Die Website des Österreichischen Sozialministeriums

Masernkampagne

Masern

Aktuelle Situation

Mit Stand 21.08.2019 wurden im Jahr 2019 bereits 143 Masern-Fälle gemeldet, betroffen sind mittlerweile alle Bundesländer. 

Im Jahr 2018 wurden 77 Masern-Fallmeldungen registriert (Stand 09.01.2019). Vergangenes Jahr waren alle Bundesländer betroffen und 12% der Fälle standen in Verbindung mit Gesundheitspersonal.

Weltweit herrscht weiterhin eine erhöhte Masernaktivität. In der WHO-Region Europa wurden im Jahr 2018 mehr als 80.000 Masernfälle und 72 Todesfälle laut der Weltgesundheitsorganisation WHO http://www.euro.who.int/en/media-centre/sections/press-releases/2019/measles-in-europe-record-number-of-both-sick-and-immunized verzeichnet.  In den meisten Fällen war eine Hospitalisierung der Erkrankten notwendig.
In den EU/EWR-Ländern wurden zwischen 01. November 2017 und 30. November 2018 insgesamt 12.790 Fälle bzw. 35 Todesfälle registriert (Stand Januar 2019, ECDC https://ecdc.europa.eu/sites/portal/files/documents/measles-rubella-monthly-surveillance-report-january-2019.pdf)

 

Aufgrund der aktuellen Entwicklung, sollte der eigene Impfstatus dringend kontrolliert werden: ausreichender Schutz besteht nach 2 schriftlich bestätigten Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln oder wenn mittels Antikörperbestimmung nachgewiesen ist, dass ein ausreichender Schutz im Blut vorhanden ist. Fehlende Impfungen können und sollen in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Es handelt sich um einen Lebendimpfstoff, darum ist ein „überimpfen" nicht möglich. Der Impfstoff ist für Kinder und Erwachsene an öffentlichen Impfstellen sowie im Rahmen des Kinderimpfprogramms kostenfrei erhältlich.

Um eine weitere Ausweitung des Masern-Virus möglichst hintanzuhalten, haben Expertinnen und Experten des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK), der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sowie der Landessanitätsdirektionen notwendige Sofortmaßnahmen vereinbart.

Unter anderem werden entsprechende behördliche Kontroll- und Präventionsmaßnahmen gemäß der Standardverfahrensanleitung des Ministeriums umgesetzt. (Siehe Fachinformationen Masern-SVA)

Aktuelle Situation Europaweit

Aufgrund vermehrter Masernausbrüche europaweit wird die Empfehlung seitens des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ausgesprochen, dass alle EU/EWR-Bürgerinnen und Bürger, die in Länder oder Regionen mit bekannten Ausbrüchen reisen, vorab die Immunität überprüfen (zwei MMR-Impfungen oder nachweislich durchgemachte Erkrankung) und sich ggf. impfen lassen.
Impfung ist die einzig wirksame vorbeugende Maßnahme gegen Ansteckung bei Kontakt mit Masernerkrankten.

Masernausbrüche im EU/EWR - Raum 

Zwischen 1. Dezember 2017 bis 30. November 2018 beliefen sich die Masernfälle in den EU/EWR-Mitgliedstaaten laut ECDC auf 12790 (ECDC Bericht Januar 2019). Die meisten Masernfälle wurden in Griechenland (2634), Frankreich (2921), Italien (2548), Rumänien (1346) und Großbritannien (984) registriert. Davon wurden, wie bereits weiter oben, 35 Todesfälle gemeldet. Insgesamt wurden Masernfälle in 30 EU/EWR-Mitgliedstaaten beobachtet.

Informationen und aktuelle Statistiken zu Masernausbrüchen in der EU/EWR sind unter https://ecdc.europa.eu/en/measles  zu finden.

Der gesamte Bericht (in englischer Sprache) kann unter https://ecdc.europa.eu/sites/portal/files/documents/measles-rubella-monthly-surveillance-report-january-2019.pdf  eingesehen werden. 

Masern: Keine harmlose Kinderkrankheit

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit! Sie sind hoch ansteckend und werden über Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen, etc.) übertragen. Es erkranken sowohl Säuglinge, Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene, die ungeschützt sind. Ausreichender Schutz besteht nach 2 schriftlich dokumentierten Masernimpfungen mit einem Lebendimpfstoff oder bei Nachweis schützender Antikörperspiegel im Blut (Titerbestimmung), wenn man die Krankheit schon durchgemacht hat.

Menschen, die an Masern erkranken, sind bereits vor dem Auftreten des typischen Masernausschlags (rote, grobflächige Flecken) hoch ansteckend! Bei Masern kommt es acht bis zehn Tage nach der Infektion (höchstens 21 Tage danach) zu allgemeinen Beschwerden wie Fieber, Schnupfen, Husten und Bindehautentzündung, begleitet vom typischen Ausschlag. Dabei sind die Erkrankten vier Tage vor bis vier Tage nach Auftreten des Ausschlags hoch ansteckend. Die Masernerkrankung schwächt die Abwehrkräfte des Körpers dermaßen, dass über mehrere Jahre hinweg das Risiko, an einer anderen Infektionskrankheit zu sterben, erhöht ist! Es gibt keine Behandlung der Masernvirus-Infektion selbst, nur die Symptome können gelindert werden.

Die Krankheitsfolgen von Masern können schwerwiegend sein! Bei 20 von 100 Fällen von Masern treten Komplikationen wie Bronchitis, Mittelohr- und/oder Lungenentzündung auf. Bei 1-2 Personen von 1.000 Erkrankten kommt es zu einer lebensbedrohlichen Gehirnentzündung. Selten kann Jahre später ein Gehirnzerfall auftreten, der immer tödlich verläuft. Man nennt diese Spätfolge subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Besonders gefährdet für SSPE sind Kinder, die im ersten Lebensjahr erkranken oder während der Geburt angesteckt werden. Hier erkrankt 1 Kind von 600 Masernerkrankten an SSPE.

Mit einer zeitgerechten Impfung können Sie sich selbst, Ihre Familie und Ihr Umfeld schützen! Empfohlen sind 2 Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) ab dem vollendeten 9. Lebensmonat. Versäumte Impfungen können und sollen ehest möglich nachgeholt werden. Sollten Sie Zweifel an Ihrem Impfstatus haben, wird ein Impfschutz unbedingt angeraten - eine "Überimpfung" ist nicht möglich. Der wirksame, gut verträgliche Impfstoff ist für alle Personen ohne Altersbeschränkung an öffentlichen Impfstellen kostenfrei erhältlich.

Wenn Ihr Kind nicht ausreichend gegen Masern geimpft ist, kann es im Falle eines Kontakts mit einer an Masern erkrankten Person von der Gesundheitsbehörde bis zu 21 Tage vom Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten, Schule, Hort, etc. ausgeschlossen werden. (vgl. §§ 6 ff. des Epidemiegesetzes).

Vorsichtsmaßnahmen bei Masernverdacht

Bei Verdacht auf Masern, oder Auftreten von unspezifischen Symptomen wie Schnupfen, Fieber, geröteten Augen oder anderen grippeähnlichen Symptomen, die auf Masern hinweisen, UNBEDINGT die Ärztin bzw. den Arzt oder das Krankenhaus VORHER telefonisch kontaktieren, damit eine Übertragung in Warteräumen und Ambulanzen verhindert werden kann.

Impflücken

Für eine ausreichende Immunität der Bevölkerung hinsichtlich Masern ist eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent mit 2 Dosen erforderlich. Die Masern-Durchimpfungsraten 2017 zeigen, dass für die 2-5-Jährigen die Durchimpfungsrate mit der 2. Dosis bei etwa 81 Prozent liegt, es sind also 48.000 Kinder in dieser Altersgruppe nicht ausreichend gegen Masern geschützt. Beispielsweise bei den 15-30-Jährigen benötigen eine halbe Million Menschen eine 2. Dosis. Die Immunität der Bevölkerung zeigt sich auch ganz deutlich in den Masern-Fallzahlen 2018, wo der Großteil der Fälle bei Personen 15 Jahre und älter auftritt.

WHO-Ziel: Masern weltweit ausrotten

Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist, die Masern weltweit auszurotten. Die Impfung jeder einzelnen Person trägt dazu bei, eine Herdenimmunität (also einen Gemeinschaftsschutz) aufzubauen und damit besonders gefährdete Gruppen zu schützen (wie Säuglinge, ungeimpfte Schwangere und Personen, die nicht geimpft werden können z.B. Personen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche).

Die Impfung schützt jeden einzelnen vor einer Erkrankung, die in einem Viertel der Fälle mit Komplikationen (Mittelohrentzündung, Durchfall, Lungenentzündung, Gehirnentzündung) einhergeht und tödlich enden kann.

Impfempfehlung

Der Österreichische Impfplan empfiehlt zwei Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) ab dem vollendeten 9. Lebensmonat. Dies sollte vor Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen unbedingt nochmals kontrolliert werden.

Bei Erstimpfung im 1. Lebensjahr soll die 2. Impfung nach 3 Monaten verabreicht werden. Bei Erstimpfung nach dem 1. Lebensjahr erfolgt die 2. Impfung frühestmöglich, mit einem Mindestabstand von 4 Wochen. Mit zwei Impfungen, besteht langanhaltender Schutz. 

Impfung nachholen

Fehlende Impfungen können und sollen in jedem Alter nachgeholt werden.

Beim Fehlen von 2 schriftlich bestätigten Impfungen oder fehlender Immunität (Antikörpertestung gegen Masern, Mumps oder Röteln) auch nur gegen eine Impfkomponente soll die MMR-Impfung in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Auch Jugendliche und Erwachsene, die als Kinder nur einmal gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft worden sind, sollen eine weitere MMR-Impfung erhalten. Personen, die mit einem inaktivierten Masern-Impfstoff geimpft wurden (Masern adsorbiert oder Quintovirelon), sollten zwei Dosen MMR-Impfstoff erhalten.

Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, ist ein Impfen bei bestehender Immunität oder nach vorhergehenden Impfungen unproblematisch, denn in diesem Fall werden die Impfviren durch die bereits bestehende Immunabwehr an ihrer Vermehrung gehindert, eine Überimpfung ist nicht möglich.

Kostenfreie Impfung in jedem Alter

Der Impfstoff ist für Kinder und Erwachsene an öffentlichen Impfstellen kostenfrei erhältlich. Die Kosten für die Impfungen werden vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, den Sozialversicherungsträgern und den Bundesländern getragen. Informationen zur kostenlosen Masernimpfung: keinemasern.at.

Nebenwirkungen wie leichtes Fieber und Ausschlag können bei circa jedem 10. Impfling auftreten, sind aber in der Regel harmlos und sehr viel schwächer ausgeprägt als bei der Wildinfektion: Informationen zu Nebenwirkungen

 
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