Die Website des Österreichischen Sozialministeriums

Österreichische Gesundheitsbefragung 2014 (ATHIS)

Die Statistik Austria führte im Auftrag des ehemaligen Bundesministeriums für Gesundheit und der Bundesgesundheitsagentur von Oktober 2013 bis Juni 2015 eine österreichweite Erhebung zum Thema "Gesundheit" durch. Die "Österreichische Gesundheitsbefragung 2014" ist die erste Gesundheitsbefragung nach neuen europäischen Standards für eine weitreichend harmonisierte Gesundheitsbefragung im Fünf-Jahres-Rhytmus. Damit wurde die Vergleichbarkeit der Daten zwischen den einzelnen Ländern verbessert. 

Insgesamt wurden 15.771 zufällig ausgewählte Personen ab 15 Jahren zu ihrem Gesundheitszustand, zum Gesundheitsverhalten und zur Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen befragt.

Positives Ergebnis: Die Lebenserwartungsjahre in guter Gesundheit sind angestiegen.

Die am häufigsten genannten Krankheiten sind chronische Kreuzschmerzen oder andere chronische Rückenleiden. Frauen sind von Arthrose, Depression, chronischen Kopfschmerzen und Harninkontinenz häufiger betroffen als Männer. Zugenommen haben die täglichen RaucherInnen.

 

  • Die Lebenserwartung in Gesundheit im Vergleich zu 2006/07 erhöhte sich um 4,2 Jahre bei den Männern und um 2,7 Jahre bei den Frauen. 79 % der ÖsterreicherInnen bewerteten ihren eigenen Gesundheitszustand mit "sehr gut" oder "gut". Nur 5 % beurteilten ihre Gesundheit mit "schlecht" oder "sehr schlecht".
    Frauen sahen ihren allgemeinen Gesundheitszustand etwas pessimistischer als Männer: Mit 81 % "sehr gut" oder "gut" lagen die Männer um vier Prozentpunkte vor den Frauen (77 %).
  • Am häufigsten wurde über chronische Kreuzschmerzen oder ein anderes chronisches Rückenleiden berichtet: 24 % der Bevölkerung waren davon betroffen. Bei der Bevölkerung ab 75 Jahren waren es sogar jede zweite Frau und jeder dritte Mann. An zweiter Stelle der Liste der chronischen Krankheiten standen Allergien (1,7 Mio. Personen), gefolgt von Bluthochdruck (1,5 Mio. Personen) und chronische Nackenschmerzen sowie sonstigen Schmerzen an der Halswirbelsäule (1,3 Mio. Personen). Chronische Krankheitsbilder, die bei Frauen wesentlich häufiger auftraten als bei Männern waren Arthrose, Depression, chronische Kopfschmerzen und Harninkontinenz. 
  • 3,6 Mio. Personen gaben an, innerhalb der vier Wochen vor der Befragung Schmerzen gehabt zu haben. Frauen ebenso wie ältere Personen berichteten häufiger über Schmerzen als Männer. Mit zunehmendem Alter traten auch vermehrt starke bzw. sehr starke Schmerzen auf.
  • 200.000 Männer und 305.000 Frauen waren aufgrund eines dauerhaften gesundheitlichen Problems bei Tätigkeiten des Alltagslebens stark eingeschränkt, weitere 800.000 Männer und 970.000 Frauen waren etwas eingeschränkt. Dies betraf besonders häufig ältere Bevölkerungsgruppen.
  • Über Probleme bei der selbständigen Ausübung von zumindest einer Basisaktivität der täglichen Körperpflege und Versorgung der eigenen Person berichteten 249.000 Personen ab 65 Jahren (84.000 Männer und 165.000 Frauen). Etwa ein Viertel der Betroffenen hatte keine oder keine ausreichende Unterstützung. Frauen hatten häufiger nicht gedeckten Betreuungsbedarf als Männer.
  • Die selbständige Verrichtung wichtiger Tätigkeiten bei der Führung des Haushalts (wie z. B. Einkäufe erledigen oder Mahlzeiten zubereiten) war für 433.000 Personen ab 65 Jahren aus gesundheitlichen Gründen problematisch (115.000 Männer und 318.000 Frauen). Frauen im Alter von 75 Jahren und mehr waren am stärksten davon betroffen: jede zweite berichtete über Probleme mit der selbständigen Haushaltsführung. Etwa jedem fünften Mann und einem Drittel der Frauen mit Problemen bei der Haushaltsführung fehlte ausreichende Hilfe.
  • 16 % der Männer und 13 % der Frauen waren gemäß der WHO-Definition adipös (fettleibig). Hochgerechnet sind dies 548.000 Männer und 489.000 Frauen ab 15 Jahren. Der Anteil der adipösen Bevölkerung ist seit 2006/07 bei den Männern um 3,3 Prozentpunkte gestiegen, bei den Frauen jedoch gleichgeblieben. 
  • 1,76 Mio. ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren rauchten täglich, das waren im Vergleich zu 2006/07 um 134.000 Personen mehr. Dieser Anstieg war wesentlich dadurch bedingt, dass immer mehr Frauen täglich zur Zigarette griffen. Die Raucherquote der Männer lag 2014 bei 27 % (Rückgang gegenüber 2006/07 um einen Prozentpunkt), bei den Frauen bei 22 % (Anstieg um drei Prozentpunkte gegenüber 2006/07). Etwa ein Fünftel der nicht täglich rauchenden Bevölkerung war dem Passiv-Rauchen ausgesetzt. Am größten war die Belastung bei den 15- bis 29-Jährigen. Hier war nahezu jede dritte Person von Passiv-Rauchen betroffen.
  • Etwa die Hälfte der österreichischen Bevölkerung übte entsprechend einer WHO-Empfehlung ausreichend Bewegung aus, das heißt zumindest 150 Minuten Sport, Fitness oder körperliche Aktivität in der Freizeit pro Woche. Männer waren geringfügig aktiver als Frauen (52 % bzw. 49 %). Jede dritte Person erfüllte das zweite WHO-Kriterium bzw. übte zumindest zweimal in der Woche Tätigkeiten zum Aufbau und zur Kräftigung der Muskulatur aus, Männer etwas öfter als Frauen (36 % bzw. 29 %). Rund ein Viertel aller Personen erfüllte beide WHO- Kriterien. Bei den 18- bis 29 jährigen Männern erfüllten 43 % beide WHO-Empfehlungen.
  • 75 % der österreichischen Bevölkerung hatten einen aufrechten Impfschutz gegen Tetanus, 65 % waren zeckengeimpft (FSME). Die Grippeschutzimpfung wurde mit zunehmendem Alter häufiger in Anspruch genommen: 18 % der Personen ab 60 Jahren hatten einen aufrechten Grippeimpfschutz, jedoch nur 5 % der Personen unter 60 Jahren.
  • Etwa die Hälfte der Frauen ab 15 Jahren ließ in den zwölf Monaten vor der Befragung einen Krebsabstrich durchführen, der zur Früherkennung von Gebärmutterkrebs dient. Berücksichtigte man die drei vor der Befragung liegenden Jahre, erhöhte sich der Prozentsatz auf 78 %. Drei Viertel der Frauen ab 45 Jahren hatten in den vorangegangenen drei Jahren eine Mammographie in Anspruch genommen. Rund ein Drittel der Befragten ab 50 Jahren ließ im Jahr vor der Befragung einen Okkultbluttest vornehmen, weitere 47 % vor länger als zwölf Monaten. Einer Darmspiegelung hatten sich jemals 59 % der Befragten ab 50 Jahren unterzogen.
  • Drei von vier ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren (76 %) waren in den zwölf Monaten vor der Befragung in allgemeinmedizinischer Behandlung. Nur geringfügig weniger Personen hatten im Jahr vor der Befragung einen Zahnarzt oder eine Zahnärztin aufgesucht (72 %). 55 % der Männer und 71 % der Frauen konsultierten in den zwölf Monaten vor der Befragung zumindest einen Facharzt oder eine Fachärztin. Am häufigsten wurde ein Gynäkologe oder eine Gynäkologin aufgesucht, diese wurden von jeder zweiten Frau in Anspruch genommen.
  • Der Anteil der Kinder unter 18 Jahren, deren allgemeiner Gesundheitszustand von ihren Eltern als "sehr gut" oder "gut" beurteilt wurde, ist mit 97 % der Mädchen und 96 % der Buben sehr hoch. Einen speziellen Bedarf an Gesundheitsversorgung hatten laut CSHCN- Screener (Children with Special Health Care Needs) 11 % der Kinder und Jugendlichen. Im Alter von drei bis zehn Jahren war der spezielle Versorgungsbedarf der Buben nahezu doppelt so hoch wie jener der Mädchen. (12.11.2015)
 
nach oben