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Feuchtblattern (Varizellen, Windpocken)

Erreger & Übertragung

Feuchtblattern werden von Varizellen-Zoster-Viren verursacht. Diese Viren werden beim Husten, Niesen oder Sprechen als Tröpfchen- und auch als Schmierinfektion weitergegeben. Feuchtblattern sind hoch ansteckend, die-Viren werden auch mehrere Meter durch die Luft übertragen. Fast alle Menschen, die das erste Mal damit in Kontakt kommen, erkranken. Das Varizellen-Zoster Virus kann auch außerhalb des Körpers überleben, dies abhängig von den Umgebungsbedingungen bis zu einigen Stunden. Jeder Körperkontakt mit einer erkrankten Person sowie der gemeinsame Aufenthalt in einem Raum für fünf Minuten oder länger gilt als ansteckungsgefährlich. Die Ansteckungsgefahr für Spielgefährtinnen oder Spielgefährten und Familienmitglieder beginnt zwei Tage vor Ausbruch des Hautausschlags. Die Erstinfektion mit dem Varizellen-Zoster-Virus verursacht Feuchtblattern, beim Wiederaufflammen des im Körper überlebenden Virus zu einem späteren Zeitpunkt wird das entstehende Krankheitsbild Gürtelrose (Herpes Zoster) genannt.

Krankheitsverlauf und mögliche schwere Krankheitsfolgen

Nach ein bis zwei Tagen unspezifischer Krankheitssymptome kommt es zu Fieber und einem stark juckenden Ausschlag am ganzen Körper. Charakteristisch ist dabei, dass Bläschen, Papeln und Schorf in verschiedenen Stadien gleichzeitig vorhanden sind. Bei Personen mit geschwächter Immunabwehr und bei Neugeborenen kann die Erkrankung schwer, manchmal sogar tödlich verlaufen. Bis zu 20% der Erwachsenen entwickeln als Komplikation eine Lungenentzündung, die einige Tage nach Beginn der Erkrankung auftreten kann. Besonders betroffen davon sind Schwangere. Weiters gibt es eine Reihe von möglichen Komplikationen, die das zentrale Nervensystem betreffen, einige davon können sehr schwerwiegend sein. Bei einer Varizellen-Erstinfektion in der Schwangerschaft kann das ungeborene Kind erkranken, wobei Haut und Knochen, Gehirn und Augen von Missbildungen betroffen sein können. Am schwersten verläuft die Erkrankung bei Neugeborenen, deren Mutter selbst keine Varizellen-Immunität besitzt. Bis zu 30% von ihnen sterben.

Verbreitung und Häufigkeit

Varizellen-Zoster-Viren kommen überall auf der Welt vor. Feuchtblattern sind eine im Kindesalter sehr häufige Erkrankung, etwa 95% erwachsenen Bevölkerung waren im Laufe ihres Lebens mit der Erkrankung in Kontakt.

Vorbeugung – Eine Impfung schützt!

Feuchtblattern sind keine harmlose Kinderkrankheit sondern eine hochansteckende Erkrankung, die langwierig ist und zu schweren Komplikationen führen kann. Die Ausschläge sind lange ansteckend, so dass betroffene Kinder mitunter wochenlang keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen können. Zur Krankheitsverhütung steht eine gut verträgliche Impfung zur Verfügung.

Wann und wie oft wird gegen Feuchtblattern geimpft?

Empfohlen werden zwei Impfungen ab dem vollendeten 1. Lebensjahr im Mindestabstand von 4 Wochen – vor allem jedoch vor Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen. Besonders wird die Impfung auch allen 9- bis 17-Jährigen, die bis zu diesem Alter nicht geimpft wurden und keine Feuchtblattern durchgemacht haben, empfohlen.

Da eine Feuchtblattern-Erstinfektion während der Schwangerschaft in seltenen Fällen zu Fehlbildungen beim ungeborenen Kind führen kann, ist die Impfung außerdem vor Eintritt einer Schwangerschaft zu empfehlen.

Aktuelle Empfehlungen zur Impfung finden Sie im Impfplan Österreich. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bzw. Ihre Apotheke beraten Sie ausführlich zu den für Sie persönlich empfohlenen Impfungen.

Inhaltlicher Stand: 20. Januar 2020