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Soziale Unternehmensverantwortung/CSR

Unter sozialer Unternehmensverantwortung oder Corporate Social Responsibility (CSR) versteht man das sozial und ökologisch nachhaltige Handeln von Unternehmen. Bei CSR handelt es sich um die Verantwortung von Unternehmen für die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit, die über die Einhaltung arbeitsrechtlicher und sozialgesetzlicher Bestimmungen hinausgeht.

Unternehmen, die in Ländern mit Rechtsschutzdefiziten arbeiten, können über CSR auch einen Beitrag zur Durchsetzung sozialer und ökologischer Mindeststandards leisten, besonders im Bereich der Frauen- und ArbeitnehmerInnenrechte.


Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, CSR nicht nur im nationalen Kontext, sondern auch entlang internationaler Wertschöpfungsketten zu betrachten. Grundlegende Rechtsnormen wie z.B. die ILO-Kernarbeitsübereinkommen und die Menschenrechte sind insbesondere in Niedrig-Lohn-Ländern einzuhalten.

Maßnahmen zur Förderung von CSR durch das Sozialministerium

In den letzten Jahren hat das Konzept der sozialen Verantwortung von Unternehmen stark an Bedeutung gewonnen, vor allem in Bezug auf soziale Aspekte wie etwa die Schaffung von existenzsichernden Arbeitsplätzen und die Förderung von Chancengleichheit und Diversity durch Unternehmen. Zu betonen ist in diesem Zusammenhang, dass CSR über rechtliche Verpflichtungen (z.B. Menschen- und ArbeitnehmerInnenrechte) hinausgeht und diese keinesfalls untergraben darf. Besonders wichtig ist die Transparenz und Vergleichbarkeit von CSR-Maßnahmen und daher die Entwicklung und Anwendung konkreter Kriterien/Indikatoren sowie eine (rechtlich) geregelte Berichterstattung der Unternehmen zu inhaltlich definierten sozialen und ökologischen Aspekten.

In Zusammenhang mit der Veröffentlichung der UN-Leitlinien zu Wirtschaft und Menschenrechte („UN-Guiding Principles on Business and Human Rights") im Jahr 2011 ergab sich im Bereich CSR - international und auch innerhalb Österreichs - ein Fokus auf das Thema „Wirtschaft und Menschenrechte".


Dies hat auch zur Folge, dass nicht länger das mit CSR-Konzept verbundene Prinzip der Freiwilligkeit im Vordergrund steht. Unter dem Titel „Wirtschaft und Menschenrechte" wird nun - zum Beispiel auf UN-Ebene - vermehrt die Schaffung verbindlicher rechtlicher Instrumente diskutiert.


Neben der aktiven Mitarbeit in nationalen und internationalen CSR-relevanten Vereinen und Gremien setzt das Sozialministerium vielfältige Maßnahmen, um effektives ganzheitliches CSR-Management zu fördern. Dazu gehört:


•Gütesiegel NESTORGOLD für effektives Generationenmanagement
•Kofinanzierung von CSR/Diversity-Preisen (z.B. meritus)
•Projekte in Zusammenarbeit mit CSR-Plattformen wie NeSoVe (Netzwerk Soziale Verantwortung)
   •Förderung von Studien, wie z.B. der Studien/Broschüren von NeSoVe „Corporate Social Responsibility in Österreich" (2009), „UN-Leitsätze für Wirtschaft und Menschenrechte - Empfehlungen für die Umsetzung in Österreich" (2015) und „Menschenrechte ohne Grenzen - Menschenrechtliche Unternehmensverantwortung bei Auslandsaktivitäten" (2016)
   •Mitarbeit bei der Erstellung eines CSR-Leitfadens des Österreichischen Normungsinstituts (ONR ISO 192500 Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen, 2011)

Weitere Schwerpunkte

  • ArbeitnehmerInnen- und Menschenrechte
  • Antidiskriminierung und Diversity Management (Gleichstellung durch Gender Mainstreaming und Disability Mainstreaming)
  • Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (Work-Life-Balance)
  • Förderung der psychischen und physischen Gesundheit der MitarbeiterInnen im Sozialministerium (Mobbingpräventionsstrategie „Fair Play")

CSR in Europa und auf internationaler Ebene

Die Europäische Kommission veröffentlichte 2001 ein Grünbuch mit dem Titel „Europäische Rahmenbedingungen für die soziale Verantwortung von Unternehmen". Aufbauend auf vorangegangenen Aussendungen folgte 2011 die Veröffentlichung einer Mitteilung mit dem Titel „Eine neue EU-Strategie (2011-2014) für die soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR)". Die Konkretisierung der einzelnen Maßnahmen der CSR-Mittelung der Europäischen Kommission erfolgt unter anderem im Rahmen der High Level Group der Europäischen Kommission zu CSR (HLG CSR), die auch eine wichtige Rolle im Implementierungsprozess spielt. Die HLG CSR, setzt sich aus VertreterInnen von für CSR zuständigen Ministerien aller Mitgliedstaaten zusammen. Österreich ist seit 2007 durch das Sozialministerium in der HLG CSR vertreten.

Die Europäische Kommission und das Parlament veröffentlichten Grundsatzpapiere, die OECD formulierte Leitsätze für Multinationale Unternehmen, die UNO entwickelte unverbindliche Verhaltensregeln für Unternehmen und verschiedenste NGOs engagierten sich im CSR-Bereich und schufen Gütesiegel und Indices, die zeigen, inwieweit Unternehmen ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gerecht werden. Beispiele sind unter anderem:

Global Reporting Initiative/GRI G4-Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung

ILO Kernarbeitsnormen

OECD Leitsätze für Multinationale Unternehmen

UN Global Compact

 
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