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E. coli Infektionen (VTEC, STEC, EHEC)

Erreger und Übertragung

Bestimmte E. coli Bakterien produzieren ein Zellgift, das Shiga-Toxin oder auch Vero-Toxin genannt wird. Deshalb werden dafür auch die Bezeichnungen verotoxin-bildende (VTEC) und shigatoxin-bildende E. coli (STEC) als Synonyme verwendet.

Als enterohämorrhagische Escherichia coli, kurz EHEC, werden diejenigen VTEC/STEC-Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli bezeichnet, die in der Lage sind, aufgrund zusätzlicher krankmachender Faktoren beim Menschen sehr schwere Entzündungsreaktionen hervorzurufen.

Häufigste Ursache für VTEC-Infektionen sind der Verzehr von bestimmten unbehandelten tierischen Lebensmitteln, wie

  • ungenügend erhitztem Rinderfaschierten und
  • nicht pasteurisierter Milch.

Aber auch andere kontaminierte Lebensmittel wurden bei Ausbrüchen als Ursache gefunden, wie

  • Joghurt,
  • Salami,
  • Käse,
  • rohes Gemüse oder
  • nicht pasteurisierter Apfelsaft

Weitere Infektionsursachen sind

  • unsachgemäße Schlachtung,
  • direkter Kontakt mit Tieren (Streichelzoo),
  • über die Umwelt (z.B. mit Kuhmist gedüngte Wiesen) oder
  • direkte Übertragung von Mensch zu Mensch.

Krankheitsbild

Die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch dauert in der Regel ein bis drei Tage, kann aber auch bis zu acht Tage dauern.

Viele VTEC-Infektionen verlaufen ohne Krankheitszeichen und bleiben daher oft unerkannt.

Die Erkrankung beginnt in der Regel mit wässrigen Durchfällen, die im Verlauf der Erkrankung zunehmend wässrig-blutig werden. Begleitsymptome sind Übelkeit, zunehmende Bauchschmerzen, selten Fieber und Erbrechen. Säuglinge, Kleinkinder, alte Menschen und abwehrgeschwächte Personen erkranken erfahrungsgemäß häufiger schwer.

Bei schwerem Verlauf können die Giftstoffe zu Blutarmut, Gefäß- und Nierenschäden bis zum Nierenversagen führen (HUS = hämolytisch-urämisches Syndrom). Die Sterblichkeit bei HUS ist besonders im Kindesalter hoch.

Verbreitung und Häufigkeit

Weltweites Vorkommen: VTEC-Infektionen treten vor allem in Ländern mit industrialisierter Nutztierhaltung auf. Wiederkäuer, vor allem Rinder, Schafe und Ziegen, aber auch Wildwiederkäuer (v.a. Rehe und Hirsche) werden als Hauptreservoir für EHEC angesehen.

Vorbeugung

Der beste Schutz ist die persönliche Hygiene (regelmäßig Händewaschen!) und Küchenhygiene. Es gibt keine Schutzimpfung bzw. vorbeugende Medikamente. Das Ansteckungsrisiko lässt sich durch folgende Maßnahmen verringern:

  • rohe Lebensmittel tierischer Herkunft und andere leicht verderbliche Lebensmittel immer bei Kühlschranktemperatur lagern (wie z.B. Fleisch, Mettwurst, Wurstaufschnitt, Milch und Milcherzeugnisse oder Feinkostsalate)
  • rohes Gemüse vor dem Verzehr gründlich waschen
  • rohe Lebensmittel immer getrennt aufbewahren
  • nach jedem Hantieren mit rohen Lebensmitteln die Arbeitsflächen, Arbeitsbehelfe und Hände reinigen
  • Speisen, insbesondere Fleisch, immer gut durchgaren; die Kerntemperatur sollte 10 Minuten lang mindestens 70°C betragen
  • nach Kontakt mit Tieren, vor allem mit Wiederkäuern, die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife reinigen und mit Einmal-Papierhandtüchern abtrocknen (z.B. Streichelzoo oder Bauernhof) 
  • Speisen und Getränke nur außerhalb von Tierkontaktzonen einnehmen

Zusatzinformationen

Fachinformation

Linktipp

Inhaltlicher Stand: 30.09.2019