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Röteln

Bei den Röteln handelt es sich um eine hochansteckende übertragbare Erkrankung des Menschen, die durch das Röteln-Virus verursacht wird. Das Virus wird durch feinste Tröpfchen beim Sprechen, Reden oder Husten und direkten Schmierkontakt weitergegeben. Bei Erkrankung einer Schwangeren kann das Virus das ungeborene Kind anstecken und schwere Fehlbildungen verursachen.

Die typischen Krankheitszeichen wie ein kleinfleckiger Ausschlag, Lymphknotenschwellungen (besonders im Nacken) oder Gelenksbeschwerden treten etwa 14 bis 21 Tage nach Ansteckung auf. Bei Kindern verläuft etwa die Hälfte und bei Erwachsenen ein Drittel der Fälle ohne Krankheitszeichen. In seltenen Fällen können Komplikationen in Form von Gelenksentzündungen, Bronchitis, Mittelohrentzündung, Gehirnentzündung oder entzündliche Erkrankungen des Herzmuskels und Herzbeutelentzündung auftreten.

Eine schwerwiegende Gefahr stellt die Röteln-Erkrankung bei Schwangeren dar: bei Rötelninfektionen bis zur 17. Schwangerschaftswoche kann es zu schweren Fehlbildungen des Embryos mit Taubheit, Herzfehlern, grauem Star und anderen Organdefekten kommen.

Es ist das angestrebte Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Röteln in der Europäischen Region bis 2020 zu eliminieren. In Österreich glaubte man sich auf Grund der äußerst geringen Fallzahlen diesem Ziel bereits sehr nahe, im Jahr 2009 kam es jedoch mit 365 Infektionen wieder zu einem starken Anstieg der Erkrankungen. Wie die Masern- und Mumpsausbrüche der letzten Jahre zeigt auch dieser Anstieg, dass besonders in der Altersgruppe der 15- bis 40-Jährigen die Schutzraten gegen Masern, Mumps und Röteln zu niedrig sind und nachgeimpft werden sollte. In anderen europäischen Ländern und weltweit kommt es immer wieder zu Ausbrüchen mit der Gefahr einer Einschleppung nach Österreich.

Durch die in Österreich empfohlene Schutzmaßnahme der kombinierten Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) kann das Virus weiter zurückgedrängt und das Fehlbildungsrisiko für Kinder von ungeschützten Frauen vermindert werden. Weiterführende Informationen finden Sie im österreichischen Impfplan.

(29.6.2017)

 
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