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Alumni - WINTEC (Wissenschaftspreis Inklusion durch Naturwissenschaften und Technik)

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung aller bisherigen Ausschreibungen und Verleihungen zum WINTEC.

Der WINTEC 2016 im Rückblick

Youtube  - Video zur WINTEC-Preisverleihung 2016
Lorm-Hand

Gesellschaftlich marginalisierte Gruppen wie die der taubblinden Menschen werden von
unterschiedlichen Formen der Kommunikation mitunter stark ausgeschlossen. Gemeinsam
mit „Betroffenen" entwickelt ein junges Team internationaler Designforscher/innen ein mobiles
Kommunikationsgerät in Form eines Handschuhs, mit dessen Hilfe sich das deutsche
Tastalphabet Lorm in digitalen Text übersetzen lässt und umgekehrt.
Mit Hilfe kleiner Sensoren kann der gelormte Text beispielsweise per SMS oder Email verschickt,
als Sprachnachricht ausgegeben und in sozialen Netzwerken (z.B. Facebook,
Twitter) gepostet werden. Umgekehrt kann der/die Benutzer/in mit Hilfe kleiner, im Handschuh
befindlicher Vibrationsmotoren, empfangene Sprach- oder Textnachrichten haptisch
wahrnehmen. Taubblinde Menschen können dadurch mit anderen Menschen kommunizieren,
selbst wenn diese sich ganz woanders befinden.

FLipMouse

der elektronischer Klangerzeuger adaptiert, sodass auch Personen mit stark reduzierter Bewegungsmöglichkeit umfangreiche musikalische Ausdrucksmöglichkeiten erhalten. Die Auswahl eines Akkords erfolgt hierbei durch Positionierung des Mauscursors auf der entsprechenden Schaltfläche einer speziellen graphischen Benutzerschnittstelle mittels Augensteuerung, das Auslösen bzw. Halten des Akkords erfolgt durch Pusten in das FLipMouse Mundstück. Dadurch lassen sich auch komplexe Akkordfolgen spielen und der Wechsel von einem Akkord zum nächsten ist binnen Sekundenbruchteilen möglich.
Die Anwendbarkeit dieser speziellen Musikschnittstelle wird durch die Live-Auftritte der Band „The Toilers of Tune" eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Hier werden Jazz-Standards und Eigenkompositionen in einer klassischen Besetzung (Vocals: Petra Feuerstein, Bass: Georg Schmelzer Ziringer, Banjo: Andi Sagmeister, Keyboards: Harry Hötzinger, Drums: Leo Geist) interpretiert. Harry Hötzinger verwendet das entwickelte System zur Ansteuerung von Orgel / Keyboards.
Die entwickelten Lösungen wurden unter Open Source Hardware- und Software Lizenzen veröffentlicht und eignen sich auch für die Anwendung in Ländern mit niedrigem Grundeinkommen. In einer Reihe von qualitativen und quantitativen Erhebungen wurde das System von verschiedenen Menschen mit Behinderung getestet - u.a. in Österreich, Kenia, Simbabwe und Südafrika. Alle Baupläne und Software-Downloads sind kostenfrei online verfügbar.
Die Forschergruppe an der FH Technikum Wien möchte die beschriebenen Lösungen in Zukunft ausbauen und die Verwendbarkeit mit einer größeren Gruppe von Testpersonen evaluieren. Durch das Angebot eines Bausatzes für die FLipMouse, geplante Kooperationen in Afrika und ein Online-Forum für Austausch und Vernetzung von AnwenderInnen und ForscherInnen sollen die innovativen Verwendungsmöglichkeiten von FLipMouse und kostengünstigen Augensteuerungen weiteren Menschen zugänglich gemacht werden.

Sprachsynthese

Spezielle Eingabesysteme für die Verwendung von Computern erlauben Menschen mit körperlichen Einschränkungen Kommunikation, Teilnahme an Sozialen Netzwerken, Produktivität und kreative Entfaltung und tragen so maßgeblich zur Inklusion in die Gesellschaft bei. Obwohl es ein umfangreiches Angebot an Eingabehilfen gibt, sind der Flexibilität und Kombinierbarkeit der einzelnen Lösungen meist enge Grenzen gesetzt. In der vorliegenden Arbeit wird eine neuartige Interaktionshilfe vorgestellt, welche eine sehr präzise sowie effiziente Kontrolle des Maus-Cursors ermöglicht. Dabei werden durch Kombination von kostengünstigen Augensteuerungssystemen mit einer neu entwickelten „Finger- und Lippenmaus" (FLipMouse) die inhärenten Probleme von Augensteuerungen (Ungenauigkeiten bei der Bestimmung der Blickrichtung, „Zittern" des Mauscursors) behoben. In Zusammenarbeit mit Musikern wurde dieses System für die Ansteuerung elektronischer Klangerzeuger adaptiert, sodass auch Personen mit stark reduzierter Bewegungsmöglichkeit umfangreiche musikalische Ausdrucksmöglichkeiten erhalten. Die FLipMouse bietet darüber hinaus weitere Funktionen wie etwa die Aufnahme und Wiedergabe von Infrarot-Codes zur Fernsteuerung von Unterhaltungselektronik oder die Verwendung von Smartphones, iPad oder anderer Tablet Computer mittels Bluetooth Low Energy (BLE). Die entwickelten Lösungen werden unter Open Source Hardware- und Software Lizenzen veröffentlicht und eignen sich für die Anwendung in Ländern mit niedrigem Grundeinkommen. In einer Reihe von qualitativen und quantitativen Erhebungen wurde das System von verschiedenen Menschen mit Behinderung getestet - u.a. in Österreich, Kenia, Simbabwe und Südafrika - und stellt nun für diese Personen eine wertvolle Hilfe für mehr Autonomie im Alltag dar.

Der WINTEC-Pokal

Die Geschützte Werkstätte - Integrative Betriebe Salzburg GmbH (GWS) durfte heuer zum ersten Mal die WINTEC-Trophäe designen und fertigen.
Durch den kreativen Gestaltungsprozess entstand ein einzigartiges Design, das von Style und Innovation geprägt ist. Dafür bilden das Wintec Logo, Plexiglas und eine LED Taschenlampe die Grundsteine. „Eine Taschenlampe brachte uns auf die Idee der indirekten Ausleuchtung", verrät Mag.a Astrid Lamprechter, Geschäftsführerin der GWS.
Transparentes und blau-transluzentes Plexiglas, Metalldekorplatten, Holz und Leichtholzplatten waren die Basisstoffe der Herstellung. Die Produktion erfolgte mit Fräs-, Bohr- und Lasermaschinen. Zum Schluss wurden die Einzelteile assembliert und zur WINTEC-Trophäe 2016 zusammengefügt. Dabei hat die langjährige Erfahrung der GWS im Bereich der Fertigung von Sporttrophäen natürlich wertvolle Anregungen und Ideen geliefert.
Wesentlich für die GWS war, dass alle Arbeitsschritte im Unternehmen durchgeführt werden konnten. Nur bei der Herstellung des Holzsockels musste auf externe Unterstützung gesetzt. werden. Dabei haben die Kollegen von der Geschützten Werkstätte Tirol unterstützt.

Jury 2016

Foto Rektorin o.Univ.Prof.in Dipl.-Ing. in Dr. in techn. Seidler
Foto: ©Raimund Appel

„Ich sehe einen ganz starken Zusammenhang zwischen Innovation und Inklusion im Analysieren und Begreifen wechselseitiger Bedürfnisse  der Akteure. Diese Vorarbeit ist enorm wichtig.“

Sabine Seidler, seit 2011 Rektorin der Technischen Universität Wien, wurde 1961 im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt geboren. An der Technischen Hochschule Merseburg studierte sie Werkstoff- wissenschaft, wo sie auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war und 1989 promovierte. Im selben Jahr wechselte sie an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und arbeitete sieben Jahre lang am Institut für Werkstoffwissenschaft. Parallel dazu war sie als Gastwissenschaftlerin an der Ruhr-Universität Bochum am Institut für experimentelle Mechanik tätig und zwei Jahre lang Habilitationsstipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die gebürtige Deutsche besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

1996 wurde Sabine Seidler als Professorin für Nichtmetallische Werkstoffe an die Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften der TU Wien berufen. Ein halbes Jahr später habilitierte sie sich im Fachgebiet Werkstofftechnik. Als Polymerwerkstofftechnikerin liegen ihre Forschungsinteressen im Bereich der Kunststoffdiagnostik, Bruchmechanik und Struktur-Eigenschaftsbeziehungen in Kunststoffen. Von 2007 bis 2011 war Prof. Seidler an der TU als Vizerektorin für Forschung tätig. Neben ihrer Funktion als Rektorin der TU Wien und wissenschaftlichen Tätigkeit ist sie Präsidiumsmitglied der Österreichischen Universitätenkonferenz, Mitglied in Aufsichtsräten namhafter Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen und Jurymitglied mehrerer anerkannter Forschungs- und Wissenschaftspreise.

Technik für Menschen: www.tuwien.ac.at

Portraitfoto Vizerektorin DI Dr.<sup>in</sup> Michaela Fritz
Foto: ©MedUni Wien / Matern

"Inklusion muss auf sehr vielen unterschiedlichen Ebenen stattfinden - politisch, gesellschaftlich oder auch zwischen- menschlich. Ich bin überzeugt, dass technische und medizinische Innovationen einen wesentlichen Beitrag leisten können, diesbezügliche Barrieren abzubauen. Dabei wird die Personalisierung der Technologien oder Therapien FÜR den einzelnen Menschen und sein Umfeld eine immer wichtigere Rolle spielen."

DIin Dr.in Michaela Fritz ist seit Oktober 2015 Vizerektorin für Forschung und Innovation an der Medizinischen Universität Wien. Die MedUni Wien ist nicht nur die größte medizinische Einrichtung in Österreich, sie zählt zu den bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas und stellt außerdem das gesamte Ärztepersonal für Europas größtes Krankenhaus, das Wiener AKH.
Michaela Fritz leitete davor das Department Health & Environment am AIT Austrian Institute of Technology, das zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit innovative Technologien entwickelt und zur Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit, natürliche Ressourcen und ihre Wechselwirkungen erforscht. Sie war seit Gründung des Vereins bis Ende 2015 Präsidentin von AAL Austria - Innovationsplattform für intelligente Assistenz im Alltag. Michaela Fritz war von 2005 bis 2010 bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH für das Schwerpunktprogrammes LISA (Life Science Austria) verantwortlich und war für die strategische Planung, den Support von Start-ups und das Promoting von Österreich als exzellentem Standort für das Thema Life Sciences tätig. Parallel dazu fungierte sie als Managing Director der Wiener Cluster-Initiative LISA VR (Life Sciences Austria Vienna Region). Davor war sie mehrere Jahre bei der Infineon Technologies AG Bioscience als Senior Manager im Bereich Business Development in München tätig. Bevor sie in die Wirtschaft wechselte, arbeitete Michaela Fritz als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der ETH Zürich. Nach ihrem Studium der Werkstoffwissenschaften (ETH Zürich) absolvierte sie ihr Postdoc-Studium an der University of California, Berkeley.

www.meduniwien.ac.at

Portraitfoto Dr. Klaus Voget
Foto: ©oear

„Nicht nur die wirtschaftlichen Aspekte der Betroffenen stehen für mich im Vordergrund. Vielmehr ist es der individuelle Mensch und seine Bedürfnisse. Ich weiß, was es heißt, wenn Menschlichkeit als Wertmaßstab verlorengegangen ist. Davon sind zuerst behinderte Menschen betroffen, in der Folge aber alle."

1947 in Seeboden (Ktn) geboren, seit 1966 nach einem Verkehrsunfall ist er querschnittgelähmt.
Gerichtsvorsteher i.R.
Seit 1987 Präsident des ÖZIV und seit 1991 Präsident der ÖAR
Weiters ist Dr. Voget als Interessenvertreter für Menschen mit Behinderungen in folgenden Gremien tätig:

  • Vorsitzender des Beirates der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt
  • Beirat des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger
  • Bundesbehindertenbeirat im BMASK
  • Beirat des Ausgleichstaxfonds im BMASK
  • Mitglied der Expertenkommission zur Pensionsreform
  • Vizepräsident der FIMITIC (Internationaler Verband der Körperbehinderten)
  • Mitglied der Bioethikkommission im Bundeskanzleramt
  • Pflegevorsorgebeirat

www.oear.or.at

Foto: Dr. Erwin Buchinger
Foto: ©Behindertenanwaltschaft

„Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, die Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in allen Lebenssituationen stetig zu verbessern."

Erwin Buchinger wurde als drittes von sieben Kindern 1955 in Mauthausen (OÖ) geboren.

Nach seiner Promotion zum Doktor der Rechts- wissenschaften 1981 arbeitete Buchinger zehn Jahre als Jurist beim Landesarbeitsamt Oberösterreich.

Danach wurde er zum Leiter des Landesarbeitsamtes Salzburg berufen.

Von 2004 -2007 war Erwin Buchinger Landesrat für Soziales, Arbeit und Landesbedienstete in Salzburg. Seinen politischen Höhepunkt erreichte der jetzige Behindertenanwalt als Sozialminister der Republik Österreich vom 11. Jänner 2007 bis 2. Dezember 2008.
Seit 1. Jänner 2010 ist Erwin Buchinger Anwalt für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen (Behindertenanwalt).

www.behindertenanwalt.gv.at

Foto: Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger
Foto: ©Privat

„In den über zwanzig Standorten des Haus der Barmherzigkeit in Wien und Niederösterreichs betreuen wir Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen, die - wie gesunde Menschen - das Bedürfnis nach gesellschaftlicher Teilhabe, also Inklusion, haben. Diese wollen wir durch Bewusstseinsbildung und die Entwicklung innovativer Konzepte (organisatorisch, bauliche und technisch) ermöglichen."

Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger ist Institutsdirektor der "Haus der Barmherzigkeit-Gruppe" und Universitätsprofessor an der Donau-Universität Krems. Als Facharzt für Innere Medizin ist er auf den Bereich Geriatrie und Rheumatologie spezialisiert. Vor seiner Tätigkeit im Haus der Barmherzigkeit war Gisinger unter anderem Planungsbeauftragter für Geriatrie der Wiener Medizinischen Fakultät und stv. Leiter der Abteilung Rheumatologie am Wiener AKH.

www.hausderbarmherzigkeit.at

Foto: O.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. A Min Tjoa
Foto: ©Privat

"Unsere Gesellschaft braucht Solidarität und es ist unsere Pflicht existierende Barrieren zu  bezwingen."

A Min Tjoa ist seit 1994 Professor an der Technischen Universität Wien und Vorstand des Instituts für Softwaretechnik und Interaktive Systeme. Als Gastprofessor war er u.a. an den Universitäten Zürich, Kyushu und Wroclaw in Polen sowie der Technischen Universität Lausanne und des National Institute of Informatics (Tokio) tätig. 2011 verlieh die Technische Universität Prag ihm das Ehrendoktorat. Zudem ist er Ehrenprofessor der Universität Hue (Vietnam). Im Jahre 1989 gründete er den Arbeitskreis für Behinderte der OCG und initiierte (gemeinsam mit Prof. Roland Wagner) die erste „International Conference on Computers for Handicapped Persons" (ICCHP; jetzige Bezeichnung: International Conference on Computers Helping People with Special Needs). Von 1999 bis 2003 war er Präsident der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG). Von 2000 - 2003 war er Vorstand des gesamtösterreichischen „Interuniversitären Institutes für Informationssysteme zur Unterstützung Sehgeschädigter Studierender" und von 2004 - 2011 Vorstand des Institutes „Integriert Studieren" der TU Wien. Seit 2007 ist Obmann des Competence Centers for Excellent Technologies SECURE BUSINESS AUSTRIA-SBA  (als Teil der COMET K1-Initiative der Bundesregierung). Er ist seit 2012 Chairman der IFIP Working Group on Enterprise Information Systems. Seit 2007 ist er Österreichs Vertreter bei der UNO-CSTD (Commission for Science and Technology Development) und Vice Chairperson diese Kommission für die Periode 2015/2016. Seit 2013 war er Secretary des Executive Committee der International Federation for Information Processing (IFIP). Er ist derzeit Vizepräsident der International Information Center for Terminology und der österreichische Koordinator der ASEAN-European Academic University Network, das 70 führende Universitäten in Südostasien und Europa umfasst. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte sind IT for Inclusion, Data Warehousing, Cloud Computing, Semantic Web, Security, sowie nichtstandardisierte IT-Applikationen.

Er publizierte über 200 wissenschaftliche (peer reviewed) Beiträge in Fachzeitschriften und auf Konferenzen.

http://ifs.tuwien.ac.at/ 

Foto: ©AAL Austria 2012

"Während meines Studiums (Elektrotechnik an der TU Wien) wurde mir schmerzlich bewusst, dass sich zwischen dem, was technisch machbar ist, und dem, was Menschen mit Behinderung zur Verfügung steht, ein tiefer Graben auftut. Das wollte ich ändern."

Wolfgang L. Zagler (Jahrgang 1951) befasste sich schon während seines Studiums der Elektrotechnik an der TU Wien mit der Frage, ob und wie Menschen mit einer Behinderung durch zeitgemäße technische Entwicklungen im Alltag unterstützt werden können.
Aus diesen Bestrebungen heraus konnte er einige Jahre später die „Forschungsgruppe für Rehabilitationstechnik fortec" ins Leben rufen. Mit einem multidisziplinären Team ist es seither gelungen, zahlreiche nationale und europaweite Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität blinder, sehbehinderter und in ihrer Mobilität eingeschränkter Menschen durchzuführen.
Als ab 2004 die EU durch „Ambient Assisted Living - AAL" einen besonderen Schwerpunkt in Richtung technische Unterstützung der stark anwachsenden älteren Bevölkerung setzte, konnte die TU Forschungsgruppe die über Jahre gewonnenen Erfahrungen vorzüglich in das neue Forschungsgebiet einbringen. Dabei stehen neben den rein technischen Aufgaben vermehrt auch Fragen der Ethik, der Akzeptanz und der Usability im Vordergrund.
Mit Jahresbeginn 2012 wurde fortec als „Zentrum für Angewandte Assistierende Technologien - AAT" in die Fakultät für Informatik aufgenommen und dem Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung zugeteilt.

Mehr zu den Zielen und Aufgaben von AAT ist unter www.aat.tuwien.ac.at zu finden

Medien zum WINTEC 2016

Link zur WINTEC-Broschüre: WINTEC 2016
Link zum Newsbeitrag: Newsbeitrag Veranstaltung-WINTEC 2016
Link zu den Pressefotos: Pressefotos-WINTEC-2016
Link zur Presseaussendung: Presseaussendung WINTEC 2016

Der WINTEC 2015 im Rückblick

DI Gerhard Nussbaum steuert mit seinem Mund eine Drohne
mit dem Mund bedient DI Gerhard Nussbaum einen 4D-Joystick mit dem er seine kleine Flugdrohne über eine grüne Wiese fliegen lässt.

Der 4D-Joystick ist ein neues, weltweit einzigartiges System, welches es Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen jeglicher Altersgruppen ermöglicht, nicht-triviale Spielzeuge wie ferngesteuerte Flugzeuge, Helikopter, Multikopter, Autos und Boote vollständig, zuverlässig und exakt mit dem Mund zu steuern. Mit ihm können 4 analoge und 4 digitale Kanäle gleichzeitig kontrolliert werden. Durch Funktionen wie Expo, Dual Rates, Dead Zone und Invertierung ist er sehr gut an die Bedürfnisse der Benutzer anpassbar. Der 4D-Joystick eröffnet eine komplett neue Welt für die Zielgruppe, da es in diesem Bereich bisher keine vergleichbare Möglichkeit gibt. Zudem wurde der Einsatz des 4D-Joysticks als Musikinstrument, als Eingabegerät zur Steuerung komplexer Computerspiele oder für den Computer bereits erfolgreich demonstriert.

Illustration des Konzeptes zur Steuerung einer Prothese mit dem Gehirn.
Illustration des Konzeptes zur Steuerung einer Prothese mit dem Gehirn.

Der Verlust eines Arms ist ein dramatisches Erlebnis im Leben betroffener PatientInnen. Durch neueste bionische Prothesen, deren Bewegungen durch Gedanken gesteuert werden, kann ein Teil der verlorenen Funktion wiederhergestellt werden. Modernste bionische Prothesen können schon jetzt ähnlich viele Bewegungen wie ihre menschlichen Vorbilder ausführen, jedoch ist die effiziente und intuitive Steuerung der limitierende Faktor. Um dies zu verbessern, muss die Schnittstelle zwischen PatientInnen und Prothese verbessert werden um der Vision eines vollständigen Extremitätenersatzes durch Prothesen näher zu kommen. In Kooperation mit unseren Partnern haben wir eine implantierbare Schnittstelle entwickelt und präklinisch getestet die diese höchst komplexe Informationsweitergabe umsetzt und somit den optimalen Einsatz der Prothese ermöglicht.

Eine Illustration die zeigt den Benutzer-zentrierten Prozess der Entwicklung der im IAAA Projekt verfolgt wird
Die Illustration zeigt im Kreis folgende Schritte: Interaktion der Zielgruppe analysieren, Eingabegeräte auswählen (z.B. Handy). Dann startet ein eigener Kreislauf: Prototyp erstellen (z.B. Handy), Individuelle Evaluierung, Modellieren, Interaktion personalisieren.

Das Forschungsprojekt IAAA (Interaction Analysis for Automated Adaptation) verfolgt den Ansatz von Inklusion durch automatisierte Individualisierung der Mensch-Maschine-Interaktion. Dabei soll sich das System an den individuellen Menschen und seine kognitiven und motorischen Voraussetzungen und Präferenzen anpassen sodass das Gesamtkonstrukt aus Endgerät, System und Benutzerschnittstelle so gut als möglich bedienbar und für jede/n BenutzerIn optimiert ist. Die Interaktion mit Computer und Smartphone (und damit auch der Zugang zum Internet) für Menschen mit Behinderung soll dadurch erleichtert werden und einen Abbau von derzeit existenten Barrieren bewirken. Als Basis dafür stehen feingranulare Analyse und Modellierung von Benutzerinteraktion im Fokus des Projekts. Ein detailliertes Benutzermodell bildet so die Grundlage für die automatische Auswahl der individuell am besten geeigneten Eingabemethode. Zusätzlich beschäftigt sich IAAA mit der Identifikation neuer und unkonventioneller weiterer Interaktionsmöglichkeiten für die Zielgruppe (so wird etwa ein herkömmlicher Locher zum Eingabemittel für das Smartphone). Das Projekt der FH Oberösterreich an der Fakultät für Informatik, Kommunikation und Medien in Hagenberg kooperiert mit LIFEtool gemeinnützige GmbH und dem Diakoniewerk Gallneukirchen.

Der WINTEC-Pokal
Der WINTEC-Pokal ist eine viereckige Säule in den Maßen 55x55x192,5mm, bestehend aus Aluminium und Acrylglas. Hinter dem im unterem Drittel positionierten Acrylglas vorne steht die Bezeichnung WINTEC 2015. Darunter in das Aluminium eingraviert der Platz und der Name der/des jeweiligen PreisträgerIn. Ebenso befindet sich im rechten oberen Eck das Logo des Sozialministeriums. Auf der Rückseite befindet sich hinter dem Acrylglas das WINTEC-Logo. Das WINTEC-Logo ist ein stilisierte Roboterhand die mit einem Pinsel einen Strich durch einen Irrgarten aus Zahnrädern zeichnet. Damit soll die Inklusion und die Förderung selbiger aufgezeigt werden.

Das besondere am WINTEC-Preis ist seine Werdegang...

Um auch bei der Entwicklung und Fertigung des Preises Menschen mit Behinderung tätig werden zu lassen, wurde die Ausschreibung an alle Integrativen Betriebe in Österreich durchgeführt.

Die GW St. Pölten Integrative Betriebe GmbH war sofort von dieser Möglichkeit der Mitwirkung der Preisgestaltung und -produktion begeistert und ließ kreative Köpfe der Belegschaft grafische Entwürfe für den WINTEC-Preis anfertigen, Kalkulationen erstellen und ein Angebot an das Sozialministerium versenden. Von Seiten des Sozialministeriums wurde ein großer Spielraum für die Gestaltung und das dafür eingesetzte Material gelassen. Aufgrund des umfassenden Produkt- und Leistungsportfolios der GW St. Pölten – reicht von Metall- und Elektroproduktion über Textilkonfektionierungen bis hin zu Schilder, Druck und Werbetechnik – konnten die MitarbeiterInnen ihren Ideen freien Lauf lassen. Trotz des straffen Terminplanes – Eingang der Ausschreibung am 19. August 2015, Fertigstellung des Preises bis 17. September 2015 – ließ sich die GW St. Pölten nicht abschrecken und wurde für die Bemühungen auch belohnt – der Zuschlag ging an die GW St. Pölten.

Bei der Fertigung des WINTEC-Preises wird ein Großteil des hausinternen Leistungsspektrums eingebracht. Die Wahl bei den eingesetzten Materialien fiel auf Aluminium und Acrylglas. Zum Einsatz kommen die Fertigungstechnologien Sägen, Fräsen, Oberflächenveredelung, Gravur und Digitaldruck. Zu aller Letzt werden die gesamten Einzelteile noch im Haus assembliert. Besonders hervorzuheben ist, dass die Realisierung durch Menschen mit Behinderung erfolgt und hiermit ein wesentlicher sozialer Aspekt gegeben ist.

Zum Unternehmen GW St. Pölten Integrative Betriebe GmbH

innovative Produkte durch die Flexibilität eines „Allrounders". Die GW St. Pölten, gegründet im Jahr 1981, ist ein zertifizierter Industriebetrieb und bietet Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Metallbe- und -verarbeitung, allgemeine Montagen, Elektromontagen und Schaltschrankbau über Textilkonfektionierungen bis hin zu Schilder, Druck & Werbetechnik an. Die Kernkompetenz liegt in der Produktion von elektro/mechanischen Komponenten und Baugruppen.

Als Integrativer Betrieb beschäftigt die GW St. Pölten rund 420 MitarbeiterInnen zu Bedingungen wie in der Privatwirtschaft. Mit ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen (z.B. speziell entwickelte Steh- und Hebehilfen oder höhenverstellbare Tische) und Prozessen versetzt das Unternehmen seine MitarbeiterInnen, die zu

70% Menschen mit Behinderung sind, in die Lage, wirtschaftlich produktiv zu sein – in Arbeitsbereichen, die ihr persönliches Leistungspotenzial ausschöpfen.

Im Zuge einer Neuorientierung hat sich die GW St. Pölten gezielt mit Zukunftstechnologien wie E-Mobilität, erneuerbare Energien und LED-Technologie in Richtung Eigenprodukte auseinandergesetzt. Daher forciert die GW St. Pölten die Weiterentwicklung in Richtung Mobilitätstechnologien in Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft.

Mit den Eigenprodukten der

E-Mobility-Plattform „motion innovations" bietet die GW St. Pölten innovative Produkte „made in Austria", TÜV geprüft und alles aus einer Hand! Die Produkte reichen von E-Rollern über E-Pedelecs und Leihfahrräder bis hin zu Ladeinfrastrukturen und Verwahrungsmöglichkeiten.

Weitere Informationen zur GW-St. Pölten: http://www.gw-stpoelten.com

Jury 2015

Foto Rektorin o.Univ.Prof.in Dipl.-Ing. in Dr. in techn. Seidler
Foto: ©Raimund Appel

„Ich sehe einen ganz starken Zusammenhang zwischen Innovation und Inklusion im Analysieren und Begreifen wechselseitiger Bedürfnisse der Akteure. Diese Vorarbeit ist enorm wichtig."

Sabine Seidler, seit 2011 Rektorin der Technischen Universität Wien, wurde 1961 im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt geboren. An der Technischen Hochschule Merseburg studierte sie Werkstoff- wissenschaft, wo sie auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war und 1989 promovierte. Im selben Jahr wechselte sie an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und arbeitete sieben Jahre lang am Institut für Werkstoffwissenschaft. Parallel dazu war sie als Gastwissenschaftlerin an der Ruhr-Universität Bochum am Institut für experimentelle Mechanik tätig und zwei Jahre lang Habilitationsstipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die gebürtige Deutsche besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

1996 wurde Sabine Seidler als Professorin für Nichtmetallische Werkstoffe an die Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften der TU Wien berufen. Ein halbes Jahr später habilitierte sie sich im Fachgebiet Werkstofftechnik. Als Polymerwerkstofftechnikerin liegen ihre Forschungsinteressen im Bereich der Kunststoffdiagnostik, Bruchmechanik und Struktur-Eigenschaftsbeziehungen in Kunststoffen. Von 2007 bis 2011 war Prof. Seidler an der TU als Vizerektorin für Forschung tätig. Neben ihrer Funktion als Rektorin der TU Wien und wissenschaftlichen Tätigkeit ist sie Präsidiumsmitglied der Österreichischen Universitätenkonferenz, Mitglied in Aufsichtsräten namhafter Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen und Jurymitglied mehrerer anerkannter Forschungs- und Wissenschaftspreise.

Technik für Menschen: www.tuwien.ac.at

Portraitfoto Vizerektorin DI Dr.<sup>in</sup> Michaela Fritz
Foto: ©MedUni Wien / Matern
"Inklusion muss auf sehr vielen unterschiedlichen Ebenen stattfinden - politisch, gesellschaftlich oder auch zwischen- menschlich. Ich bin überzeugt, dass technische und medizinische Innovationen einen wesentlichen Beitrag leisten können, diesbezügliche Barrieren abzubauen. Dabei wird die Personalisierung der Technologien oder Therapien FÜR den einzelnen Menschen und sein Umfeld eine immer wichtigere Rolle spielen."

DIin Dr.in Michaela Fritz ist seit Oktober 2015 Vizerektorin für Forschung und Innovation an der Medizinischen Universität Wien. Die MedUni Wien ist nicht nur die größte medizinische Einrichtung in Österreich, sie zählt zu den bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas und stellt außerdem das gesamte Ärztepersonal für Europas größtes Krankenhaus, das Wiener AKH.
Michaela Fritz leitete davor das Department Health & Environment am AIT Austrian Institute of Technology, das zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit innovative Technologien entwickelt und zur Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit, natürliche Ressourcen und ihre Wechselwirkungen erforscht. Sie war seit Gründung des Vereins bis Ende 2015 Präsidentin von AAL Austria - Innovationsplattform für intelligente Assistenz im Alltag. Michaela Fritz war von 2005 bis 2010 bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH für das Schwerpunktprogrammes LISA (Life Science Austria) verantwortlich und war für die strategische Planung, den Support von Start-ups und das Promoting von Österreich als exzellentem Standort für das Thema Life Sciences tätig. Parallel dazu fungierte sie als Managing Director der Wiener Cluster-Initiative LISA VR (Life Sciences Austria Vienna Region). Davor war sie mehrere Jahre bei der Infineon Technologies AG Bioscience als Senior Manager im Bereich Business Development in München tätig. Bevor sie in die Wirtschaft wechselte, arbeitete Michaela Fritz als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der ETH Zürich. Nach ihrem Studium der Werkstoffwissenschaften (ETH Zürich) absolvierte sie ihr Postdoc-Studium an der University of California, Berkeley.

www.meduniwien.ac.at

Portraitfoto Dr. Klaus Voget
Foto: ©oear

„Nicht nur die wirtschaftlichen Aspekte der Betroffenen stehen für mich im Vordergrund. Vielmehr ist es der individuelle Mensch und seine Bedürfnisse. Ich weiß, was es heißt, wenn Menschlichkeit als Wertmaßstab verlorengegangen ist. Davon sind zuerst behinderte Menschen betroffen, in der Folge aber alle."

1947 in Seeboden (Ktn) geboren, seit 1966 nach einem Verkehrsunfall ist er querschnittgelähmt.
Gerichtsvorsteher i.R.
Seit 1987 Präsident des ÖZIV und seit 1991 Präsident der ÖAR
Weiters ist Dr. Voget als Interessenvertreter für Menschen mit Behinderungen in folgenden Gremien tätig:

  • Vorsitzender des Beirates der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt
  • Beirat des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger
  • Bundesbehindertenbeirat im BMASK
  • Beirat des Ausgleichstaxfonds im BMASK
  • Mitglied der Expertenkommission zur Pensionsreform
  • Vizepräsident der FIMITIC (Internationaler Verband der Körperbehinderten)
  • Mitglied der Bioethikkommission im Bundeskanzleramt
  • Pflegevorsorgebeirat

www.oear.or.at

Foto Dr. Erwin Buchinger
Foto: ©Behindertenanwaltschaft

„Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, die Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in allen Lebenssituationen stetig zu verbessern."

Erwin Buchinger wurde als drittes von sieben Kindern 1955 in Mauthausen (OÖ) geboren.

Nach seiner Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften 1981 arbeitete Buchinger zehn Jahre als Jurist beim Landesarbeitsamt Oberösterreich.

Danach wurde er zum Leiter des Landesarbeitsamtes Salzburg berufen.

Von 2004 -2007 war Erwin Buchinger Landesrat für Soziales, Arbeit und Landesbedienstete in Salzburg. Seinen politischen Höhepunkt erreichte der jetzige Behindertenanwalt als Sozialminister der Republik Österreich vom 11. Jänner 2007 bis 2. Dezember 2008.
Seit 1. Jänner 2010 ist Erwin Buchinger Anwalt für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen (Behindertenanwalt).

http://www.behindertenanwalt.at

Foto: Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger
Foto: ©Privat

„In den über zwanzig Standorten des Haus der Barmherzigkeit in Wien und Niederösterreichs betreuen wir Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen, die - wie gesunde Menschen - das Bedürfnis nach gesellschaftlicher Teilhabe, also Inklusion, haben. Diese wollen wir durch Bewusstseinsbildung und die Entwicklung innovativer Konzepte (organisatorisch, bauliche und technisch) ermöglichen."

Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger ist Institutsdirektor der "Haus der Barmherzigkeit-Gruppe" und Universitätsprofessor an der Donau-Universität Krems. Als Facharzt für Innere Medizin ist er auf den Bereich Geriatrie und Rheumatologie spezialisiert. Vor seiner Tätigkeit im Haus der Barmherzigkeit war Gisinger unter anderem Planungsbeauftragter für Geriatrie der Wiener Medizinischen Fakultät und stv. Leiter der Abteilung Rheumatologie am Wiener AKH.

www.hausderbarmherzigkeit.at

Foto: O.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. A Min Tjoa
Foto: ©Privat
"Unsere Gesellschaft braucht Solidarität und es ist unsere Pflicht existierende Barrieren zu bezwingen."

A Min Tjoa ist seit 1994 Professor an der Technischen Universität Wien und Vorstand des Instituts für Softwaretechnik und Interaktive Systeme. Als Gastprofessor war er u.a. an den Universitäten Zürich, Kyushu und Wroclaw in Polen sowie der Technischen Universität Lausanne und des National Institute of Informatics (Tokio) tätig. 2011 verlieh die Technische Universität Prag ihm das Ehrendoktorat. Zudem ist er Ehrenprofessor der Universität Hue (Vietnam). Im Jahre 1989 gründete er den Arbeitskreis für Behinderte der OCG und initiierte (gemeinsam mit Prof. Roland Wagner) die erste „International Conference on Computers for Handicapped Persons" (ICCHP; jetzige Bezeichnung: International Conference on Computers Helping People with Special Needs). Von 1999 bis 2003 war er Präsident der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG). Von 2000 - 2003 war er Vorstand des gesamtösterreichischen „Interuniversitären Institutes für Informationssysteme zur Unterstützung Sehgeschädigter Studierender" und von 2004 - 2011 Vorstand des Institutes „Integriert Studieren" der TU Wien. Seit 2007 ist Obmann des Competence Centers for Excellent Technologies SECURE BUSINESS AUSTRIA-SBA (als Teil der COMET K1-Initiative der Bundesregierung). Er ist seit 2012 Chairman der IFIP Working Group on Enterprise Information Systems. Seit 2007 ist er Österreichs Vertreter bei der UNO-CSTD (Commission for Science and Technology Development) und Vice Chairperson diese Kommission für die Periode 2015/2016. Seit 2013 war er Secretary des Executive Committee der International Federation for Information Processing (IFIP). Er ist derzeit Vizepräsident der International Information Center for Terminology und der österreichische Koordinator der ASEAN-European Academic University Network, das 70 führende Universitäten in Südostasien und Europa umfasst. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte sind IT for Inclusion, Data Warehousing, Cloud Computing, Semantic Web, Security, sowie nichtstandardisierte IT-Applikationen.

Er publizierte über 200 wissenschaftliche (peer reviewed) Beiträge in Fachzeitschriften und auf Konferenzen.

http://ifs.tuwien.ac.at

Foto: Ao.Univ.Prof. Dr. Wolfgang L. Zagler
Foto: ©AAL Austria 2012
"Während meines Studiums (Elektrotechnik an der TU Wien) wurde mir schmerzlich bewusst, dass sich zwischen dem, was technisch machbar ist, und dem, was Menschen mit Behinderung zur Verfügung steht, ein tiefer Graben auftut. Das wollte ich ändern."

Wolfgang L. Zagler (Jahrgang 1951) befasste sich schon während seines Studiums der Elektrotechnik an der TU Wien mit der Frage, ob und wie Menschen mit einer Behinderung durch zeitgemäße technische Entwicklungen im Alltag unterstützt werden können.
Aus diesen Bestrebungen heraus konnte er einige Jahre später die „Forschungsgruppe für Rehabilitationstechnik fortec" ins Leben rufen. Mit einem multidisziplinären Team ist es seither gelungen, zahlreiche nationale und europaweite Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität blinder, sehbehinderter und in ihrer Mobilität eingeschränkter Menschen durchzuführen.
Als ab 2004 die EU durch „Ambient Assisted Living - AAL" einen besonderen Schwerpunkt in Richtung technische Unterstützung der stark anwachsenden älteren Bevölkerung setzte, konnte die TU Forschungsgruppe die über Jahre gewonnenen Erfahrungen vorzüglich in das neue Forschungsgebiet einbringen. Dabei stehen neben den rein technischen Aufgaben vermehrt auch Fragen der Ethik, der Akzeptanz und der Usability im Vordergrund.
Mit Jahresbeginn 2012 wurde fortec als „Zentrum für Angewandte Assistierende Technologien - AAT" in die Fakultät für Informatik aufgenommen und dem Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung zugeteilt.

Mehr zu den Zielen und Aufgaben von AAT ist unter www.aat.tuwien.ac.at zu finden

Foto Univ.-Prof. Dr. Roland Wagner
Foto Privat

"Es gibt keine "Behinderungen" oder "Spezielle Bedürfnisse", es gibt nur unterschiedlichste Fähigkeiten - und die gilt es zu erkennen, zu entwickeln, zu erproben und zum Einsatz für uns alle zu bringen!"

Roland Wagner, geboren 1952 in Linz, ist ein österreichischer Informatiker. Er ist seit 1987 Professor für Angewandte"Unsere Gesellschaft braucht Solidarität und es ist unsere Pflicht existierende Barrieren zu bezwingen."

Wagner leitet das Institut für Anwendungsorientierte Wissensverarbeitung sowie das Institut für Integriert Studieren. Roland Wagner (* 1952 in Linz) ist ein österreichischer Informatiker. Er ist seit 1987 Professor für Angewandte Informatik an der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz. Wagner leitet das Institut für Anwendungsorientierte Wissensverarbeitung sowie das Institut für Integriert Studieren.

Roland Wagner studierte von 1970 bis 1975 Informatik an der JKU, an der er auch promovierte. 1983 folgte seine Habilitation. Seit 1987 ist er Universitätsprofessor für Informationssysteme an der JKU und errichtete im Jahre 1990 das Institut für Anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW – Institute for Application Oriented Knowledge Processing) an der Johannes Kepler Universität Linz und im Softwarepark Hagenberg, der im Jahre 1989 von Professor Bruno Buchberger gegründet wurde, das er seither als Vorstand leitet. Im Jahre 2005 gründete Professor Wagner als Spin-off des FAW Instituts die FAW Gmbh im Softwarepark Hagenberg.

Im Jahre 1990 begann Wagner kurz nach der Öffnung der Grenzen zu Osteuropa auch eine sehr intensive wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Technischen Universität in Prag (Institut Professor Dr. Vladimir Marik), die bisher besteht.

Wagner engagierte sich Anfang der 1990er-Jahre für das Gebiet „Informatik hilft Behinderten“, aus dem dann das Institut Integriert Studieren der Johannes Kepler Universität entstand, das er seit 1990 als Vorstand leitet. Zudem leitete er 1989 die Gründung der International Conference on Computers for People with special needs (ICCHP) und 2002 die des Kompetenznetzwerks Informationstechnologie zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen (KI-I) in die Wege – seit 2003 ist er Vorsitzender des KI-I-Aufsichtsrats.

Wagner war 1998 – 2000 Vizestudiendekan und von 2000 bis 2002 Studiendekan an der JKU, sowie zuvor über lange Jahre der Vorsitzende der Studienkommission Informatik.

Er war von 2003 bis 2010 Vizepräsident und im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung und ist Vizepräsident der Österreichischen Computergesellschaft.

Darüber hinaus gründete er 1990 die International Conference on Database and Expert Systems Applications (DEXA) und das wissenschaftliche Journal Transactions on Large-Scale Data- and Knowledge-Centered Systems (Springer Verlag).

Wagner hat bisher über 200 Publikationen in Journals und Konferenzproceedings veröffentlicht und ist Mitherausgeber zahlreicher Bücher. Außerdem ist er in zahlreichen wissenschaftlichen Konferenzen Programmkomitee Vorsitzender und/oder Mitglied der einzelnen wissenschaftlichen Programmkomitees.

www.jku.at

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