückwirkende Auszahlung ist vorgesehen.

Inklusionsförderung/InklusionsförderungPlus

Hat ein Unternehmen für eine begünstigt behinderte Person (Grad der Behinderung von mindestens 50 vH) bereits eine Eingliederungsbeihilfe des Arbeitsmarktservice bezogen, ist im Anschluss daran eine Inklusionsförderung in der Höhe von 30 % des Bruttogehalts für einen Zeitraum von 12 Monaten möglich. Nicht-einstellungspflichtige Unternehmen können eine Inklusionsförderung in der Höhe von 37,5 % des Bruttogehalts erhalten (InklusionsförderungPlus).

Entgeltbeihilfe

Entgeltbeihilfen können Unternehmen für eine begünstigt behinderte Person (Grad der Behinderung von mindestens 50 vH) entsprechend der Höhe der festgestellten Leistungsminderung gewährt werden. Der Zuschuss ist abhängig von der behinderungsbedingten Leistungsminderung.

Arbeitsplatzsicherungsbeihilfe

Arbeitsplatzsicherungsbeihilfen können für Menschen mit Behinderungen, die einen Grad der Behinderung von mindestens 30 vH aufweisen, gewährt werden. Die konkrete Höhe eines Zuschusses zu den Lohnkosten bestimmt sich bei der Arbeitsplatzsicherungsbeihilfe nach dem Ausmaß der Gefährdung des Arbeitsplatzes, dem Alter der betroffenen Dienstnehmerin bzw. des betroffenen Dienstnehmers und ihrer bzw. seiner Möglichkeit, kurzfristig einen anderen Arbeitsplatz zu erlangen.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Zuwendungen zum Ausgleich der durch Beeinträchtigungen entstandenen Wettbewerbsnachteile zu erhalten. Dazu zählen etwa technische Hilfen, Mobilitätshilfen oder entsprechende Einzelqualifizierungen.

Projektförderungen

Mit dem Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA) verfügt Österreich über ein sehr ausdifferenziertes und bedarfsgerechtes System zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung sowie ausgrenzungsgefährdeten oder bereits ausgegrenzten Jugendlichen, u.a. mit Jugendcoaching, Produktionsschule (in der Pilotphase AusbildungsFit), Berufsausbildungsassistenz, Arbeitsassistenz und Jobcoaching. Durch diese Vielzahl an Unterstützungsangeboten soll der Prozess der Heranführung an den Arbeitsmarkt und der Integration in ein Arbeitsverhältnis abgesichert werden.

Jugendcoaching ist ein Unterstützungsangebot für Jugendliche am Ende ihrer Schulpflicht bzw. nach dem Schulaustritt. Jugendcoaching richtet sich an Jugendliche ab dem individuellen 9. Schulbesuchsjahr sowie an abbruchsgefährdete Jugendliche unter 19 Jahren bzw. an Jugendliche mit Behinderung oder Assistenzbedarf. Besondere Unterstützung erhalten Jugendliche, die gefährdet sind, die Schule abzubrechen, keinen Abschluss auf der Sekundarstufe I oder II erlangen zu können und/oder Unterstützung bei der Lehrstellensuche bzw. beim direkten Berufseintritt durch Übergabe an die zuständigen Stellen (z.B. AMS, Jugendarbeitsassistenz, ...) benötigen.

Die Angebotspalette ist breit und soll auch in vollem Umfang genützt werden können. Mit Hilfe des Jugendcoaching soll eine Vernetzung von Familie, Schule, Qualifizierungsmaßnahmen und Wirtschaft stattfinden. Dadurch kann jene Unterstützung zum Tragen kommen, die Jugendliche in dieser zeitlichen Übergangsphase benötigen, um eine erfolgreiche persönliche Zukunftsplanung umsetzen zu können.

Die Unterstützung umfasst Beratung, Begleitung, Betreuung und Case Management.

In einer Produktionsschule (vormals AusbildungsFit) werden Jugendliche, die sich nach Absolvierung der Schulpflicht für eine Berufsausbildung entschieden haben, aber wegen Defizite im Bereich definierter Basiskompetenzen mit der Absolvierung einer Berufsausbildung (oder Teilqualifizierung) überfordert sind, ausbildungfit gemacht. Die Jugendlichen erhalten in der Produktionsschule individuelle Unterstützung beim Erwerb der fehlenden Kompetenzen und Kulturtechniken, die konsequent darauf abzielt, sie in eine weiterführende (Aus-)Bildung zu integrieren. 

Die Berufsausbildungsassistenz ist auf die integrative Berufsausbildung in Betrieben spezialisiert. Die Jugendlichen werden unterstützt und bei ihrer Ausbildung – sowohl im Betrieb als auch in der Schule – begleitet, um den Ausbildungsweg nachhaltig abzusichern. 

Die Arbeitsassistenz reicht von der gemeinsam mit den KlientInnen vorgenommenen Einschätzung der individuellen beruflichen Möglichkeiten über die begleitete Arbeitssuche bis hin zu einer Unterstützung in der Anfangsphase des Arbeitsverhältnisses. Eine zweite zentrale Funktion der Arbeitsassistenz ist die Krisenintervention zur Sicherung eines gefährdeten Arbeitsplatzes.

Jobcoaching bietet direkte, individuelle Unterstützung am Arbeitsplatz. Das Ziel ist die optimale und nachhaltige Inklusion von Menschen mit Behinderung bzw. Beeinträchtigung im Berufsleben. Dabei werden die fachlichen, kommunikativen und sozialen Kompetenzen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gefördert, damit sei die gestellten Anforderungen dauerhaft selbständig erfüllen können.

Weitere Angebote sind:

Gezielte Qualifizierungsmaßnahmen helfen Menschen mit Behinderung, den hohen Anforderungen des Arbeitsmarkts gerecht zu werden. Dabei werden natürlich die individuellen Fähigkeiten und Interessen berücksichtigt. 

Die Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz unterstützt Menschen mit schwerer Behinderung dabei, am allgemeinen Arbeitsmarkt teilzuhaben oder eine Ausbildung zu absolvieren. Das individuelle Unterstützungsangebot ermöglicht es den Menschen außerdem, länger im Erwerbsleben zu verbleiben, denn bei entsprechender fachlicher Eignung soll die Behinderung auch im fortgeschrittenen Alter keinen Nachteil darstellen. 

Das berufliche (Wieder-)Eingliederungsmanagement (fit2work) bietet erwerbstätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit längeren Krankenständen bzw. mit gesundheitlichen Problemen, arbeitslosen Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie Betrieben und Belegschaftsvertretungen ein Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebot. In einer besonderen Schiene wird im Rahmen von fit2work interessierten ArbeitgeberInnen Beratung über Maßnahmen zur Gesundheitsförderung ihrer MitarbeiterInnen angeboten. Ziel ist sowohl der Erhalt sowie die Steigerung der Arbeitsfähigkeit, als auch die Verhinderung eines frühzeitigen Ausscheidens aus dem Erwerbsleben und eine nachhaltige Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.

 
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