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Internationales Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (HPH)

Das Internationale Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (HPH), gegründet 1990, ist eines der Setting-bezogenen, von der WHO initiierten Gesundheitsförderungsnetzwerke. Es knüpft an die Forderung der "Ottawa Charta zur Gesundheitsförderung" (WHO 1986) nach einer "Neuorientierung der Gesundheitsdienste" an.

 Das HPH-Konzept stellt eine Spezifizierung des Setting-Ansatzes der Gesundheitsförderung für Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen dar. Mehr somato-psycho-soziale Gesundheit für die Zielgruppen Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Bewohner und Bewohnerinnen im Einzugsgebiet sowie die Umwelt (Stichwort: Nachhaltigkeit) soll erreicht werden durch:
•    Empowernde und partizipative Grundhaltung im Umgang mit Patientinnen und Patienten;
•    Empowernde und partizipative Grundhaltung in beruflichen Kooperationen;
•    Gesundheitsfördernde Arbeitsroutinen (z.B. klinische Pfade, Arbeitssicherheit);
•    Spezifische Angebote und Dienstleistungen (z.B. Gesundheitsberatungen und -trainings);
•    Gesundheitsfördernde Infrastrukturen (z.B. Sicherheit, Hygiene, Ergonomie, Tageslicht, gute Luft);
•    Gesundheitsfördernde Kooperation mit anderen Gesundheitsdienstleistern und Sektoren;
•    Nachhaltigkeit (z.B. Abfall- und Emissionsmanagement, Energiesparen);
•    Gesundheitsförderung als Management- und Organisationsprinzip.
Die zentralen Inhalte von HPH sind in der "Budapest Declaration on Health Promoting Hospitals" (WHO 1991), den "Wiener Empfehlungen für Gesundheitsfördernde Krankenhäuser" (WHO 1997), den 18 Kernstrategien der Gesundheitsförderung im Krankenhaus (Pelikan 2005) und den 5 Standards der Gesundheitsförderung im Krankenhaus (Gröne 2006) und seit neuestem auch in den "New Haven Empfehlungen zu Patienten-, Familien- und Bürgerbeteiligung zur Verbesserung der Leistungen und Qualität Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen " (HPH Netzwerk 2016) festgehalten.

Erste Erprobungen des Konzeptes fanden im ersten europäischen WHO-Modellprojekt „Gesundheit und Krankenhaus“ an der Wiener Krankenanstalt Rudolfstiftung (1989 bis 1996) statt. Von 1993 bis 1997 wurde die Machbarkeit des HPH-Konzeptes in einem europäischen Pilotprojekt in 20 unterschiedlich großen und spezialisierten Krankenhäusern in 11 europäischen Staaten erprobt. Aufgrund des Projekterfolges entschied sich die WHO/Euro 1995, die Gründung nationaler und regionaler Netzwerke Gesundheitsfördernder Krankenhäuser zur weiteren Verbreitung und Unterstützung von HPH zu forcieren. Derzeit umfasst das HPH Netzwerk über 600 Mitgliedseinrichtungen, in 25 nationalen / regionalen Netzwerken und als Einzelmitglieder in insgesamt 32 Ländern auf 4 Kontinenten (Stand: September 2018).

Seit 2008 ist HPH als internationaler Verein nach Schweizer Recht organisiert. Die nationalen und regionalen Netzwerke Gesundheitsfördernder Gesundheitseinrichtungen, vertreten durch ihre Koordinatorinnen und Koordinatoren, sind korporative Mitglieder in diesem Verein. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren der nationalen und regionalen Netzwerke treffen sich zu einer jährlichen internationalen Generalversammlung, und alle zwei Jahre wird aus ihrem Kreis der internationale Vereinsvorstand gewählt.
Das Sekretariat des internationalen HPH-Netzwerks liegt derzeit beim WHO-Kooperationszentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsförderung im Krankenhaus (Kopenhagen).
Das Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung im Krankenhaus und Gesundheitswesen an der GÖG (bis März 2016 am Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research) in Wien ist für die spezifische wissenschaftliche und technische Unterstützung des HPH Netzwerks zuständig. Dazu gehören
•    die wissenschaftliche Planung und Koordination der jährlichen internationalen HPH-Konferenzen
•    die Herausgabe eines alle zwei Monate erscheinenden Netzwerk-Newsletters
•    die Initiierung und Begleitung spezifischer Forschungsprojekte (zuletzt PRICES-HPH: International vergleichendes Evaluationsprojekt von HPH-Netzwerken und -Mitgliedskrankenhäusern)
Zur Bearbeitung spezifischer Themen verstärkt sich das internationale HPH-Netzwerk um sogenannte "Task forces" (internationale Arbeitsgruppen). 2018 sind folgende Gruppen aktiv:
•    Arbeitsgruppe mentale Gesundheit (Koordination in Schweden)
•    Arbeitsgruppe Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche im Krankenhaus (Koordination in Italien)
•    Arbeitsgruppe Migration, Gleichheit und Diversität (Koordination in Italien)
•    Arbeitsgruppe Krankenhaus und Umwelt (Koordination in Taiwan)
•    Arbeitsgruppe alternsfreundliches Krankenhaus (Koordination in Taiwan)
•    Arbeitsgruppe zu Implementierung und Monitoring von Standards (Koordination in Spanien)
Die Wissenslage zur Wirksamkeit von Gesundheitsförderung in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen ist bereits heute gut entwickelt und wird laufend verbessert. Gute klinische Evidenz gibt es insbesondere zu personenorientierten Gesundheitsförderungsmaßnahmen, z.B. zu bestimmten Formen der Patientenschulung, zum Empowerment chirurgischer Patientinnen und Patienten, zu Rauchstopp-Interventionen vor planbaren chirurgischen Eingriffen, zur Gesprächsqualität im Arzt-Patient-Gespräch.
Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Führungsstile eine nachweisbare Auswirkung auf die Gesundheit. Evidenz zur Gesundheitsförderung in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen ist in der Publikation "Gesundheitsfördernde Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen. Konzept und Praxis in Österreich", die 2008 in der Schriftenreihe des BMGFJ erschienen ist, zusammengefasst. Eine neuere englischsprachige Zusammenfassung der Evidenz findet sich in den Oxford Bibliographien in Public Health von Dietscher et al. (2014) unter dem Titel "Health Promoting Hospitals".
   
 
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