Die Website des Österreichischen Sozialministeriums

Beschäftigung und berufliche Integration

Berufliche Integration

In Österreich leben ungefähr

700.000 Menschen mit Behinderung.

Diese Menschen haben bei der Arbeit

und auch im Alltag oft Schwierigkeiten.

Menschen mit Behinderungen sind öfter arbeitslos

als Menschen ohne Behinderungen.

Für Menschen mit Behinderungen

ist es auch besonders schwer,

überhaupt einen Arbeitsplatz zu bekommen.

Die Arbeit ist in unserer Gesellschaft sehr wichtig.

Ein Arbeitsplatz ist nicht nur dafür da,

dass man das Geld zum Leben verdient.

Ein Arbeitsplatz hilft auch dabei,

dass man unabhängig von anderen ist.

Wenn man einen Arbeitsplatz hat,

kann man auch leichter selbstbestimmt leben.

Deshalb gibt es Förderungen vom Sozialministeriumservice.

Diese Förderungen sind dafür da,

dass mehr Menschen mit Behinderungen

einen Arbeitsplatz bekommen.

Außerdem sollen sie auch dafür sorgen,

dass Menschen mit Behinderungen

ihre Arbeitsplätze lange behalten können.

Arbeit kommt in unserer Gesellschaft ein sehr hoher Stellenwert zu. Die Beschäftigung dient nicht nur dazu, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sie ermöglicht auch ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben.

In Österreich leben etwa 700.000 Menschen mit einer schweren Behinderung, für die Alltag und Berufsleben eine Vielzahl an Hindernissen mit sich bringen. Menschen mit Behinderung sind beispielsweise häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen, da es für sie besonders schwierig ist, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Um dem entgegenzuwirken, werden auf nationaler und internationaler Ebene zahlreiche Maßnahmen gesetzt.     

Die Beschäftigungsoffensive zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung ist das nationale Programm der behindertenspezifischen Arbeitsmarktpolitik. Wichtigste Ziele sind die Sicherung bestehender und die Erschließung neuer Arbeitsplätze. 

Zielgruppen der Beschäftigungsoffensive sind all jene, die besondere Hilfestellung bei der schrittweisen Integration in den Arbeitsmarkt benötigen. Das sind vor allem Jugendliche mit Behinderung und Assistenzbedarf (speziell mit Lernbehinderung und sozialer oder emotionaler Beeinträchtigung), ältere Menschen, Menschen mit psychischer Beeinträchtigung und Menschen mit geistiger, körperlicher oder Sinnesbehinderung. Auf der anderen Seite spricht die Beschäftigungsoffensive auch Unternehmen an. 

Die Maßnahmen werden aus Bundeshaushaltsmitteln sowie aus Mitteln des Ausgleichstaxfonds und des Europäischen Sozialfonds finanziert.    

Maßnahmen der Beschäftigungsoffensive

Alle Maßnahmen der Beschäftigungsoffensive sind auf den ersten Arbeitsmarkt und auf sozialversicherungsrechtlich abgesicherte Arbeitsplätze ausgerichtet.

In die Maßnahme einbezogen werden jene Menschen mit Behinderung, bei denen davon ausgegangen werden kann, dass sie mit entsprechender Hilfestellung – zumindest mittelfristig – erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können. 

Im Rahmen der Beschäftigungsoffensive wird vom Sozialministeriumservice ein breit gefächertes Förderinstrumentarium von unterschiedlichen Projekt- und Individualförderungen oder einer Kombination aus beiden angeboten. Einerseits soll das Angebot Menschen mit Behinderung unterstützen, eine Beschäftigung zu erlangen und andererseits Unternehmen Anreize bieten, diesen Personenkreis einzustellen.    

Projektförderungen

Mit dem Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA) verfügt Österreich über ein sehr ausdifferenziertes und bedarfsgerechtes System zur Unterstützung von jungen Menschen mit Behinderung bzw. Assistenzbedarf sowie ausgrenzungsgefährdeten oder bereits ausgegrenzten Jugendlichen, u.a. mit Jugendcoaching, Produktionsschule (in der Pilotphase AusbildungsFit), Berufsausbildungsassistenz, Arbeitsassistenz und Jobcoaching. Durch diese Vielzahl an Unterstützungsangeboten soll der Prozess der Heranführung an den Arbeitsmarkt und der Integration in ein Arbeitsverhältnis abgesichert werden.

Jugendcoaching (vormals Clearing) ist ein Unterstützungsangebot für Jugendliche am Ende ihrer Schulpflicht bzw. nach dem Schulaustritt. Jugendcoaching richtet sich an Jugendliche ab dem individuellen 9. Schulbesuchsjahr sowie an abbruchsgefährdete Jugendliche unter 19 Jahren bzw. an Jugendliche mit Behinderung oder sonderpädagogischem Förderbedarf. Besondere Unterstützung erhalten Jugendliche, die gefährdet sind, die Schule abzubrechen, keinen Abschluss auf der Sekundarstufe I oder II erlangen zu können und/oder Unterstützung bei der Lehrstellensuche bzw. beim direkten Berufseintritt durch Übergabe an die zuständigen Stellen (z.B. AMS, Jugendarbeitsassistenz, ...) benötigen.

Die Angebotspalette ist breit und soll auch in vollem Umfang genützt werden können. Mit Hilfe des Jugendcoaching soll eine Vernetzung von Familie, Schule, Qualifizierungsmaßnahmen und Wirtschaft stattfinden. Dadurch kann jene Unterstützung zum Tragen kommen, die Jugendliche in dieser zeitlichen Übergangsphase benötigen, um eine erfolgreiche persönliche Zukunftsplanung umsetzen zu können.

Die Unterstützung umfasst Beratung, Begleitung, Betreuung und Case Management.

Produktionsschule (vormals AusbildungsFit) ist ein flächendeckendes, niederschwelliges und standardisiertes Angebot für benachteiligte Jugendliche im Anschluss an die Schulpflicht, das konsequent darauf abzielt, die Jugendlichen durch individuelle Förderung in eine weiterführende (Aus-)Bildung zu integrieren bzw. sie ausbildungsfit zu machen.

Die Berufsausbildungsassistenz (BAS) ist auf die integrative Berufsausbildung in Betrieben spezialisiert. Die Jugendlichen werden unterstützt und bei ihrer Ausbildung – sowohl im Betrieb als auch in der Schule – begleitet, um den Ausbildungsweg nachhaltig abzusichern. 

Die Arbeitsassistenz reicht von der gemeinsam mit den KlientInnen vorgenommenen Einschätzung der individuellen beruflichen Möglichkeiten über die begleitete Arbeitssuche bis hin zu einer Unterstützung in der Anfangsphase des Arbeitsverhältnisses. Eine zweite zentrale Funktion der Arbeitsassistenz ist die Krisenintervention zur Sicherung eines gefährdeten Arbeitsplatzes.

Jobcoaching bietet direkte, individuelle Unterstützung am Arbeitsplatz. Das Ziel ist die optimale und nachhaltige Inklusion von Menschen mit Behinderung bzw. Beeinträchtigung im Berufsleben. Dabei werden die fachlichen, kommunikativen und sozialen Kompetenzen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gefördert, damit sei die gestellten Anforderungen dauerhaft selbständig erfüllen können.

Weitere Angebote sind:

Gezielte Qualifizierungsmaßnahmen helfen Menschen mit Behinderung, den hohen Anforderungen des Arbeitsmarkts gerecht zu werden. Dabei werden natürlich die individuellen Fähigkeiten und Interessen berücksichtigt. 

Die persönliche Assistenz am Arbeitsplatz unterstützt Menschen mit schwerer Behinderung dabei, am allgemeinen Arbeitsmarkt teilzuhaben oder eine Ausbildung zu absolvieren. Das individuelle Unterstützungsangebot ermöglicht es den Menschen außerdem, länger im Erwerbsleben zu verbleiben, denn bei entsprechender fachlicher Eignung soll die Behinderung auch im fortgeschrittenen Alter keinen Nachteil darstellen. 

Das berufliche (Wieder-)Eingliederungsmanagement (Fit2Work) bietet erwerbstätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit längeren Krankenständen bzw. mit gesundheitlichen Problemen, arbeitslosen Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie Betrieben und Belegschaftsvertretungen ein Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebot. In einer besonderen Schiene wird im Rahmen von fit2work interessierten ArbeitgeberInnen Beratung über Maßnahmen zur Gesundheitsförderung ihrer MitarbeiterInnen angeboten. Ziel ist sowohl der Erhalt sowie die Steigerung der Arbeitsfähigkeit, als auch die Verhinderung eines frühzeitigen Ausscheidens aus dem Erwerbsleben und eine nachhaltige Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.

Individualförderungen

Wenn es für einen neuen oder bisherigen Arbeitsplatz erforderlich ist, können Menschen mit Behinderung Individualbeihilfen erhalten. Dazu zählen etwa technische Hilfen, Mobilitätshilfen oder entsprechende Einzelqualifizierungen.

Mit einem umfassenden Programm an Lohnkostenförderungen sollen Unternehmen dazu angehalten werden, für Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz zu schaffen und das neue Arbeitsverhältnis auch nachhaltig abzusichern.

Bei Menschen mit Behinderung wird die Gründung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit, die den Lebensunterhalt einbringen kann, gefördert

Nähere Informationen rund um Förderungen und Arbeitswelt bietet die jeweilige Landesstelle des Sozialministeriumservice sowie das Heft 2 der EIN BLICK Reihe. Dieses steht als barrierefreies PDF zum Download zur Verfügung.     

 
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