Die Website des Österreichischen Sozialministeriums

Soziale Dienste

1. Was sind Soziale Dienste?

Soziale Dienste gibt es für Menschen, die Pflege brauchen

und Menschen mit Behinderungen.

Diese Menschen sollen die Möglichkeit haben,

dass sie so betreut werden,

wie sie das selbst möchten.

Es gibt verschiedene Soziale Dienste.

Mobile Dienste:

Manche pflegebedürftigen Menschen

und Menschen mit Behinderungen

können zu Hause leben,

brauchen aber Pflege

und bei bestimmten Dingen Hilfe.

Zum Beispiel im Haushalt oder beim Einkaufen.

In dem Fall kommt regelmäßig

jemand und hilft ihnen.

Teilstationäre Dienste:

Pflegebedürftige Menschen

und Menschen mit Behinderungen,

die zu Hause keine Unterstützung haben

und nicht ganz alleine zurecht kommen,

werden während des Tages

in passenden Einrichtungen betreut.

Stationäre Dienste:

Pflegebedürftige Menschen

und Menschen mit Behinderungen,

die nicht alleine leben können,

werden ständig

in passenden Einrichtungen betreut.

In Österreich sind die Bundesländer für die Sozialen Dienste zuständig.

Oft können sich Menschen

einen Platz in einem Pflegeheim

oder einer anderen Einrichtung

selbst nicht leisten.

Die Pension oder das Pflegegeld

reichen dafür oft nicht aus.

In so einem Fall ist es möglich,

dass die Sozialhilfe einen Teil der Kosten übernimmt.

In einigen Bundesländern ist es aber so,

dass bestimmte Angehörige

auch mit zahlen müssen,

wenn sie genug Geld dafür haben.

2. Wer bietet Soziale Dienste an?

Soziale Dienste werden von

Ländern und Gemeinden und von

freien Wohlfahrtsverbänden angeboten.

Freie Wohlfahrtsverbände sind zum Beispiel

Caritas, Volkshilfe, Hilfswerk, Diakonie oder das Rote Kreuz.

Die Sozialen Dienste machen

Fachkräfte aus Gesundheitsberufen,

aus Krankenpflegeberufen

und aus Sozialbetreuungsberufen.

Das sind vor allem:

  • Diplom-Krankenschwestern oder Diplom-Krankenpfleger
  • PflegehelferInnen (künftig Pflege(fach)Assistentinnen und -assistenten
  • HeimhelferInnen
  • Alten(fach)betreuerInnen
  • Behinderten(fach)betreuerInnen
  • Fach-SozialbetreuerInnen und Diplom-SozialbetreuerInnen in den Bereichen Altenarbeit, Familienarbeit, Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung 

3. Rechtliche Grundlagen

Die rechtlichen Grundlagen für Soziale Dienste

stehen in einem Vertrag zwischen dem Bund

und den Bundesländern.

Der Bund und die Länder haben beschlossen,

dass es gemeinsame Maßnahmen

für Pflege und Betreuung geben soll.

Der Bund hat das Gesundheits- und Krankenpflegerecht geändert.

Die Arbeit in Gesundheitsberufen und Krankenpflegeberufen

ist dadurch besser geworden.

Die Länder müssen dafür sorgen,

dass es überall Soziale Dienste gibt.

Im Juli 2005 haben der Bund und die Länder

noch eine Vereinbarung über Sozialbetreuungsberufe gemacht.

In dieser Vereinbarung steht alles über das Berufsbild und die Ausbildung für Sozialbetreuungsberufe.

Es steht dort auch, welche Tätigkeiten

zu den Sozialbetreuungsberufen gehören.

Die Vereinbarung gilt für ganz Österreich.

4. Welche sozialen Dienste werden insbesondere angeboten?

  • Heimhilfen
  • Altenhilfe oder Pflegehilfe
  • Familienhilfe
  • Hauskrankenpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Psychosoziale Dienste
  • Alten- und Pflegeheime
  • Teilstationäre Dienste (zum Beispiel Tagesheimstätten)
  • Personenbetreuung
  • Frühförderung und Sehfrühförderung
  • Essen auf Rädern oder Essenszustellung oder Menüservice
  • Besuchsdienst
  • Notruftelefon oder Rufhilfe
  • Organisierte Nachbarschaftshilfe
  • Mobile therapeutische Dienste
  • Angehörigenberatung
  • Verleih von Pflegebehelfen
  • Wäschepflegedienst
  • Reinigungsdienst
  • Reparaturdienst
  • Fahrtendienste
  • Persönliche Assistenz
  • Peerberatung
  • Sterbebegleitung und Mobile Hospizbetreuung

Die sozialen Dienste fallen in die Kompetenz der Länder.

In der Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über gemeinsame Maßnahmen für pflegebedürftige Personen haben sich die Länder verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass die sozialen Dienste dezentral und flächendeckend angeboten werden.

Dabei wird der Ansatz von Case- und Caremanagement verfolgt. Das heißt: Die sozialen Dienstleistungen sind auf Klientenbedürfnisse abgestimmt.

Außerdem werden die Versorgungsstrukturen organisationsübergreifend koordiniert. Ziel dabei ist die Qualitätssicherung in Ausbildung und Praxis.

Das Infoservice des Sozialministeriums bietet die Datenbank Soziale Dienste an. Dort findet sich eine umfangreiche Sammlung von Angeboten mobiler sozialer Dienste.

Zuständige Stellen für die Antragstellung sind Gemeindeamt, Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat - in Wien das Sozialzentrum bzw. der Fonds Soziales Wien.

Zu den sozialen Diensten zählen:

Mobile und ambulante Betreuungs- und Pflegedienste

Mobile und ambulante soziale Dienste können die Pflege im gewohnten und familiären Umfeld erleichtern, den Verbleib des pflegebedürftigen Menschen in seiner häuslichen Umgebung erst ermöglichen und die pflegenden Angehörigen entlasten. Zu den mobilen und ambulanten Betreuungs- und Pflegediensten zählen beispielsweise Heimhilfe, Hauskrankenpflege oder „Essen auf Rädern".

Stationäre Betreuungs- und Pflegedienste

Informationen zum Angebot von Alten-und Pflegeheimen finden Sie hier: Infoservice des Sozialministeriums 

Teilstationäre Tagesbetreuung

Tagesbetreuung ist die teilstationäre Betreuung von pflegebedürftigen Menschen während der Tages- oder Nachtstunden einmal oder mehrmals pro Woche. Tagespflege dient mit ihrem strukturierten Tagesablauf und dem Angebot an aktivierenden und therapeutischen Maßnahmen vorwiegend dazu, den pflegebedürftigen Menschen trotz vielfältiger Einschränkungen ein relativ selbständiges Leben zu ermöglichen. Teilstationäre Dienste bieten beispielsweise geriatrische Tageszentren an. Die Leistungen umfassen ein Abhol- bzw. Heimtransport-Service, Verpflegung, bedarfsgerechte Pflege sowie je nach Bedarf und Interesse Therapien, Ausflüge, Veranstaltungen und Beratung für pflegende Angehörige.

Kurzzeitpflege in stationären Einrichtungen

Zur Entlastung von Angehörigen, die zu Hause Pflege- und Betreuungsarbeit leisten, kann während ihrer vorübergehenden Abwesenheit - etwa aufgrund eines Urlaubes - die betreute Person für die Dauer der vorübergehenden Abwesenheit in einer stationären Einrichtung (z.B. Pflegeheim) betreut werden.

Alternative Wohnformen

Im Anschluss an einen Pflegeaufenthalt wird die Rückkehr nach Hause nicht immer möglich sein. Als Alternative zum Verbleib im Pflegeheim wurden in verschiedenen Bundesländern Senioren-Wohngemeinschaften eingerichtet. Mit Unterstützung durch ambulante soziale Dienste und Betreuung durch Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen wird ehemaligen Pflegepatienten und Pflegepatientinnen ein selbst bestimmtes Leben wieder ermöglicht. 

 
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