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E-Zigaretten und Liquids

Mögliche Gesundheitsgefährdungen

E-Zigaretten sind ein sehr junges Produkt. Innerhalb weniger Jahre kamen unterschiedlichste Modelle weltweit auf den Markt. Gesetzliche Vorschriften dafür gab es lange Zeit nicht. Erst mit der EU-Tabakprodukterichtlinie 2014 wurden Regeln geschaffen, die alle Mitgliedsstaaten in nationales Recht übernehmen mussten. In Österreich erfolgte die Umsetzung im Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz (TNRSG), das im Mai 2016 in Kraft trat.

Nach wie vor werden E-Zigaretten gern als „ungefährliche Alternative“ zu herkömmlichen Zigaretten oder als „harmlose Lifestyle-Produkte“ dargestellt. Unschädlich sind sie aber keineswegs. Welche problematischen Inhaltsstoffe in den Liquids enthalten sind oder beim Erhitzen entstehen, ist vom jeweiligen Produkt abhängig. Jedenfalls empfiehlt sich ein verantwortungsvoller und risikobewusster Umgang mit E-Zigaretten.

Vielfach werden E-Zigaretten auch als Mittel zum Rauchstopp angeboten. Ihre Wirksamkeit in Bezug auf Rauchstopp ist umstritten, insbesondere da der Rauchstopp eine Verhaltensänderung erfordert, die mit E-Zigaretten nicht erreicht werden kann.

Tatsache ist allerdings, dass Nikotin in E-Zigaretten genauso suchterzeugend ist wie das in „klassischen“ Tabakerzeugnissen.

Besonders für Kinder und Jugendliche werden E-Zigaretten durch ihre fruchtigen, schmackhaften, zum Teil speziell auf diese Zielgruppe zugeschnittene Aromen attraktiv, die oftmals auch Harmlosigkeit vortäuschen (z.B. Zuckerwatte, Bubblegum, Gummibärchen, Marshmallows u.ä.).

Abgesehen davon wird durch das Dampfen das Rauchritual „eingeübt“, welches wesentlicher Bestandteil der psychischen Abhängigkeit beim Rauchen ist. Dampfen erhöht die Wahrscheinlichkeit, mit dem Rauchen zu beginnen.

Gesundheitsgefahren

Sowohl die nikotinhältigen als auch die nikotinfreien Flüssigkeiten (Liquids), welche in E-Zigaretten verdampft werden, bestehen aus einem Chemikaliengemisch. Das durch die Erhitzung des Liquids entstehende Aerosol (Dampf, Nebel) wird eingeatmet.

Trägersubstanzen in Liquids sind meist Propylenglykol und/oder Glyzerin, denen Aromastoffe beigemischt werden.

Propylenglykol gilt zwar bei oralem Gebrauch als unbedenklich, doch mehren sich die Hinweise, dass es bei Inhalation die Gesundheit der Atemwege gefährden kann. Bekannte Auswirkungen sind Husten, Beeinträchtigung der Lungenfunktion, Augenreizungen, Reizungen im Mund, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit etc.

Bestimmte in den Liquids enthaltene Aromastoffe wie z.B. Vanille oder Menthol können wie Kontaktallergene wirken. Inhaltsstoffe wie Nitrosamine, Formaldehyd, Acetaldehyd, Acrolein etc. gelten als krebserregend.

Die Heizmechanismen können beim Erhitzen gesundheitsschädliche Stoffe wie Chrom, Nickel und Blei abgeben.

Zum Langzeitgebrauch gibt es noch keine validen Daten. Die Folgen der Chemikalieninhalation sind - unabhängig vom Nikotingehalt - nicht abschätzbar. Besondere Vorsicht soll für Kinder und Jugendliche gelten.

Passivrauch

Durch den Gebrauch von E-Zigaretten kommen viele der bedenklichen Substanzen in die Raumluft und schädigen auch jene, die sich in der Umgebung eines Dampfers aufhalten.

Deshalb dürfen E-Zigaretten überall dort, wo Rauchverbot für Zigaretten u.ä. besteht, ebenfalls nicht geraucht werden

Informationen des Deutschen Bundesinistitutes für Risikobewertung

Nikotinfreie E-Shishas bergen gesundheitliche Risiken

Gesundheitliche Bewertung von Zusatzstoffen für Tabakerzeugnisse und elektronische Zigaretten

Liquids von E-Zigaretten können die Gesundheit beeinträchtigen

(Stand: Jänner 2019)

 
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