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11.05.2018

Hartinger-Klein: „Pflege braucht Service und Qualität“

Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege, der jährlich am 12. Mai zum Gedenken an Florence Nightingale als Begründerin der modernen Gesundheits- und Krankenpflege begangen wird, betont Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Mag. Beate Hartinger-Klein die Wichtigkeit der Stärkung der Pflege: „Die Bevölkerung wird immer älter. Dadurch steht unser Sozialsystem vor großen Herausforderungen, für die es rechtzeitig vorzusorgen gilt. Wir benötigen ein System, das zukunftsfit und nachhaltig gestaltet ist. Einerseits müssen wir Präventionsmaßnahmen setzen, um den Menschen möglichst lange ein Leben ohne gesundheitliche Einschränkungen zu ermöglichen und andererseits soll - sobald Pflegebedürftigkeit gegeben ist - auch eine qualitativ hochwertige Betreuung zur Verfügung stehen. Eben hier müssen wir nun ansetzen und geeignet Maßnahmen zur Umsetzung ergreifen."

Gütesiegel für 24-Stunden-Pflegebetreuung

Schon jetzt wird der Großteil der pflegebedürftigen Menschen - rund 80 Prozent - zu Hause betreut. Eine nachhaltige Qualitätssteigerung im Bereich der 24-Stunden-Betreuung ist daher eine der wichtigsten Ansätze im Bereich der Pflege. Das Festlegen von Qualitätskriterien in Form einer verpflichtenden Qualitätskontrolle der Betreuungsleistungen durch Hausbesuche von diplomierten Pflegepersonen bei den betroffenen Menschen ist eine Maßnahme zur Qualitätssteigerung. In diesem Zusammenhang wird gegenwärtig in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort sowie der Wirtschaftskammer Österreich ein bundesweit einheitliches, transparentes Gütesiegel für Vermittlungsagenturen erarbeitet.

Studie zur Stärkung pflegender Angehörige

Neben den mobilen Diensten sind es insbesondere die pflegenden Angehörigen, die den Löwenanteil bei der Betreuung in den Familien gewährleisten. Die weitere Stärkung der Pflege zu Hause durch Angehörige ist unverzichtbar. Aus diesem Grund läuft gegenwärtig eine Studie zur Situation pflegender Angehöriger.
„Von der Untersuchung erwarte ich mir zum einen Auskunft über die tatsächliche Anzahl pflegender Angehöriger in Österreich. Zum anderen ein aktuelles Bild der Lebenssituation und einen tiefgehenden Einblick in die Betroffenenperspektive pflegender Angehöriger und ihrer Gestaltung des Alltags und Organisation der Pflege", erklärt Bundesministerin Hartinger-Klein. Besonderes Augenmerk wird insbesondere auch auf die Situation, Betreuung und den Umgang mit demenziell beeinträchtigten Personen gelegt. „Auf Basis der Studienergebnisse werden abschließend Empfehlungen ausgearbeitet, die sowohl für die Lebensqualität und das Wohlbefinden pflegender Angehöriger als auch für die Weiterentwicklung des österreichischen Systems für pflegende Angehörige notwendig sind", ergänzt Bundesministerin Hartinger-Klein. Erste Ergebnisse werden für Herbst 2018 erwartet.

Autonomie durch Ambient Assisted Living

„Mir ist es ein besonderes Anliegen, allen Menschen in jeder Lebenssituation so lange wie möglich ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen. Aus diesem Grund forciere ich die Umsetzung des im Regierungsprogramm festgeschriebenen Ambient Assisted Living. Durch den Einsatz von Assistenzsystemen wird nachweislich die Lebensqualität von Pflegebedürftigen erhöht. Moderne Kommunikations-, und Informations- und Unterstützungstechnologien sollen die Betroffenen in ihrem Alltag unterstützen, um so Selbstbestimmung und Autonomie in allen Lebenslagen zu ermöglichen", so Bundeministerin Hartinger-Klein.

 
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