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Anrechnung von Kindererziehungszeiten

Versicherungszeiten sind nicht nur solche Zeiten, in denen ein Beitrag entrichtet wurde (Beitragszeiten), auch Zeiten der Kindererziehung gelten als Versicherungsmonate. Kindererziehungszeiten werden dabei grundsätzlich pro Kind jenem Elternteil angerechnet, welcher das Kind tatsächlich und überwiegend erzogen hat. Als Kinder gelten leibliche Kinder, Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder.

Nach der Geburt eines Kindes werden die ersten 48 Monate als Kindererziehungszeiten angerechnet. Bei Mehrlingsgeburten verlängert sich dieser Zeitraum auf 60 Kalendermonate.

Überschneiden sich Kindererziehungszeiten durch die Geburt eines weiteren Kindes, endet die Kindererziehungszeit für das erste Kind mit Beginn der Kindererziehungszeit für das zweite Kind.

Liegt während der Kindererziehungszeit eine Erwerbstätigkeit vor, wird dieser Zeitraum als einfache Versicherungszeit berücksichtigt. Für die Pensionshöhe wird jedoch die für die Kindererziehungszeit festgelegte Beitragsgrundlage dazugeschlagen.

Pensionssplitting von Kindererziehungszeiten

Seit 2005 gibt es die Möglichkeit eines freiwilligen Pensionssplittings. Damit kann der Elternteil, der sich nicht der Kindererziehung widmet und erwerbstätig ist, für die ersten sieben Jahre bis zu 50 Prozent  der Pensionskontogutschrift auf das Pensionskonto des Elternteils übertragen lassen, der sich der Kindererziehung widmet.

Eine solche Übertragung kann bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres des Kindes beim zuständigen Pensionsversicherungsträger beantragt werden.

Wie viel kann übertragen werden?

Eltern können für die Jahre der Kindererziehung ein „freiwilliges Pensionssplitting" vereinbaren:

  • Sie entscheiden für jedes Jahr, wie viel Sie von Ihrer Gutschrift übertragen wollen.

Dabei sind folgende gesetzliche Grenzen zu beachten:

  • Sie können nur Gutschriften aus einer Erwerbstätigkeit übertragen. Gutschriften aus einem Versicherungsschutz wegen Arbeitslosigkeit, Kranken-, Wochen- oder Übergangsgeldbezug, Präsenz- oder Zivildienst, Kindererziehung oder einer freiwilligen Versicherung sind nicht übertragbar.
  • Sie können in jedem Kalenderjahr höchstens 50 % Ihrer Gutschrift aus Erwerbstätigkeit übertragen.
  • Sie können nur so viel übertragen, dass im Pensionskonto des übernehmenden Elternteils die Jahres-Höchstbeitragsgrundlage nicht überschritten wird.
  • Sie können die Übertragung als Betrag festlegen oder als Prozentsatz Ihrer Gutschrift. Der zulässige Betrag wird vom zuständigen Pensionsversicherungsträger berechnet.
  • Es wird eine Gesamtobergrenze von maximal 14 Übertragungen pro Elternteil eingeführt.

Was ist zu tun, um eine Gutschrift zu übertragen?

Die Übertragung muss bis spätestens zum 10. Geburtstag des Kindes beim zuständigen Pensionsversicherungsträger beantragt werden.


Vor der Übertragung müssen die Versicherungszeiten und Gutschriften für die betroffenen Kalenderjahre endgültig feststehen. Es muss der Einkommensteuerbescheid abgewartet werden. Das betrifft vor allem selbstständig Erwerbstätige.

Sie können vorerst formlos den Übertragungsantrag stellen und die Vereinbarung über die Höhe erst später nachreichen, wenn alle notwendigen Daten vorhanden sind. Weiters muss mit dem anderen Elternteil eine Vereinbarung über die Übertragung abgeschlossen werden.


Eine Übertragung ist nicht mehr möglich, wenn einer der Elternteile bereits Anspruch auf eine Eigenpension (Alterspension, vorzeitige Alterspension, Korridorpension, Schwerarbeitspension, Erwerbsunfähigkeits-/Berufsunfähigkeits-/Invaliditätspension) oder einen Ruhegenuss als Beamter hat.


Wichtig:
Die Vereinbarung ist unwiderruflich, sobald die Übertragung durchgeführt und der Bescheid darüber zugestellt wurde. Die Übertragung kann dann nicht mehr herabgesetzt oder widerrufen werden.
Formulare für die Beantragung der „Übertragung von Kindererziehungszeiten" können beim zuständigen Pensionsversicherungsträger bezogen werden.

 
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