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27.11.2018

Erfolg des ersten österreichischen Social Impact Bond: PERSPEKTIVE:ARBEIT wird in den Regelbetrieb übergeführt

BMASGK - Das Sozialministerium hat den 1. Österreichischen Social Impact Bond "PERSPEKTIVE:ARBEIT" in Oberösterreich als Pilotprojekt initiiert. In dieses innovative Instrument haben die ERSTE Stiftung, die Familie Scheuch Privatstiftung, die HIL-Foundation, die Schweighofer Privatstiftung und die Juvat gGmbH investiert. ****

Damit wurde ein flächendeckendes Angebot zur Vermittlung von gewaltbetroffenen Frauen in den ersten Arbeitsmarkt geschaffen. Unterstützung fanden nicht nur Frauen, sondern auch die von der Gewalt mitbetroffenen Kinder. Für Sozialminsterin Mag. Beate Hartinger-Klein steht fest: "Eine gewaltfreie Umgebung und ein existenzsicherndes Einkommen der Mütter sind die besten Voraussetzungen dafür, die Gewaltspirale auch für die Kinder zu durchbrechen und ihnen eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen." Denn auch Folgekosten, die durch eine NEET-Betroffenheit (not in education, employment or training) bei den Kindern und Jugendlichen entstanden wären, können so präventiv verhindert werden. Die erfolgreiche Integration der Mütter in den ersten Arbeitsmarkt vermindert das Risiko für die Familie, dauerhaft von Sozialleistungen abhängig zu werden.

Zwtl.: Social Impact Bond - so funktioniert‘s

Ein Social Impact Bond (SIB) ist ein innovatives, erfolgsbasiertes Finanzierungsinstrument. Die Öffentliche Hand legt inhaltliche und finanzielle Rahmenbedingungen sowie Zielgruppe und zentrale Erfolgskriterien fest. Stiftungen und private Investoren übernehmen vorab die Finanzierung des Projektes und tragen auch das volle Ausfallsrisiko: Nur wenn die vorgegebenen Ziele erreicht werden, bekommen sie das eingesetzte Kapital inklusive eines Inflationsausgleiches von der Öffentlichen Hand zurück. Für die Erfolgsprüfung ist eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft verantwortlich.

Damit sind SIBs sehr gute Beispiele für die konsequente Integration von Zielen und deren Überprüfung anhand von Kennzahlen in der Bereitstellung sozialer Dienstleistungen durch die Öffentliche Hand. Ein weiterer Vorteil: Sie fördern eine enge, sektorenübergreifende Zusammenarbeit, schaffen Transparenz und zeigen deutlich, welche Projekte im sozialen Bereich wirken. Mit dieser innovativen Zusammenarbeit von Öffentlicher Hand, Wirtschaft und Zivilgesellschaft werden Maßnahmen gesetzt, die Lücken in der Betreuung von besonders gefährdeten Personengruppen schließen. Ein SIB erlaubt es der Öffentlichen Hand, Präventionsmaßnahmen und neue Projekte zu erproben und wenn die gewünschte Wirkung tatsächlich eintritt, zu übernehmen und auszurollen.

Zwtl.: Sozialministerin Mag. Hartinger-Klein stellt Weiterführung der erfolgreichen Maßnahmen sicher

Nach drei Jahren Laufzeit ist das Pilotprojekt mit 31. August 2018 zu Ende gegangen. Auch wenn das vorgegebene Ziel von Vermittlung der gewaltbetroffenen Frauen in eine Beschäftigung mit einem Jahresbruttogehalt von mindestens 19.500 Euro ganz knapp verfehlt wurde und so die Kosten ausschließlich von den Stiftungen getragen werden, sind die Erfolge beachtlich: 311 Frauen und 430 Kinder haben von diesem Angebot profitiert und wurden auf dem Weg in eine sichere Zukunft unterstützt. Mehr als 180 Frauen fanden am ersten Arbeitsmarkt Beschäftigung und rund 30 haben mit Ausbildungen und Qualifizierungen den Grundstein für ihre berufliche Integration gelegt.

Bundesministerin Mag. Hartinger-Klein ist von der Wirksamkeit der Maßnahmen überzeugt: "PERSPEKTIVE:ARBEIT hat gezeigt, wie die Treffsicherheit von beruflichen Integrationsmaßnahmen verbessert werden kann, indem Ressourcen im Sinne einer personalisierten Arbeitsmarktpolitik zielgerichtet und effizient für die betroffenen Frauen eingesetzt werden," so die Sozialministerin.

Nun gilt es, die erfolgreichen Maßnahmen gemeinsam mit dem AMS in den Regelbetrieb überzuführen. Dazu stellt die Sozialministerin die Mittel für ein Jahr zur Verfügung, um das Programm weiterzuführen und ab 2020 in den Regelbetrieb des AMS Oberösterreich übernehmen zu können.

Mit PERSPEKTIVE:ARBEIT werden somit weiterhin gewaltbetroffene Frauen in ihrer wirtschaftlichen und sozialen Eigenständigkeit unterstützt, damit sie auch ihren Kindern eine NEET-Karriere ersparen und eine gesicherte Zukunft ermöglichen können. (Schluss)

Rückfragehinweis: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Axel Ganster, MAS Pressesprecher von Sozialministerin Beate Hartinger-Klein +43 (1) 71100-86 2456 pressesprecher@sozialministerium.at www.sozialministerium.at www.facebook.com/sozialministerium

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OTS0117 2018-11-27/12:00

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