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Musiktherapeutin, Musiktherapeut

Die Musiktherapie ist eine eigenständige, wissenschaftlich-künstlerisch-kreative und ausdrucksfördernde Therapieform. Sie umfasst die bewusste und geplante Behandlung von Menschendurch den Einsatz musikalischer Mittel in einer therapeutischen Beziehung. Insbesondere wird sie bei Menschen mit emotional, somatisch, intellektuell oder sozial bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen eingesetzt. Ziel der Behandlung ist:

  • Symptomen vorzubeugen, diese zu mildern oder zu beseitigen oder
  • behandlungsbedürftige Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern oder
  • die Entwicklung, Reifung und Gesundheit der/des Behandelten zu fördern und zu erhalten oder wiederherzustellen

Die Ausübung des musiktherapeutischen Berufes besteht in der berufsmäßigen Ausführung der zuvor umschriebenen Tätigkeiten, insbesondere zum Zweck der

  • Prävention einschließlich Gesundheitsförderung
  • Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen
  • Rehabilitation
  • Förderung von sozialen Kompetenzen einschließlich Supervision sowie
  • Lehre und Forschung

Das Musiktherapiegesetz regelt zwei Formen der musiktherapeutischen Berufsausübung, mit denen unterschiedliche Rechte und Pflichten verbunden sind:

  1. Die eigenverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie besteht in der eigenständigen Ausführung der im Berufsbild umschriebenen Tätigkeiten, unabhängig davon, ob diese Tätigkeiten freiberuflich oder im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses ausgeübt werden.
  2. Die mitverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie besteht in der Ausführung der im Berufsbild umschriebenen Tätigkeiten im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses nach Anordnung durch
  • eine Ärztin/einen Arzt oder
  • eine klinische Psychologin/einen klinischen Psychologen oder
  • eine eigenverantwortlich berufsberechtigte Musiktherapeutin/einen eigenverantwortlich berufsberechtigten Musiktherapeuten oder
  • eine Psychotherapeutin/einen Psychotherapeuten oder
  • eine Zahnärztin/einen Zahnarzt und

unter regelmäßiger Supervision

  • durch eine eigenverantwortlich berufsberechtigte Musiktherapeutin/einen eigenverantwortlich berufsberechtigten Musiktherapeuten im fachlich erforderlichen Ausmaß

Ausbildung für die mitverantwortliche Berufsausübung:

  • Absolvierung eines Bachelorstudiums der Musiktherapie an einer österreichischen Universität oder
  • Fachhochschul-Bachelorstudiengang der Musiktherapie an einer österreichischen Fachhochschule

Dauer der Ausbildung: 6 Semester

Ausbildung für die eigenverantwortliche Berufsausübung:

  • Absolvierung eines Diplomstudiums der Musiktherapie an einer österreichischen Universität oder
  • Fachhochschul-Diplomstudiengang der Musiktherapie an einer österreichischen Fachhochschule oder
  • Masterstudium der Musiktherapie an einer österreichischen Universität nach Erfüllung der Ausbildungsvoraussetzungen für die mitverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie oder
  • Fachhochschul-Masterstudiengang der Musiktherapie an einer österreichischen Fachhochschule nach Erfüllung der Ausbildungsvoraussetzungen für die mitverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie

Dauer der Ausbildung: 8 Semester

Zur Erlangung der Berufsberechtigung ist ein Antrag auf Eintragung in die MusiktherapeutInnenliste bei der listenführenden Behörde (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz) bei Vorliegen der folgenden Voraussetzungen einzubringen:

Allgemeine Voraussetzungen:

  • Handlungsfähigkeit in allen Belangen auf die Berufsausübung
  • gesundheitliche Eignung
  • Vertrauenswürdigkeit
  • Deutschkenntnisse
  • Berufshaftpflichtversicherung

Besondere Voraussetzungen:

für die mitverantwortliche Berufsausübung:

Erfolgreiche Absolvierung der Ausbildung für die mitverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie oder einer gleichzuhaltenden Ausbildung (insbesondere Nostrifikation eines ausländischen Studiums, EWR-Qualifikation). 

für die eigenverantwortliche Berufsausübung:

Erfolgreiche Absolvierung der Ausbildung für die eigenverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie oder einer gleichzuhaltenden Ausbildung (insbesondere Nostrifikation eines ausländischen Studiums, EWR-Qualifikation).

Zusatzinformation zur eigenverantwortlichen Berufsausübung

Jene Berufsberechtigten, die bereits in die MusiktherapeutInnenliste zur mitverantwortlichen Berufsausübung eingetragen sind und nun die Eintragung der Berufsberechtigung zur eigenverantwortlichen Berufsausübung anstreben, haben dafür auch das Formular "Antrag auf Eintragung in die Musiktherapeutenliste" zu verwenden.

Dem Antrag sind die erforderlichen Nachweise anzuschließen. Von der Vorlage des ärztlichen Zeugnisses zum Nachweis der gesundheitlichen Eignung und der Strafregisterbescheinigung zum Nachweis der Vertrauenswürdigkeit kann Abstand genommen werden, sofern seit der Eintragung zur mitverantwortlichen Berufsausübung weniger als zwei Jahre vergangen sind.


 

 

 

Zusätzlich zur Berufsbezeichnung ist als Zusatzbezeichnung jener akademische Grad in abgekürzter Form zu führen, der aufgrund der Absolvierung der entsprechenden musiktherapeutischen Ausbildung erworben wurde. An der Zusatzbezeichnung ist erkennbar, ob jemand zur eigenverantwortlichen oder mitverantwortlichen Berufsausübung der Musiktherapie berechtigt ist.

Die Kontaktdaten sind zu finden unter der MusiktherapeutInnenliste

Der Eintrag in die Liste der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten ist der Berechtigungsnachweis für die selbstständige Berufsausübung. Er dient daher auch als Bestätigung über die Berufsberechtigung bei Behörden, Ämtern, Unternehmen, etc.

Die Ausstellung einer weiteren Bestätigung der erlangten Berufsberechtigung ist gebührenpflichtig

Bei erforderlichen Änderungen der Kontaktdaten ist das Formular zur Datenänderung zu verwenden.

 


 

 

Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten sind dazu verpflichtet, ihren Beruf nach bestem Wissen und Gewissen auszuüben. Dafür sind 

  • regelmäßige in- oder ausländische Fortbildungsveranstaltungen über aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse der musiktherapeutischen und anderer berufsrelevanter Wissenschaften zu besuchen
  • sowie Supervision in Anspruch zu nehmen

Fortbildung im Zuge einer vorübergehenden Berufsunterbrechung

Musiktherapeutinnen/Musiktherapeuten haben bei einer vorübergehenden Unterbrechung der Berufsausübung von mehr als einem Jahr (bis maximal 5 Jahre) zumindest 30 Fortbildungseinheiten im letzten Jahr vor der Wiederaufnahme der Berufsausübung zu absolvieren.

Wenn die Berufsausübung für mehr als fünf Jahre unterbrochen wird, erlischt gemäß § 17 Abs. 1 MuthG die Berufsberechtigung. In diesem Fall entsteht die Fortbildungspflicht erst wieder mit einer etwaigen neuerlichen Eintragung in die Musiktherapeutenliste, bei der allerdings die zwischenzeitlich erfolgte Fortbildung als Eintragungskriterium heranzuziehen wäre.

Detailinformationen zur Fortbildungspflicht sind der Ethik- und Berufsrichtlinie für Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten sowie dem Musiktherapiegesetz (MuthG) BGBl. I Nr. 93/2008 zu entnehmen.

 
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