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Empfehlungen zu Varianten der Geschlechtsentwicklung

Der Leitfaden zu den Varianten der Geschlechtsentwicklung betrifft eine Thematik, für die erst seit kurzer Zeit einen Sensibilisierung in der öffentlichen Wahrnehmung stattgefunden hat. Der Begriff steht in dieser Empfehlung stellvertretend für „Intersexualität", „Intergeschlechtlichkeit", „Intersex" und auch für die diversen Diagnosen der „Differences of Sexual Development" (DSD). Der Adressatenkreis des Leitfadens umfasst Menschen, deren chromosomales, anatomisches als auch hormonelles Geschlecht nicht übereinstimmen. Die Betroffenen sind den geltenden strikten Vorstellungen von Mann und Frau nicht eindeutig zuordenbar, wodurch sich sowohl für die Betroffenen selbst, als auch für Angehörige und andere nahestehende Personen große Herausforderungen ergeben.

In den Empfehlungen werden die wesentlichen ethischen, juristischen und medizinischen Grundlagen erläutert, Hinweise zu medizinischen Behandlungen gegeben sowie nationale Versorgungsstrukturen, Beratungsstellen und Selbsthilfeorganisationen vorgestellt. Der Leitfaden wurde durch eine Arbeitsgruppe unter Führung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz erarbeitet.

Neben dem Bundesgesetz über die Durchführung von ästhetischen Behandlungen und Operationen (ÄsthOpG), BGBl. I Nr. 80/2012, und der Stellungnahme der österreichischen Bioethikkommission 2017 („Empfehlungen zu Intersexualität und Transidentität") stellt diese, speziell die medizinischen Aspekte des Themenfeldes beleuchtende Arbeit, einen weiteren Eckpfeiler der optimalen Betreuung von Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung dar. Oberstes Ziel ist es, nachhaltige Zufriedenheit mit der eigenen Geschlechtsidentität zu ermöglichen und dadurch eine hohe Lebensqualität für die betroffenen Menschen sicherzustellen.

Zuletzt aktualisiert: 02.09.2019

 
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