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Pest

Erreger und Übertragung

Die Pest ist eine schwere, hochansteckende Infektionskrankheit, die von dem Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird. Das natürliche Erregerreservoir des Pest-Bakteriums stellen Nagetiere, vor allem Ratten, aber auch Mäuse, Wiesel, Hasen usw. und ihre Flöhe dar. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch Bisse von Flöhen, die auf infizierten Ratten oder Haustieren leben (Beulenpest) oder durch Tröpfcheninfektion (insbesondere bei Lungenpest).

Informationen zur Situation in Madagaskar

Seit Ende August 2017 ist Madagaskar von einem Pest-Ausbruch betroffen, bei dem es mittlerweile über 1.500 Betroffene gibt: Ausführliche Informationen zur Lage vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Die Hauptübertragungswege sind Flöhe (Beulenpest) und Tröpfcheninfektion (Lungenpest). Reisende in Endemiegebieten sollten deshalb: 

  • Mit Repellents Flohbisse verhindern
  • Kontakt mit Lungenpestkranken meiden
  • Kontakt mit kranken oder toten Tieren meiden
  • Bei entsprechender Symptomatik umgehend ärztlichen Rat einholen

Krankheitsbild

Die Inkubationszeit zwischen der Infektion und den ersten Symptomen hängt von der Erscheinungsform der Pest ab und beträgt 1-2 Tage bei der Lungenpest und bis zu sechs Tagen bei der Beulenpest. Unbehandelt beträgt die Letalität 50 bis 90 Prozent, mit Behandlung 15 Prozent. Es gibt drei Hauptformen der Pest, die sich primär durch den Übertragungsweg unterscheiden:

  • Die Beulenpest (Bubonenpest) wird meist durch den Biss eines infizierten Flohs verursacht und beginnt in der Regel mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen und einem schweren Krankheitsgefühl. Es kommt zu schmerzhaften Schwellungen der Lymphknoten (daher der Name "Beulenpest"), die sich über einige Tage blau verfärben, was das typische Bild der dunklen Beulen bei Pestkranken entstehen lässt. Die Lymphknotenschwellung und Blauverfärbung kann besonders in der Leiste, der Achselhöhle und am Hals auftreten, da dort große Lymphknotenstationen im menschlichen Körper liegen und die Flöhe vermehrt an den Beinen und Armen stechen.
  • Die Lungenpest wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch (primär) übertragen und befällt die Lunge. Die Lungenpest-Symptome entwickeln sich bereits wenige Stunden, nachdem der Pest-Erreger die Lunge erreicht hat. Zuerst leidet der Erkrankte nur unter Fieber, Kopfschmerzen und allgemeiner Schwäche, allerdings kommt es schon am zweiten Tag zu blutigem Husten und Brustschmerzen. Aufgrund eines starken Hustenreizes treten auch Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auf. Die Betroffenen sind während der gesamten Krankheitsdauer hochansteckend.
  • Die Pestsepsis tritt als Komplikation der Beulen- oder Lungenpest auf, wenn die Pest-Bakterien ins Blut gelangen und dort zu einer Blutvergiftung führen. Die Erkrankten geraten in ein „toxisches“ Stadium mit hohem Fieber, Lethargie, Verwirrtheit, abfallendem Blutdruck und Verdauungsproblemen.

Verbreitung und Häufigkeit

Die Pest tritt auch heute noch in kleinen Endemiegebieten in Afrika, Asien und Amerika auf. Die drei hauptsächlichen Endemieländer sind Madagaskar, die Demokratische Republik Kongo und Peru. Weltweit registriert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 1000 bis 3000 Pestfälle pro Jahr, meistens in Form kleinerer, örtlich begrenzter Epidemien. In Europa gab es den letzten dokumentierten Pestausbruch im Zweiten Weltkrieg. Man nimmt an, dass die Pest gegenwärtig in Europa nicht mehr existiert.

Vorbeugung

Es gibt derzeit in Österreich keine zugelassene Schutzimpfung für die Pest. Das Ansteckungsrisiko ist für Reisende grundsätzlich sehr gering.

Für Personen in Endemiegebieten, die mit wildlebenden Nagern oder deren Flöhen in Kontakt kommen, besteht jedoch ein erhöhtes Infektionsrisiko. Bei Aufenthalten in betroffenen Regionen und vor allem bei Aktivitäten im Freien ist es ratsam, sich mit Insektenspray und körperbedeckender Kleidung vor Flohbissen zu schützen. Weitere Maßnahmen, um eine Pestepidemie zu verhindern, sind verbesserte Hygiene und Bekämpfung der Ratten.

Zusatzinformationen

Fachinformation

Inhaltlicher Stand: 30.09.2019