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Invaliditäts-, Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeitspension

Ob eine schwere Krankheit, ein Unfall oder psychische Probleme: Wer nicht mehr fähig ist, zu arbeiten, kann eine Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitspension beantragen. Abhängig von der Berufsgruppe gibt es unterschiedliche Begriffe:

Für Arbeiter und Arbeiterinnen gilt der Begriff Invalidität, für Angestellte der Begriff Berufsunfähigkeit und für Selbstständige der Begriff Erwerbsunfähigkeit.

Für eine solche Pension müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Seit 01. Jänner 2014 gelten dabei neue Regelungen (IP Neu) - und zwar für alle, die nach dem 31.12.1963 geboren sind. Für Geburtsjahrgänge bis 1963 gelten die bisherigen gesetzlichen Regelungen weiterhin.

Änderungen in der IP Neu

Ist eine Person vorübergehend invalide oder so schwer krank, dass sie zeitweise nicht arbeiten kann, erhält sie Rehabilitationsgeld und soll wieder in den Arbeitsprozess integriert werden. Wer seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann, wird umgeschult und bekommt Umschulungsgeld. Nur bei dauerhafter Invalidität oder wenn eine Umschulung nicht zweckmäßig oder zumutbar ist, wird eine Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension gewährt. Ziel ist die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.

Voraussetzungen für eine Invaliditäts-/ Berufsunfähigkeits-/Erwerbsunfähigkeitspension

Versicherte Personen, die folgende Voraussetzungen erfüllen, können einen Antrag auf Invaliditäts-/ Berufsunfähigkeits-/Erwerbsunfähigkeitspension stellen:

  • Die dauerhafte Invalidität bzw. Berufs-/Erwerbsunfähigkeit ist ärztlich bestätigt.
  • Die Voraussetzungen für eine Alterspension sind noch nicht erfüllt.
  • Die Wartezeit (Mindestversicherungszeit) ist erfüllt.
  • Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation sind nicht zweckmäßig oder unzumutbar.

Möglichkeiten bei vorübergehender Invalidität/Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit

Personen, die zeitweise invalide oder berufs- bzw. erwerbsunfähig sind, können Maßnahmen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation sowie eine Umschulung in Anspruch nehmen.

Es gilt der Grundsatz Reha vor Pension. Das heißt: Zunächst wird geprüft, ob die Erwerbsfähigkeit durch medizinische oder berufliche Rehabilitation wieder hergestellt werden kann. Die nötigen medizinischen, berufskundlichen und arbeitsmarktbezogenen Gutachten erstellt die einheitliche Begutachtungsstelle „Kompetenzzentrum Begutachtung". Abhängig von medizinischen oder beruflichen Maßnahmen wird Rehabilitations- oder Umschulungsgeld gewährt.

Das gilt für Personen, bei denen eine Invalidität bzw. Berufs-/Erwerbsunfähigkeit für mindestens 6 Monate vorliegt.

Antrag auf Invaliditäts-/Berufsunfähigkeits-/Erwerbsunfähigkeitspension

Betroffene sollten sich zuerst mit ihrem behandelnden Arzt bzw. ihrer behandelnden Ärztin in Verbindung setzen. Zunächst muss beim Versicherungsträger ein Antrag auf Feststellung gestellt werden. Dabei wird geprüft, ob Invalidität oder Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit voraussichtlich dauerhaft vorliegt. Anschließend wird ein Antrag auf Invaliditäts-/ Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitspension gestellt. Dieser Antrag gilt vorrangig als Antrag auf Leistungen der Rehabilitation inklusive Rehabilitationsgeld.

Rechtsanspruch auf berufliche Rehabilitation

Ab 1.1.2017 besteht ein Rechtsanspruch auf berufliche Rehabilitation für jene Personen, die auf Grund ihres Gesundheitszustandes die Voraussetzungen für eine Invaliditäts-/Berufsunfähigkeitspension erfüllen bzw. in absehbarer Zeit erfüllen werden.
Einen Anspruch auf Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation haben versicherte Personen, wenn

  • in den letzten 15 Jahren vor dem Stichtag mindestens 90 Monate eine Erwerbstätigkeit in einem erlernten oder angelernten Beruf als Arbeiter/in oder Angestellte/r ausgeübt wurde und
  • sie infolge des Gesundheitszustandes die Voraussetzungen für die Invaliditäts-/Berufsunfähigkeitspension erfüllen, wahrscheinlich erfüllen oder in absehbarer Zeit erfüllen werden.


Der Anspruch besteht auch dann, wenn zwar die erforderlichen 90 Pflichtversicherungsmonate zum Stichtag nicht vorliegen, jedoch

  • innerhalb der letzten 36 Kalendermonate vor dem Stichtag in zumindest 12 Pflichtversicherungsmonaten oder
  • in mindestens 36 Pflichtversicherungsmonaten innerhalb der letzten 180 Kalendermonate vor dem Stichtag eine Erwerbstätigkeit in einem erlernten oder angelernten Beruf als Arbeiter/in oder Angestellte/r ausgeübt wurde.
 
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