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Seltene Erkrankungen in Österreich

In der Europäischen Union werden seltene Erkrankungen über ihre Häufigkeit definiert. Ein Krankheitsbild gilt dann als selten, wenn zu einem beliebig wählbaren Stichtag nicht mehr als fünf von zehntausend Einwohnerinnen und Einwohner in der EU an dieser Krankheit leiden. Hinter dem Sammelbegriff seltene Erkrankungen verbergen sich geschätzte 6.000 bis 8.000 unterschiedliche Krankheitsbilder, die in ihrer Gesamtheit 6 bis 8 Prozent der europäischen Gesamtbevölkerung betreffen. In Österreich ist gemäß dieser Zahlen von rund einer halben Million Patientinnen und Patienten auszugehen.

Nationaler Aktionsplan für seltene Erkrankungen (NAP.se)

Aufgrund der Seltenheit einzelner Krankheitsbilder sind Betroffene und ihre Angehörige häufig mit besonderen Problemlagen konfrontiert. Der Nationale Aktionsplan für seltene Erkrankungen, kurz NAP.se, soll für die Betroffenen eine bessere Versorgung ermöglichen. Gleichzeitig sollen sowohl Ärztinnen/Ärzte, nichtärztliche Gesundheitsberufe als auch die Gesellschaft für die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit seltenen Erkrankungen sensibilisiert werden.

Der NAP.se wurde im Auftrag des ehemaligen Bundesministeriums für Gesundheit von der Nationalen Koordinationsstelle für seltene Erkrankungen in Zusammenarbeit mit der Expertengruppe für seltene Erkrankungen und der Strategischen Plattform für seltene Erkrankungen erstellt.

2014 wurde der Beirat für seltene Erkrankungen als ständiges beratendes Gremium anstelle der Expertengruppe eingerichtet.

Der Aktionsplan setzt neun zentrale Themenschwerpunkte, die sowohl die europäischen Empfehlungen als auch die nationalen Erfordernisse berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem die Abbildung der seltenen Erkrankungen im österreichischen Gesundheits- und Sozialsystem, die Förderung der Forschung oder die Verbesserung des Zugangs zu Therapien.

Bei der Erstellung des NAP.se wurde für die Umsetzung der Maßnahmen ein Zeitrahmen bis Ende 2018 veranschlagt. Da einige Maßnahmen eine Einrichtung von dauerhaften Strukturen wie z.B. Gremien vorsieht, wird der NAP.se nicht mit dem Jahr 2018 abgeschlossen, sondern die Ziele werden darüber hinaus weiterverfolgt.

Expertisezentren für seltene Erkrankungen

Bei der Umsetzung des nationalen Aktionsplans für seltene Erkrankungen (NAP.se) steht die Designation von Expertisezentren für definierte Gruppen von seltenen Erkrankungen im Vordergrund. Expertisezentren sollen dafür sorgen, dass an seltenen Krankheiten leidende Menschen optimal betreut und versorgt werden. Durch die Designation von spezialisierten Einrichtungen zu Expertisezentren sollen keine neuen Strukturen geschaffen, sondern Expertise von bereits existierenden Einrichtungen sichtbar gemacht werden.
Mehr zum Thema: Expertisezentren für seltene Erkrankungen

Europlan-Konferenz

Die im Nationalen Aktionsplan seltene Erkrankungen (NAP.se) definierten Maßnahmen wurden bei der Europlan-Konferenz 2015 präsentiert. Die Konferenz wurde vom Gesundheitsministerium in Kooperation mit der Nationalen Koordinationsstelle für seltene Erkrankungen (NKSE) und Pro Rare Austria veranstaltet.

Zum Thema

Expertisezentren für seltene Erkrankungen

(13.04.2018)

 
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