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Lassa-Fieber - virales hämorrhagisches Fieber

Erreger und Übertragung

Die Erkrankung wird durch das Lassa-Virus aus der Familie der Arenaviren verursacht. Der natürliche Wirt des Virus ist das afrikanische Nagetier Mastomys natalensis (Vielzitzenmaus), welches in ländlichen Regionen in der Nähe menschlicher Siedlungen lebt. Die Übertragung vom Tier auf den Menschen erfolgt durch Kontakt mit virushaltigen Nager-Exkrementen, dem Blut oder dem Kadaver infizierter Tiere, meist durch kontaminierte Nahrungsmittel, durch kleine Hautverletzungen oder über die Atemwege.

Eine von Mensch-zu-Mensch-Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Blut, Gewebe, Sekreten oder Urin von Patienten bzw. Patientinnen oder über Sexualkontakt mit Infizierten. Das Lassa-Virus kann bis zu drei Monate nach der Genesung in der Samenflüssigkeit überleben. Das Risiko nosokomialer Infektionen ist hoch.

Krankheitsbild

Die Krankheitszeichen treten sechs bis 21 Tage nach der Ansteckung auf. Die Mehrzahl der Infektionen verläuft unauffällig oder mild mit vollständiger Genesung. Nur bei einer Minderheit der Patienten entwickelt sich das lebensbedrohliche Krankheitsbild eines Multiorganversagens.

Die akute Krankheitsphase beginnt meist unspezifisch mit Unwohlsein, anhaltendem Fieber oder Wechselfieber, grippeähnlichen Symptomen sowie Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Trakts. Bei schwerem Krankheitsverlauf (20 Prozent der Fälle) treten unter anderem Ödeme des Gesichtes und des Halses, Blutdruckabfall oder Schock, allgemeine Blutungsneigungen und neurologische Symptome auf.

In der Schwangerschaft haben die Infektionen einen besonders schweren Verlauf. Die Sterblichkeit von Mutter und Fötus sind dabei sehr hoch.

Verbreitung und Häufigkeit

Das Lassa-Fieber wurde erstmals 1969 in Nigeria beschrieben. Die Erkrankung kommt vor allem in Ländern Westafrikas (Sierra Leone, Guinea und Liberia sowie in einigen Regionen Nigerias) vor. Laut Schätzungen infizieren sich jährlich 100.000 bis 300.000 Menschen mit dem Lassa-Virus, von denen etwa ein Prozent an Lassa-Fieber verstirbt.

Vorbeugung

Es gibt keine Impfung gegen das Lassa-Virus.

Präventive Maßnahmen sind eine konsequente Bekämpfung der virusübertragenden Nagetiere sowie sichere Verwahrung von Nahrungsmittel vor Nagern. Bei Reisen in Lassa-Endemiegebiete sollten Aktivitäten unterlassen werden, die einen Kontakt mit Nagetieren oder ihren Exkrementen nach sich ziehen könnten.

Zusatzinformationen

Fachinformation

Inhaltlicher Stand: 30. September 2019