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Empfehlungen für den Behandlungsprozess bei Geschlechts-Dysphorie bzw. Transsexualismus

Eine interdisziplinäre Expertinnen- und Expertengruppe des Beirates für psychische Gesundheit hat die seit 1997 bestehenden "Empfehlungen für den Behandlungsprozess von Transsexuellen" überarbeitet und an die aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisse angepasst. Neben einer deutlichen Verbesserung der internationalen Behandlungsstandards für die Gesundheit von transsexuellen, transgender und gender-nonkonformen Personen wurden auch gesellschaftliche Veränderungen, wie das Recht auf Selbstbestimmung der Geschlechts-Identität, bei der Überarbeitung berücksichtigt.

Die vorliegenden Empfehlungen für den Behandlungsprozess orientieren sich an internationalen Vorgaben. Die Empfehlungen richten sich an alle im Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen, an die mit der Vollziehung des Personenstandsrechts betrauten Verwaltungsbehörden und an betroffene Personen.

Als Grundlage für die Voraussetzung der Bewilligung einer Personenstandsänderung ist das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 27.02.2009 heranzuziehen.

Im internationalen Diagnoseschlüssel von Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme der WHO gilt neben anderen Diagnosen auch für Transsexualismus die Version ICD-10. Bis 2018 soll die überarbeitete 11.Version der "ICD - International Statistical Classification of Diseases" vorliegen. Eine weitere Orientierung für die Diagnose ist das "DSM - Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorder" der "Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung". DSM-5 ist die gültige Version.

Empfehlungen für den Behandlungsprozess bei Geschlechtsdysphorie von Kindern und Jugendlichen

Aufgrund der Besonderheiten von Transidentität und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter und den speziellen Bedürfnissen dieser Zielgruppe sind detaillierte eigene Empfehlungen erforderlich, die den naturgemäß höheren Anforderungen zur Vermeidung irreversibler Fehleinschätzungen im diagnostischen Prozess genügen.

Eine interdisziplinäre Expertinnen- und Expertengruppe hat daher Empfehlungen erarbeitet und sich dabei an internationalen Vorgaben und Standards orientiert. Darüber hinaus wurden die Empfehlungen auch mit den relevanten Fachgesellschaften abgestimmt (Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie und Österreichische Gesellschaft für Kinder und Jugendheilkunde).

(19.12.2017)

 
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