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Klinische Psychologin, Klinischer Psychologe

Die Klinische Psychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie.

Sie umfasst unter Einsatz klinisch-psychologischer Mittel auf Grundlage der psychologischen Wissenschaft, deren

  • Erkenntnisse, Theorien, Methoden und Techniken,
  • Erwerb der fachlichen Kompetenz,
  • Untersuchung, Auslegung und Prognose des menschlichen Erlebens und Verhaltens sowie die gesundheitsbezogenen und störungsbedingten Einflüssen darauf sowie
  • klinisch-psychologische Behandlung von Verhaltensstörungen, psychischen Veränderungen und Leidenszuständen.

Die genannten Tätigkeiten werden eigenverantwortlich ausgeführt, unabhängig davon, ob sie freiberuflich oder im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses erfolgen.

Der Tätigkeitsbereich der Klinischen Psychologie umfasst insbesondere die

  • klinisch-psychologische Diagnostik in Bezug auf gesundheitsbezogenes und gesundheitsbedingtes Verhalten und Erleben, darauf aufbauend
  • die Erstellung von klinisch-psychologischen Befunden und Gutachten.

Diese beiden Bereiche stehen unter dem Tätigkeitsvorbehalt, da für deren Ausübung die fachliche Kompetenz der Klinischen Psychologinnen und Klinischen Psychologen unabdingbar ist.

Tätigkeitsvorbehalt bedeutet, dass es einen generellen Ausschließungsanspruch auf die Ausübung von Tätigkeiten gibt, unabhängig davon, ob diese berufsmäßig oder nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Andere als die im Gesetz genannten Personen sind von der einmaligen Ausübung einer in den Tätigkeitsvorbehalt fallenden Tätigkeit ausgeschlossen.

Zum Berufsvorbehalt der Klinischen Psychologie gehören

  • Anwendung klinisch-psychologischer Behandlungsmethoden bei Personen aller Altersstufen und Gruppen, die aufbauend auf klinisch-psychologische Diagnostik fokussiert, ziel- und lösungsorientiert ist,
  • klinisch-psychologische Begleitung von Betroffenen und Angehörigen in Krisensituationen,
  • klinisch-psychologische Beratung in Bezug auf verschiedene Aspekte gesundheitlicher Beeinträchtigungen, ihrer Bedingungen und Veränderungsmöglichkeiten,
  • klinisch-psychologische Evaluation sowie
  • Lehre und Forschung.

Im Unterschied zum Tätigkeitsvorbehalt werden beim Berufsvorbehalt andere Personen erst dann von der Ausübung des Berufsbildes ausgeschlossen, wenn sie mehrere oder alle Tätigkeiten des Berufsbildes in Ertragsabsicht ausüben.

Ausbildung nach dem Psychologengesetz 2013 (Ausbildungsbeginn ab 01.07.2014)

  • Diplomstudium/Bachelor- und Masterstudium in Psychologie (300 ECTS)
  • Postgraduale klinisch-psychologische Fachausbildung
  • Erwerb theoretischer fachlicher Kompetenz im Gesamtausmaß von zumindest 340 Einheiten
  • Erwerb praktischer fachlicher Kompetenz durch eine psychologische Tätigkeit im Gesamtausmaß von zumindest 2188 Stunden, davon
  • praktische Fachausbildungstätigkeit unter Anleitung von Berufsangehörigen im Rahmen von Arbeitsverhältnissen im Ausmaß von zumindest 2098 Stunden und
  • begleitende Supervision im Ausmaß von zumindest 120 Einheiten und
  • Selbsterfahrung im Ausmaß von zumindest 76 Einheiten

Zumindest 500 Stunden der praktischen Fachausbildungstätigkeit sind zeitgleich mit der theoretischen Ausbildung zu absolvieren.

Informationen zur praktischen Fachausbildung bei Ausbildungsbeginn nach dem 01.07.2014 sind dem Formular "Rasterzeugnis-Klinische Psychologie-PG 2013" zu entnehmen.

Maßnahmen zur Qualitätssicherung

Detaillierte Ausführungen zur Ausbildung sind unter Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu finden.

 

Ausbildungseinrichtungen

Die anerkannten theoretischen Ausbildungseinrichtungen sind der Datenbank Ausbildungseinrichtungen für Theorie und Praxis zu entnehmen.

 

Ausbildung im Rahmen der Übergangsbestimmungen gemäß § 48 Psychologengesetz 2013 (Ausbildungsbeginn vor dem 01.07.2014)

  • Diplomstudium / Bachelor- und Masterstudium in Psychologie (300 ECTS)
  • Postgraduale klinisch-psychologische Fachausbildung
  • Erwerb theoretischer fachlicher Kompetenz in einer Gesamtdauer von zumindest 160 Stunden
  • Erwerb praktischer fachlicher Kompetenz durch eine psychologische Tätigkeit in der Gesamtdauer von zumindest 1480 Stunden, davon zumindest 800 Stunden in einer facheinschlägigen Einrichtung des Gesundheitswesens
  • Begleitende Supervision in der Gesamtdauer von zumindest 120 Stunden

 

Voraussetzungen für die selbständige Ausübung des Gesundheitsberufes der Klinischen Psychologinnen und Klinischen Psychologen

  • Handlungsfähigkeit in allen Belangen auf die Berufsausübung
  • Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung Psychologin bzw. Psychologe
  • Erfolgreiche Absolvierung der fachlichen Kompetenz in der Klinischen Psychologie
  • Gesundheitliche Eignung
  • Vertrauenswürdigkeit
  • Deutschkenntnisse
  • Berufshaftpflichtversicherung

Eintragung in die Berufsliste

  Informationen und Formulare zur Eintragung in die Liste der Klinischen Psychologen und Psychologen

 

Die Kontaktdaten sind zu finden unter der  Liste der Klinischen Psychologinnen und Klinischen Psychologen.

Der Eintrag in die Liste der Klinischen Psychologinnen und Klinischen Psychologen ist der Berechtigungsnachweis für die selbstständige Berufsausübung. Er dient daher auch als Bestätigung über die Berufsberechtigung bei Behörden, Ämter, Unternehmen, etc.

Die Ausstellung einer weiteren Bestätigung der erlangten Berufsberechtigung ist gebührenpflichtig

Bei erforderlichen Änderungen der Kontaktdaten ist das Formular & Information zur Datenänderung zu verwenden.

 

 

Zu den wesentlichen Berufspflichten der Klinischen Psychologinnen/Klinischen Psychologen zählt die Ausübung des Berufes nach bestem Wissen und Gewissen unter Beachtung der Entwicklung der Erkenntnisse der Wissenschaft. Diesem Erfordernis ist insbesondere durch den regelmäßigen Besuch von in- oder ausländischen Fortbildungsveranstaltungen zu entsprechen.

Nähere Informationen sind der Fortbildungsrichtlinie zu entnehmen.

Fortbildung im Zuge einer vorübergehenden Berufsunterbrechung:

Sofern eine Berufsunterbrechung länger als ein Jahr gegeben ist, sind 30 Fortbildungseinheiten (siehe § 28 PG 2013) innerhalb des letzten Jahres vor der Wiederaufnahme der Berufsausübung zu absolvieren.

Zur Glaubhaftmachung absolvierter Fortbildungen ist das Formular Nachweis über absolvierte Fortbildungen zu verwenden, das per E-Mail an ipp.office@sozialministerium.at übermittelt werden kann. Die Teilnahmebestätigungen sind für eine allfällige Nachfrage evident zu halten. 

Sofern eine Berufsunterbrechung länger als fünf Jahre gegeben ist, sind 60 Ausbildungseinheiten (siehe § 28 PG 2013) innerhalb des letzten Jahres vor Wiederaufnahme der Berufsausübung zu absolvieren.

Informationen und Formblätter zur Aus- und Weiterbildung

 

 

(zuletzt aktualisiert: 22.05.2019)

 
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